Das mit der Exklusivität ist aber auch eine Grundsatzfrage.
Ich verstehe, was du meint. Absolut. Wer die besten Exklusivgames hat, verkauft (normalerweise) auch die meisten Konsolen.
Aber dieses Konzept wollte Microsoft ja schon lange nicht mehr, weil da nichts mehr zu holen ist.
Der Markt ist gesättigt, in jeder Generation werden insgesamt rund 150 Millionen Playstations und Xboxen verkauft.
Mal verkauft Sony mehr, mal Microsoft. Aber es kommen keine neuen Kunden dazu.
Und das hat Microsoft noch nie geschmeckt, da Microsoft ein wachstumsorientiertes Software-Unternehmen ist.
Ob sie nächste Generation jetzt 30 Millionen mehr oder weniger Konsolen verkaufen, interessiert die doch gar nicht.
Das ist für die kein gewinnbringendes Wachstum.
Daher konnte Spencer die Xbox Konsole damals auch nur in Verbindung mit dem Game Pass retten.
Der Game Pass ist ein digitales Gut, ein Abo und Abos versprechend Wachstum. Ohne Game Pass hätte Nadella die Xbox nach der One Generation wahrscheinlich eh platt gemacht.
Der Game Pass ist nun aber auch ausgewachsen. Und das hat nicht mal unbedingt was mit den Spielen an sich zu tun, sondern damit, dass auch hier der Markt gesättigt ist. Jeder, der ein Spieleabo in Betracht zieht, hat nun eins. Vielleicht könnten sie mit noch geileren Spielen oder CoD noch ein paar mehr Kunden anlocken, aber große Sprünge werden die nicht mehr machen.
Was bleibt also anderes übrig, um auf den Papier weiter zu wachsen, als Multiplattform zu gehen? Denn da sind noch mehr potentielle Kunden.
Wären sie jetzt voll und ganz die Exklusivschiene gefahren, nur Xbox, kein PC, Game Pass und vor allem keine Playstation. Würde es wirklich so anders aussehen? Vielleicht hätten sie dann anstatt 50 Millionen schon 80 Millionen Konsolen verkauft. Mehr aber auch nicht und während uns Außenstehenden das wahrscheinlich ausreichen würde (was wollen sie denn mehr als Konsolen und Spiele verkaufen?), steckt da eben nicht genug Wachstum für ein Microsoft drin.
Und das ist der Knackpunkt. Microsoft denkt anders als ein Sony. Ok, Sony will natürlich auch wachsen, deswegen ja auch die PC-Ports, aber die sind da etwas klassischer eingestellt und vorsichtiger, weil sie auf Playstation angewiesen sind. Microsoft war nie auf die Xbox angewiesen. Bis jetzt (Activision) haben sie sich doch eigentlich nie wirklich dafür interessiert, weil ihnen die paar Xbox-Dollar mehr oder weniger aufm Kontoauszug doch gar nicht aufgefallen sind. Und wenn es hart auf hart kommt, würden sie die ganze Xbox Sparte ohne mit der Wimper zu zucken platt machen. Im Gegensatz zu einem Sony oder Nintendo, wo das Gaming die Butter aufs Brot bringt.
Das war und das ist immer noch das "gefährliche" an Microsoft. Deswegen ist es eigentlich immer noch ein Wunder, dass Spencer die Xbox bei Microsoft so relevant gemacht hat. Mit dem Nachteil, dass der Mutterkonzern nun eben sein Wachstum will.
Glaube nicht, dass sie da jetzt noch irgendwie rauskommen. Niemals. Im besten Falle (für uns Gamer und die Studios) bleibt es so wie es ist, mit Game Pass, den bestehenden Studios und weiterhin vorwiegend Xbox/PC exklusiven Games. Wenn es schlecht läuft, werden sie zu Activision 2.0, dünnen das Portfolio aus und beschränken sich auf ihre best-selling Multiplattform Blockbuster. Besser, im Sinne von "zurück zum klassischen Konsolengeschäft", wird es nicht mehr werden.
Und selbst letzteres wäre ja nicht der Untergang des Xbox Publishers. Im Gegenteil fahren sie damit womöglich sehr erfolgreich. Aber die Xbox, wie wir sie kennen, als direkte Konkurrenzplattform zur Playstation, wird dann nicht mehr existieren.