Naja kommt immer darauf an: Ich sehe genug positives bei einem Street-Day.
Die Publisher wollen so das Risiko minimieren, dass das Spiel eine Woche vorher im Internet landet, dort kopiert wird und ihnen dann möglicherweise Verkaufseinheiten verloren gehen. Bei besonderen Hype-Titeln kann ich mir schon vorstellen, dass die sich auch 1-2 Mio weniger verkaufen, wenn sie vorher im Netz zu finden sind. Und selbst wenn es nur 1 Mio Einheiten sind, ist das eine Menge Schotter. Bei Spielen, die in den Reviews umstritten sind, oder für die vorher kein Platz gekauft wurde kann so ein festes Releasedate/Streetday auch Vorteile haben, weil man vielleicht mehr Kunden gewinnt. Oder täuscht. Je nachdem. Zudem hängen auch solche Dinge wie Lösungsbücher davon ab, ob zum Releasetag das Walkthrough schon im Netz ist oder nicht.
Die Händler, und damit meine ich die größeren, können alle ihre Läden gleichzeitig beliefern und jedem Kunden die Möglichkeit eines gleichzeitigen Erwerbs bieten. Das ist natürlich auch besser für deren Gewinnspanne. Die kleinen Händler profitieren am wenigsten davon, deshalb brechen sie ihn auch dauernd.
Der Spieler haben keinen Nachteil davon, wenn alle das Spiel zum gleichen Zeitpunkt zocken. Keiner verlangt hohe Preise, wenn alle Zugang zum Spiel haben. Es wird nichts gespoilert, alles schön. Ich habe bei Tomb Raider das Spiel schon durchgezockt, bevor es überhaupt frei verkäuflich war, weil mein Händler es auch früher rausgegeben haben. Nämlich an einem Freitag, und der Release war erst am Dienstag. Aber man darf halt seinen eigenen Vorteil nicht zu kurzsichtig betrachten. Einen Streetday können halt immer nur einige wenige brechen, die sich daran bereichern. Entweder emotional oder finanziell. Der Rest der Gamer hat davon gar nichts.
Von daher verstehe ich schon, dass Rockstar versucht den Streetday einzuhalten, so gut es ihnen möglich ist. Den Endkunden, der das Spiel früher kauft, können sie nicht bestrafen, also bleibt nur der Verkäufer übrig.