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Wir sind füreinander da - jetzt erst recht.

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Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ganz ehrlich, vor ein paar Tagen hätte ich bei "psychosomatisch" gleich abgewunken. Hätte gedacht, dass mich das nie im Leben mal betrifft. Aber tatsächlich macht mir diese Corona-Sache deutlich mehr zu schaffen als ich je gedacht hätte. Hab, bzw. hatte ein Stechen im Oberkörper und bin/war total verspannt.
Die letzten 2 Tage war ich sprichwörtlich kurz vor dem durchdrehen, ich hätte niemals gedacht, dass mir sowas passieren könnte.

Also ja, nehmt das da oben ernst und versucht euch abzulenken.

Mir hat tatsächlich geholfen, mit meinen Kindern Malbücher auszumalen. Ich hab unzählige Elfen und Einhörner ausgemalt, und das hat mich richtig runtergebracht. Klingt blöd, is aber so.

Ich litt vor Jahren mal an sehr krassen Panikattacken (nach einem leichten Trauma). Die waren so schlimm, dass ich jedesmal kurz vor der Ohnmacht war. Herzrasen (fühlte sich an als würde dir gleich das Herz weg explodieren), schelle und kurze Atmung (fühlte sich an als würdest du gleich ersticken). Es fühlte sich jedesmal an wie als würdest du gleich verrecken (aber wie gesagt, da muss schon ne extreme Hohe Welle an Stress vor liegen). Das gute ist: Jeder Arzt bei dem ich war hat mir erzählt, dass bisher noch niemand an Panikattacken alleine gestorben ist. Hat mich erstmal nur Mäßig beruhig, aber zu wissen, dass man daran nicht Stirbt und dass das nur ne Sache im Kopfs ist hat VIEL geholfen. Für ne Zeit lang hat sich trotzdem jede kleine Aufregung sofort in eine Panikattacke entwickelt und für ne Zeit lang dachte ich das höre niemals auf. Man muss sich wirklich bewusst machen, dass das alles "nur" Psyche ist. Das da nix passieren kann. Es lediglich Mindgames deines Kopf sind.


Gestern hatte ich dann halt wieder - nach mehr als 3 Jahren - (hab wohl ein etwas nervöseres Mindset als andere) psychisch bedingt starkes Herzrasen, Zitteranfälle und Stechen/Druck auf der Brust gehabt. Aufgrund meiner Vorerfahrung und mittlerweile gutes Wissen dass dies alles "nur" Kopfsache ist, wusste ich, dass ich mich nicht aufregen muss. Konnte damit gestern sehr gut umgehen und mich schnell wieder selber beruhigen. Ich kenne das halt auch schon und kann daher mittlerweile sehr gut damit umgehen.

Aber für jemanden für den das was völlig neues ist, kann das vielleicht erstmal beängstigender wirken als es sein muss.
Macht euch bewusst, dass das reine Kopfsache ist. Rein durch Stress und Sorge ausgelöst wird.

Daher gestern nochmal Tipps meiner Seits für die Allgemeinheit.


Das interessante ist jedesmal bei mir, früh am Morgen wenn ich aufstehe bin ich wieder die ruhe meiner selbst. Und Tags über muss ich halt sehen mich jetzt mal weniger mit Corona zu befassen und wieder besser auf mich zu hören/ zu achten.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
So ein Stechen im Oberkörper ist dann besonders "schön', wenn das, weswegen man sich aufregt, eine Lungenkrankheit ist....:ugly:
Da denkt man dann, man hat den Scheiss bekommen und die ganz Familie angesteckt, das ist dann auch alles andere als hilfreich.

Jedenfalls bin ich froh, dass es diesen Thread gibt, und das meine ich sehr ernst. :)

Wenn ich mein Tief endgültig überwunden habe, bin ich auch gerne bereit, mein Ohr jemandem zu leihen, der es dann notwendig hat.
 
So ein Stechen im Oberkörper ist dann besonders "schön', wenn das, weswegen man sich aufregt, eine Lungenkrankheit ist....:ugly:
Da denkt man dann, man hat den Scheiss bekommen und die ganz Familie angesteckt, das ist dann auch alles andere als hilfreich.

Jedenfalls bin ich froh, dass es diesen Thread gibt, und das meine ich sehr ernst. :)

Wenn ich mein Tief endgültig überwunden habe, bin ich auch gerne bereit, mein Ohr jemandem zu leihen, der es dann notwendig hat.

Irgendwo hab ich gelesen, dass vor 1/2 Wochen in den USA jeder Dritte von Grippe Symptomen berichtet hat.
Die Psyche ist da echt nicht zu verachten. Wenn einem diese Psychosomatischen Effekte bewusst sind, hilft das vielleicht das ganze besser einzuschätzen.
 
@Seo

Wie gesagt, wenns richtig hart auf hart kommt. Kann ich jeden Autogenes Training empfehlen. (hab ich gestern noch nicht gebraucht), aber hat mir bisher immer geholfen. Das gute an dieser Methode ist, je regelmäßiger man es macht desto eher geht das ganze in fleisch und blut über. Irgendwann braucht man nur noch an diese Trainingsformen denken und die Beruhigung findet sofort statt. Da verdrahtet sich halt was im Kopf, was sofort auf Beruhigung polt.
 
Glücklicherweise habe ich da auch wirklich ein sehr sonniges Gemüt.
Dass es mir mal irgendwie schlecht, da muß schon ganz viel passieren.
Da habe ich auch wirklich Glück gehabt und weiß das auch absolut zu schätzen.
Wer davon was abhaben will kann sich auch jederzeit bei mir melden. :D
 
Zuletzt bearbeitet:
Glücklicherweise habe ich da auch wirklich ein sehr sonniges Gemüt.
Dass es mir mal irgendwie schlecht, da muß schon ganz viel passieren.
Da habe ich auch wirklich Glück gehabt und weiß das auch absolut zu schätzen.
Wer davon was abhaben will kann sich auch jederzeit bei mir melden. :D

Kann mich da zum Glück anschließen, auch mir geht es super wie immer und auch ich bin sehr froh darüber.

Ich könnte also auch noch etwas Sorglosigkeit abgeben und es bleibt noch genug über! :knuddel:
 
Wie gesagt das ist echt nicht zu unterschätzen und die aktuelle Krise ist der beste Motor für nen "nervlichen Zusammenbruch". Da kommt viel auf einmal auf einem zu. Finanzielle Sorgen, Gesundheitliche Sorgen, Sorgen um die Familie/Kind/Bekannte/Freunde und dazu eine generelle Hilflosigkeit wie lang und schlimm das alles noch wird. Bis vorgestern hätte ich auch noch gesagt, dass ich mich für stabil genug halte und alles mit einem besonnenden Blick überschaue. Bis gestern halt... da kam es halt doch gefühlt urplötzlich auf mich zu. Heute aber wieder super entspannt.

Wichtig ist, dass wir uns hier gegenseitig Auffangen im Notfall. :knuddel:
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich will für die, die das gerade betrifft und für die das etwas völlig neues ist - zur Beruhigung - mal erklären was sich da genau im Körper abspielt.
Und erklären warum so stumpfe Dinge wie die Pünktchen an der Raufasertapete zu zählen oder ein Malbuch auszumalen (und ähnliches stumpfes Zeug) helfen kann um runter zu kommen.

1. Jeder Mensch hat eine unterschiedlich stark genetisch bedingte vulnerability mit Stress um zu gehen. [Stresstoleranz]
2. Zusätzlich lösen bei jedem Menschen unterschiedliche Faktoren unterschiedlich stark Stress und Sorgen aus. [Präferenz]
3. Desweiteren trägt jeder ein unterschiedliches Stress-Level vor sich her. [aktuelle Lebenssituation / Verantwortung / Umgang damit]
4. Jeder hat eine Belastungsgrenze ab dem einem der Stress negativ über dem Kopf wächst und auf den Körper umschlägt. [Belastbarkeit]

Was ist eigentlich Stress?

1. Ein Handlungs Impuls des Körpers auf innere und äußere Reize zu reagieren. Der Innerhalb der eigenen Belastbarkeits-Grenze aber dazu führt Anforderungen zu bewältigen und Adrenalin frei stößt. Sprich den Körper und Geist dazu anspornt fokussiert und Handlungsfähig zu sein. [positiver Stress]
2. Es wird durch Signale im Hirn über neurobilologischen-Schnittstellen (Nervensystem) durch Ausschüttung von Stresshormone gelenkt (nebenniere, ect).
3. Bei zu hohem Stress-Level kann dies jedoch unterschiedliche Psychosomatische Effekte auslösen. Insbesondere dann, wenn der Organismus keine Kompensierungs-Möglichkeiten der Stresssituation kennt (kein Ende in Sicht ist und wenig erfolg auf Änderung besteht) -> Fight-or-flight -> beides ohne Erfolg.



Daher ist es so wichtig zu wissen wo der Stress im Körper als erstes entsteht (im Kopf).
Und man genau hier Ansetzt und Handlungsfähigkeit herbei führt und sich klar macht, dass man ihm nicht völlig Hilflos ausgeliefert ist.

Sprich: Was sorgt gerade dafür dass mein Stresspegel bis auf Anschlag schlägt?
-> Stressfaktoren aus dem Weg gehen (Keine Nachrichten mehr verfolgen, sich mit anderen Dingen befassen so gut es geht)
-> Das Gehirn mit anderen Dingen beschäftigen (am besten mit was stumpfen und einfachem wo auch die Motorig gefordert ist)
---> Beispiele: meditatives Malen, Abwasch machen, Putzen, Fahrrad fahren, Joggen (etwas was das Gehirn körperlich und geistig meditativ ablenkt)

Das Gehirn/Die Gedanken halt so gut es geht von den belastbaren Stressfaktoren abzuschirmen.
-> Das Ruder wieder in die eigene Hand zu nehmen und eine gute Lösung für sich zu entdecken.


Edit: Vielleicht hilft und beruhigt das ja den ein oder anderen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Achso eins noch: Auf Kaffee und Aufputschende Mittel/Situationen zu verzichten kann bei zu hohem Stress-Level auch Wunder bewirken.

Edit: Und ich geh jetzt ne runde Halo zocken. :headbang:
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich litt vor Jahren mal an sehr krassen Panikattacken (nach einem leichten Trauma). Die waren so schlimm, dass ich jedesmal kurz vor der Ohnmacht war. Herzrasen (fühlte sich an als würde dir gleich das Herz weg explodieren), schelle und kurze Atmung (fühlte sich an als würdest du gleich ersticken). Es fühlte sich jedesmal an wie als würdest du gleich verrecken (aber wie gesagt, da muss schon ne extreme Hohe Welle an Stress vor liegen). Das gute ist: Jeder Arzt bei dem ich war hat mir erzählt, dass bisher noch niemand an Panikattacken alleine gestorben ist. Hat mich erstmal nur Mäßig beruhig, aber zu wissen, dass man daran nicht Stirbt und dass das nur ne Sache im Kopfs ist hat VIEL geholfen. Für ne Zeit lang hat sich trotzdem jede kleine Aufregung sofort in eine Panikattacke entwickelt und für ne Zeit lang dachte ich das höre niemals auf. Man muss sich wirklich bewusst machen, dass das alles "nur" Psyche ist. Das da nix passieren kann. Es lediglich Mindgames deines Kopf sind.


Gestern hatte ich dann halt wieder - nach mehr als 3 Jahren - (hab wohl ein etwas nervöseres Mindset als andere) psychisch bedingt starkes Herzrasen, Zitteranfälle und Stechen/Druck auf der Brust gehabt. Aufgrund meiner Vorerfahrung und mittlerweile gutes Wissen dass dies alles "nur" Kopfsache ist, wusste ich, dass ich mich nicht aufregen muss. Konnte damit gestern sehr gut umgehen und mich schnell wieder selber beruhigen. Ich kenne das halt auch schon und kann daher mittlerweile sehr gut damit umgehen.

Aber für jemanden für den das was völlig neues ist, kann das vielleicht erstmal beängstigender wirken als es sein muss.
Macht euch bewusst, dass das reine Kopfsache ist. Rein durch Stress und Sorge ausgelöst wird.

Daher gestern nochmal Tipps meiner Seits für die Allgemeinheit.


Das interessante ist jedesmal bei mir, früh am Morgen wenn ich aufstehe bin ich wieder die ruhe meiner selbst. Und Tags über muss ich halt sehen mich jetzt mal weniger mit Corona zu befassen und wieder besser auf mich zu hören/ zu achten.

Ich 'oute' mich auch mal mit einem ähnlichen Krankheitsbild.
Ich hatte eine Zeit in meinem Leben, in dem ich mit solchen sich körperlich geäußerten Panikattacken auf einer regelmäßigen Basis zu tun hatte. Bei mir war es damals auch so, dass sich die besonders Abends aufgebaut haben und darin geendet sind, dass ich nicht einschlafen konnte weil ich immer größere Atemnot und Herzstechen bekommen habe. Ich war mehrmals kurz davor den Notarzt zu rufen weil ich jederzeit mit dem Moment rechnete, dass ich keine Luft mehr kriege oder mein Herz stehenbleibt.
Am nächsten Morgen sah die Welt dann immer ganz anders aus, weil ich tatsächlich erleichtert war die Nacht 'überlebt' zu haben und mir sagen konnte, dass es offensichtlich ja doch nicht so schlimm um mich steht.
Aber am Abend ging das Spiel dann wieder von vorne los. So ein Kreislauf ist so ermüdend und auslaugend: Nachts wach liegen und darum zu fürchten sterben zu müssen und tagsüber gerädert zu sein, Hoffnung zu schöpfen aber auch Angst davor haben, ob es diesen Abend wohl wieder so sein wird oder man es ausnahmsweise schafft die Gedanken davon wegzulenken.

Aus diesem Zustand bin ich damals in eine Depression abgerutscht bei der die körperlichen Auswirkungen dauerhaft waren. D.h. ich hatte irgendwann rund um die Uhr schmerzen.
Dass man keine körperlichen Ursachen finden konnte hat mich einerseits beruhigt, immerhin war das ja eine meiner Hauptsorgen, dass ich evtl. tatsächlich ernsthaft erkrankt bin.
Anderseits hat genau das mich auch weiter verunsichert: die Schmerzen waren ja real, die habe ich ja empfunden. Und die Ungewissheit woher sie nun kommen hat es mir nie ganz genommen, vielleicht habe ich eine Krankheit die alle übersehen haben?

Aus dieser Depression bin ich letztlich nur mit Hilfe von Antidepressiva rausgekommen, danach ging es mir lange Zeit wirklich sehr gut.
Im letzten Jahr sind dann wieder die Panikattacken zurückgekommen, aber als absolute Ausnahmen. Ich hatte zwei Stück im Zeitraum von mehreren Monaten.
Aber in letzter Zeit ging es mir psychisch wieder schlechter, ich hatte und habe ein schweres Gemüt. Und die Panikattacken sind wiedergekommen. Und dummerweise mit Corona auch die Hypochondrie, also die Angst ernsthaft (=tödlich) erkrankt zu sein.

Für mich ist es derzeit extrem schwer damit einen gesunden Umgang zu finden. Das Schlimme ist halt, dass die Symptome meiner Angst- und Panikattacken so ähnlich sind zu denen von Corona.
Gerade die Atemnot ist etwas, dass mir Angst macht.

Gerade heute habe ich zudem erfahren, dass mein Mitbewohner ein Verdachtsfall ist, weil sein Hausarzt infiziert ist und er da noch am Donnerstag war. Das heißt, er ist ab jetzt in häuslicher Quarantäne, sollte er Corona haben wird es in unserer Wohnsituation quasi unausweichlich sein, dass ich es auch bekomme.

Wie gesagt, wie ich damit gerade umgehen soll ist für mich mehr als herausfordernd.
Ich habe festgestellt, dass es mir gut tut mich mit dem Thema Corona nur tagsüber zu beschäftigen und ab Sonnenuntergang jegliche Medien zu meiden, in denen ich damit konfrontiert werden könnte.
Aber, das wird mich in den nächsten Tagen und Wochen weiter begleiten und es hilft vielleicht auch mir nochmal bewusst zu machen, dass ich mit diesen oder ähnlichen Ängsten nicht alleine bin.
 
Nein, alleine bist du damit ganz sicher nicht.
Wünschte, ich könnte jetzt was aufmunterndes sagen, aber so recht will mir das nicht gelingen.
Sehe es höchstens so, du bist jung und Corona wird dir körperlich ganz bestimmt nichts anhaben können. :-)
 
@Mingo verflucht das ist echt übel.
Ich habe gerade das "Glück" (?) alleine zu wohnen. Ich bilde mir dazu auch noch ein, es dadurch vielleicht etwas besser im Griff zu haben (sich damit anzustecken oder nicht). Das was du beschreibst wäre auch meine größte Sorge (nein ich habe richtig Schiss davor), völlig egal wie milde (nach aller Wahrscheinlichkeit) der Verlauf bei mir sein wird. Ich denke es würde bei mir wieder die selben starken Panikattacken auslösen die ich von vor Jahren kenne (Sowas wünsche ich niemanden). Das kann sich keiner ausmalen, der das nicht selbst mal erlebt hat. Und ich hoffe meine bildliche Beschreibung der Symptome haben dich nicht noch zusätzlich nervös gemacht.

Bist du gerade in einer Beziehung?
Mir hilft der Gedanke im Notfall mich an meine Partnerin anzukuscheln (zu ihr zu gehen).
Jemanden zu haben der neben mir im Bett liegt und intensiv auf mich acht gibt.

Sind deine Mitbewohner im Notfall ne gute Hilfe?
Wissen die von deiner Störung? Können die dich im Notfall beruhigen?


Ich hab damals von meinem Arzt Beruhigende/Sedierende Notfall Medikamente bekommen (die haben im Notfall nach 30 Minuten gewirkt, zusätzlich zu dem Antidepressiva den ich zu mir nehme). Kannst du dich da bei deinem Arzt schlau machen?

Edit: Ab einem gewissen Level ist es auch unheimlich schwer sich selbst in so einem Fall zu beruhigen. Ich war damals tatsächlich mal wegen einer längeren Panikattcke in der Notfall-Aufnahme. Dort wurde mir gesagt, dass solche Panikattacken meist nur 30 Minuten - 1 Stunde anhalten. *hehe...* :( da war ich wohl mit meinen 4 Stunden ne tolle Ausnahme am Tag.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich 'oute' mich auch mal mit einem ähnlichen Krankheitsbild.
Ich hatte eine Zeit in meinem Leben, in dem ich mit solchen sich körperlich geäußerten Panikattacken auf einer regelmäßigen Basis zu tun hatte. Bei mir war es damals auch so, dass sich die besonders Abends aufgebaut haben und darin geendet sind, dass ich nicht einschlafen konnte weil ich immer größere Atemnot und Herzstechen bekommen habe. Ich war mehrmals kurz davor den Notarzt zu rufen weil ich jederzeit mit dem Moment rechnete, dass ich keine Luft mehr kriege oder mein Herz stehenbleibt.
Am nächsten Morgen sah die Welt dann immer ganz anders aus, weil ich tatsächlich erleichtert war die Nacht 'überlebt' zu haben und mir sagen konnte, dass es offensichtlich ja doch nicht so schlimm um mich steht.
Aber am Abend ging das Spiel dann wieder von vorne los. So ein Kreislauf ist so ermüdend und auslaugend: Nachts wach liegen und darum zu fürchten sterben zu müssen und tagsüber gerädert zu sein, Hoffnung zu schöpfen aber auch Angst davor haben, ob es diesen Abend wohl wieder so sein wird oder man es ausnahmsweise schafft die Gedanken davon wegzulenken.

Aus diesem Zustand bin ich damals in eine Depression abgerutscht bei der die körperlichen Auswirkungen dauerhaft waren. D.h. ich hatte irgendwann rund um die Uhr schmerzen.
Dass man keine körperlichen Ursachen finden konnte hat mich einerseits beruhigt, immerhin war das ja eine meiner Hauptsorgen, dass ich evtl. tatsächlich ernsthaft erkrankt bin.
Anderseits hat genau das mich auch weiter verunsichert: die Schmerzen waren ja real, die habe ich ja empfunden. Und die Ungewissheit woher sie nun kommen hat es mir nie ganz genommen, vielleicht habe ich eine Krankheit die alle übersehen haben?

Aus dieser Depression bin ich letztlich nur mit Hilfe von Antidepressiva rausgekommen, danach ging es mir lange Zeit wirklich sehr gut.
Im letzten Jahr sind dann wieder die Panikattacken zurückgekommen, aber als absolute Ausnahmen. Ich hatte zwei Stück im Zeitraum von mehreren Monaten.
Aber in letzter Zeit ging es mir psychisch wieder schlechter, ich hatte und habe ein schweres Gemüt. Und die Panikattacken sind wiedergekommen. Und dummerweise mit Corona auch die Hypochondrie, also die Angst ernsthaft (=tödlich) erkrankt zu sein.

Für mich ist es derzeit extrem schwer damit einen gesunden Umgang zu finden. Das Schlimme ist halt, dass die Symptome meiner Angst- und Panikattacken so ähnlich sind zu denen von Corona.
Gerade die Atemnot ist etwas, dass mir Angst macht.

Gerade heute habe ich zudem erfahren, dass mein Mitbewohner ein Verdachtsfall ist, weil sein Hausarzt infiziert ist und er da noch am Donnerstag war. Das heißt, er ist ab jetzt in häuslicher Quarantäne, sollte er Corona haben wird es in unserer Wohnsituation quasi unausweichlich sein, dass ich es auch bekomme.

Wie gesagt, wie ich damit gerade umgehen soll ist für mich mehr als herausfordernd.
Ich habe festgestellt, dass es mir gut tut mich mit dem Thema Corona nur tagsüber zu beschäftigen und ab Sonnenuntergang jegliche Medien zu meiden, in denen ich damit konfrontiert werden könnte.
Aber, das wird mich in den nächsten Tagen und Wochen weiter begleiten und es hilft vielleicht auch mir nochmal bewusst zu machen, dass ich mit diesen oder ähnlichen Ängsten nicht alleine bin.

ich kann mich da nicht rein versetzen aber hilft es nicht zu wissen dass zum Einen die Atemnot bei Corona nicht plötzlich kommt (wie bei einer Panikattacke) und dass du in deinem Alter als körperlich gesunder Mensch nichts zu befürchten hast?
 
ich kann mich da nicht rein versetzen aber hilft es nicht zu wissen dass zum Einen die Atemnot bei Corona nicht plötzlich kommt (wie bei einer Panikattacke) und dass du in deinem Alter als körperlich gesunder Mensch nichts zu befürchten hast?

nun ja, nur sehr bedingt.
Ist halt ne irrationale Angst (Panikattacke), die dich echt glauben lässt zu ersticken oder den Herztod zu erleiden.
Es fühlt sich halt so unglaublich echt an, das irgendwie runter zu reden (während man Atemnot und den Herztod erlebt) ist sau schwer.
 
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