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KT Zimtzicke fragt: Wann ist ein Spiel eigentlich ein Spiel?

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ein Spiel ist, zumindest auf wissenschaftlicher Ebene, dann ein Spiel, wenn es ludologischen Ansprüchen genügt. Und das tut ein Walking Dead bereits, wenn du Lee bewegen kannst. Das tut selbst ein Heavy Rain und ganz sicher auch ein Journey.

Die Ludologie sieht Spiele immer als Simulation, in der der Spieler Entscheidungen treffen kann, was er tun will und was als nächstes passiert. Dabei geht es nicht um tiefgreifende Story-Entscheidungen, sondern um das einfachste Gameplay. Gehe ich rechts oder links? So banal die Entscheidung ist, sie gibt die Macht zur eigenständigen Handlung.

Wenn, und da greift die Narratologie ein, dann auch noch die Rationalität des Handelns kontextualisiert ist, ergibt sich daraus - im Optimalfall - ein harmonisches Zusammenspiel. In der Ludologie wird deshalb beim Gameplay auch unterschieden zwischen "game" (Spiele mit Regeln) und "play" (Spiele mit untergeordneten Regeln).
 
wie bestimmt schon gesagt (tldr): ein Mindestmaß an Individualität und Leistung

Walking Dead ist bei mir zweilfsohne an der Grenze und ich mag es kaum "Spiel" nennen, weil man im Prinzip nur nach und nach die entscheidenen Szenen triggert. (Und jetzt bitte nicht krampfhaft versuchen diese Aussage auf alle möglichen anderen Spiele drüberzustülpen.)


Ändert aber nix daran, dass es mir richtig toll gefallen hat.
 
Die Diskussion führt zu nichts. Wieso über Begriffsdefinitiinen debattieren? Entscheidend ist, was sich im Bereich Computer Entertainment tut.

Videospiele/Computer Entertainment haben traditionell zwei wichtige Wurzeln:

1) Traditionelle Spiele wie Schach, Solitär oder Fuball
aber schon seit den Anfängen auch 2) andere Medien wie Literatur, Film oder Musik.

Immer schon gab es traditionellen Spiele für Computer. Tetris zum Beispiel, Fifa, Counterstrike...

Darüber hinaus gibt es schon lange viele Titel, die ein solches Spiel Konzept mit weiteren Elementen verknüpfen, wie wir sie aus Medien kennen. Fast alle AAA-Spiele sind so. Sie lassen eine interaktive Welt erkunden oder erzählen eine Story, aber bleiben im Kern traditionelle Spiele im engeren Sinne.

Es gab aber auch schon mal eine Phase, in der Medienschaffende viele interaktive Unterhaltungsmedien für Computer gemacht haben, die keine traditionellen Spiel elemente hatten. Das nannte man in den 90ern Multimedia.

Jetzt gibt es seit wenigen Jahren endlich wieder eine wachsende Randgruppe an Titeln, die sich von traditionellen Spielen lösen und stattdessen so etwas wie ein interaktives Medium begründen. Und es ist kein Zufall, dass genau diese Titel die besten Stories auf Konsole haben. Und die interessantesten Welten. Seien wir doch froh über diese wachsende Vielfalt.

The Walking Dead hat nichts tun Tetris zu tun. Nennt The Walking Dead, wie ihr wollt. Ich nenne es Videospiel. :P

PS: Und bitte macht euch nicht lächerlich, indem ihr behauptet Journey oder Walking Dead seien (interaktive) Filme. Es zeugt nicht von Intelligenz, wenn man behauptet es sei das gleiche, passiv vorgefertigtes Filmmaterial zu betrachten, wie eine interaktive Spielwelt zu erkunden.
 
Ich diskutiere darüber nicht. Ich muss niemanden missionieren, der damit nicht klarkommt, dass man in Spielen wie Heavy Rain oder The Walking Dead nicht das machen kann, was man in anderen Spiel so treibt. Is mir auch völlig egal, in welche Schublade man das steckt. Hauptsache ist, ich kann sie auch in Zukunft noch spielen.
 
Urgs schrieb:
Klingt ein bisschen so, als würde das gegen die anderen Games sprechen! :D

Tut es für mich auch. Ich spiele nur noch solche Sachen wie TWD oder Journey oder halt reines Arcade- und Casualzeug ohne Story und den ganzen Rest. Die ganzen Storyshooter und AAA-Action adventures kann ich nicht mehr ertragen. Das bessere Gameplay haben die reinrassigen Oldschool-Spiele und das bessere Erlebnis bieten mittlerweile auch andere.
 
dweezzu schrieb:
ne, bei den anderen Games (zumindest den guten) kommen zocken und erleben zusammen

Nicht zusammen, sondern in nahezu allen Spielen abwechselnd. Und deshalb kommt das Erlebnis auch nicht an TWD und Journey heran. Weil es immer durch Ballerepisoden oder Puzzles zerstückelt ist.

Die Mischung hat natürlich ihre Fans. Ich persönlich gehöre nicht dazu, was ich leider erst vor 1-2 Jahren realisiert habe.
 
natürlich tut man was, aber extrem eingeschränkt, in einem Rahmen, der so eng ist, dass es fast wie auf Schienen ist

man hat gar keine Wahl irgendwas des tatsächlichen Zockens (also abseits der Sequenzen mit Entscheidungen, sprich beim Rumlaufen ind er Welt) irgendwie individuell zu gestalten
 
Nasreddin schrieb:
dweezzu schrieb:
ne, bei den anderen Games (zumindest den guten) kommen zocken und erleben zusammen

Nicht zusammen, sondern in nahezu allen Spielen abwechselnd. Und deshalb kommt das Erlebnis auch nicht an TWD und Journey heran. Weil es immer durch Ballerepisoden oder Puzzles zerstückelt ist.

Die Mischung hat natürlich ihre Fans. Ich persönlich gehöre nicht dazu, was ich leider erst vor 1-2 Jahren realisiert habe.

mit min. einer ausnahme: L.A. Noire
da wird die story durch cutscenes vorangetrieben aber auch durch die beweisstücke die man findet und dafür benutzt um die verhöre durchzuführen.

und während ich das schreibe fällt mir ein, dass ein geiles shootout für mich sicher auch ein tolles erlebnis ist oder generell das spielen einer geilen mission bspw. bei GTA. also ich hab meistens zocken und erleben gemeinsam bei den spielen die ich spiele, sonst hätt ich wohl auch schon längst mit dem zocken aufgehört, wenn man nicht immer wieder etwas erleben würde, was man vorher so noch nicht erlebt hat.
 
LA Noire ist für mich ein Spiel in der Kategorie von TWD oder Journey. Schusswechsel oder Rätsel sind nicht zwingend spielerischer Wettbewerb. Bei LA Noire sind sie oft sinnvoller Bestandteil der Rolle der r Spielfigur in der Spielwelt und über weite Strecken glaubwürdig. Mehr noch: Sie sind nie Hindernisse. Actionsszenen kann man überspringen, die Verhöre gaukeln einem nur vor Herausforderungen zu sein.

Die Regel sind aber Spiele wie Uncharted oder Halo, wo die Action natürlich durch die Story erklärt wird, die Gegnerwellen aber nur bedingt einen direkten Zusammenhang mit dieser haben, sondern ganz klar um ein befriedigendes Gameplay Gerüst herum gebastelt wurden. Im Grunde gibt es in diesen Spielen Actionsszenen und Storyszenen. Zwischen beiden besteht ein loser Zusammenhang, manchmal überschneiden sie sich, mehr aber nicht. Solche Spiele zocken ich kaum noch, weil ich jedes mal spüre, was für ein Potential ds Erlebnis hat, wenn man das gesamte Spiel um dieses Erlebnis herum designt. Gleiches gilt für die Action, die funktioniert für mich in reinrassigen Action Spielen besser, weshalb ich diese Gen das Arcadegenre für mich wiederentdeckt habe.
 
für mich ist L.A. Noire überhaupt nicht als spielbarer film zu bezeichnen, wie man häufiger auch mal gerne Heavy Rain oder TWD beschreiben mag. für mich hat das viel mehr mit den alten point and click adventuren zu tun als mit allem sonst.

und für mich braucht ein game sogar genau null story zu haben um ein tolles erlebnis für mich zu liefern. story ist für mich bei einem spiel nichts was zwingend erforderlich ist um ein erlebnis abzuliefern. deshalb können auch spiele, bei denen story und gameplay getrennt sind, in beiden teilen für mich zum erlebnis werden. meistens versagen sie aber immer im story part, da dieser für mich meistens absolut überflüssig ist.
 
lüsterneLINDA schrieb:
für mich ist L.A. Noire überhaupt nicht als spielbarer film zu bezeichnen, wie man häufiger auch mal gerne Heavy Rain oder TWD beschreiben mag.
Habe ich ja auch nicht gemacht.

Für mich hat das viel mehr mit den alten point and click adventuren zu tun als mit allem sonst.
Die sind sicher eine wichtige Inspirationsquelle. Mit einem gewaltigen Unterschied: Es gibt keine klassischen Point-&Click-Puzzles (eine Parallele zu TWD). Wenn man einem Rätsel nachgeht, dann dem, wer der Mörder ist. So, wie es sich für einen Krimi gehört.

Ich denke Hybridspiele, die Elemente aus beiden Welten mischen werden weiterhin die Mehrheit bleiben. Also kein Grund zur Sorge für Leute mit einem Spielegeschmack wie deinem.
 
eben, genau das habe ich schon in meinem ersten post gesagt. im grunde bedarf es keiner definition des wortes videospiel. ist doch scheiß egal wieviel interaktion ein spiel bietet, es wird immer genug alternativen für jeden geschmak geben.
 
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