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Unheilbar krank

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

HeyHo und danke für's teilen @Nimble :)! Das mit der Spiritualität gefällt mir, bleib da dran denn sie ist echt unheimlich komplex.
Bin da schon seit ein paar Jahren sehr interessiert.
2021 bin ich sogar zu einem Lama gereist und habe offiziell Zuflucht genommen (vergleichbar mit einer Taufe).
Meditation ist zu einem festen Bestandteil geworden.
 
@Nimble @Mingo Ich wünsche euch beiden, alles Glück der Welt das ihr diese drecks Erkrankungen halbwegs im Griff bekommt bzw. wenn auch mit Hilfe, was natürlich keine Schande ist, was ich mir auch wieder öfter sagen muss aber dazu später mehr.

Ein intaktes Soziales Umfeld scheint ihr ja beide (glücklicherweise) zu haben. Das ist sehr wichtig :)
Da du (@Nimble) ja eh die wie ich finde gute Idee hattest deinen Schmerz zu einen allgemeinen Thread umzuwandeln, werde ich davon mal gebraucht machen.

Bei mir ist es bis jetzt kein Physisches Problem sondern ein Psychisches: schwere Depressionen + Angststörung seitdem ich 20 bin (dieses Jahr 10-Jähriges yeah) wobei ich im Nachhinein sagen muss das ich die wohl schon seit meiner Kindheit habe und nicht das beste Selbstbewusstsein hatte.
Parallel hatte ich Anfang 20 Freunde die nicht gut für mich waren, oft Drogen wie Kokain,MDMA genommen und die Schule geschwänzt (hatte das 1x mal versucht mein Fachoberschulreife nachzuholen, was erst vor 2 Jahren schlussendlich geklappt hat.) und ich hab mich von denen mitziehen lassen und hatte dementsprechend ein schönen 5er Schnitt bzw. wäre dann geflogen wenn ich nicht Freiwillig gegangen wäre.

Irgendwann habe diese Freunde zwar entledigt, der Schaden war aber mehr oder weniger schon damals mit 22-23 angerichtet und ist seitdem nicht wirklich besser geworden, damals waren es aber „nur“ leichte Depressionen und wenn ich ein eine Psychotherapie gehabt hätte, hätte sich mein Parasit im Kopf nicht so dermaßen ausgebreitet.

2017 hatte ich dann eine Ausbildung angefangen bzw. war das so eine von ich zwar einen Betrieb hatte allerdings mein Gehalt vom Amt bekommen habe (viel weniger als die anderen natürlich), wurde allerdings dann gefeuert (ich hatte mich oft mit anderen verglichen, selbst ausgelernten und habe viel zu große Ansprüche an mich selbst, die ich eh nicht erfüllen kann jedenfalls bin ich aufgrund dessen nicht hingegangen bzw. halt Krankgeschrieben) kurz vor Heiligabend und man hat es mir nicht persönlich ins Gesicht gesagt sondern mir wurdes es von meiner "Betreuerin" beim Amt mitgeteilt und ab dort hatte ich das erste mal Suizidgedanken und bin das erste mal in der Psychiatrie gelandet (nicht das letzte mal).

Juni 2018 hatte ich dann meinen Negativen Höhepunkt: Ich hatte versucht mir via Tabletten das Leben zu nehmen und nur Aufgrund dessen das ich selbst um mich Umzubringen ja "zu blöd" war bzw. mich nicht Informiert habe wie man das mit Tabletten am besten macht oder wie viel man braucht, und ich jetzt nicht unbedingt wollte das meine Eltern mit zerfetzten Armen finden. Männer nutzen ja in der Regel brutalere/ effektiver Methoden.

Ich dachte an jenem Tag ich tue der Welt einen gefallen wenn ich mich selbst von der Welt entferne, meinen Eltern und ja auch der Gesellschaft weil ich einfach zu nix zu gebrauchen bin, und vielleicht wird ja genau in dem Moment ein Kind was einfach mehr aus seinem Leben macht.

Und so zogen die Jahre ins Land ich habe jetzt wie gesagt meinen FOR Abschluss nur ist der für mich absolut nutzlos, klar ist schön für mein Ego das ich zumindest ein bisschen was kann, und tingel quasi von einer Maßnahme in die nächste, Psychische Reha war zwischendurch mal dabei aber hat alles keinen Effekt gehabt.

Über Beziehungen o.ä. brauche ich gar nicht Erst angefangen bzw. hab direkt die Finger davon gelassen ich meine wer würde so jemanden wollen? Allerdings muss ich gestehen wenn du auf Instagram viele deiner ehemaligen Freunde/Bekannten siehst die Kinder haben, gefühlt 2x im Jahr in den Urlaub fahren und du selbst im Leben voll versagt hast fühlt sich das echt nicht geil an..

Zumal man es mit einer Psychischen Krankheit ohne schwer in der Gesellschaft hat weil man es dir nicht ansieht zumindest dann wenn man wie ich die sogenannte Depressionen Maske auf habe, und so tue als wäre alles super. Als Kind habe ich mir diese Sprüche wie: Echte Jungs weinen nicht oder sollten es nicht, ein Indianer kennt kein Schmerz. etc. zu Herzen genommen und habe die Jahre immer mehr einen Panzer aufgebaut und bestimmt 10-15 Jahre nicht mehr geweint, also zumindest vor anderen. Wenn ich mich Sicher und Alleine fühle dann funktioniert das noch, immerhin.

Ich merke ich könnte hier noch 10 Seiten schreiben aber gut das führt ja auch zu nichts.

Ich werde ab nächste Woche versuchen mal in der Tagesklinik einen Ersttermin zu bekommen, und hoffentlich hilft mir das mal wieder etwas Struktur zu bekommen, meinte auch meine Psychologin das dass ganz Sinnvoll wäre. Sonst werde ich das wohl mit der Psychotherapie wohl nie hinbekommen.

Naja ich wünschen ich noch einen schönen Rest Sonntag, und ich hoffe man konnte meine Gedankengänge halbwegs nachvollziehen und bleibt bitte Gesund :D :)

Sanchiii / Pascal

Ich hoffe das sich mal in den nächsten Tagen/ Wochen endlich was ergibt in Sachen Tagesklinik, Ende April hatte ich mein Vorstellungsgespräch aber seitdem nichts mehr gehört :( ich hab echt kein Bock mehr auf diese drecks Erkrankung..

Wie geht es euch @Nimble @Mingo @mushaaleste, habt ihr was Positives zu berichten? :) #StayStrong
 
Ich hoffe das sich mal in den nächsten Tagen/ Wochen endlich was ergibt in Sachen Tagesklinik, Ende April hatte ich mein Vorstellungsgespräch aber seitdem nichts mehr gehört :( ich hab echt kein Bock mehr auf diese drecks Erkrankung..

Wie geht es euch @Nimble @Mingo @mushaaleste, habt ihr was Positives zu berichten? :) #StayStrong
Tagesklinik wegen was nochmal? War was psychisches, oder? Habe auch stationär und Tagesklinik hinter mir. Hat mir damals vermutlich den Arsch gerettet.

Wegen der MS kann ich die Tage gerne mal ein Update geben.
 
Tagesklinik wegen was nochmal? War was psychisches, oder? Habe auch stationär und Tagesklinik hinter mir. Hat mir damals vermutlich den Arsch gerettet.

Wegen der MS kann ich die Tage gerne mal ein Update geben.

Genau wegen mittel bis Schweren Depressionen, ich hoffe das kann ich dann eines Tages auch Sagen.

Ja mach das gerne! Du hast ja schießlich diesen Thread ins Leben gerufen, vielleicht hilft es ja den ein oder anderen, auch den die Leute die sich nicht „öffentlich“ äußern. Nach wie vor eine gute Idee by the Way.
 
hast du jmd. der das in die Hand nehmen kann? Imo muss man da nerven und zwar richtig nerven bis man da was bekommt und das kann halt idR nur jmd. der auch die Kraft dazu hat. Wenn ja, wenn dich bitte an diese Person.
 
hast du jmd. der das in die Hand nehmen kann? Imo muss man da nerven und zwar richtig nerven bis man da was bekommt und das kann halt idR nur jmd. der auch die Kraft dazu hat. Wenn ja, wenn dich bitte an diese Person.

Ich sag mal so ist nicht so „gern gesehen“, also wenn das andere machen. Genauso wie Anfang Januar sollte ich mich selber melde, musst mich selber melden, auch wenn mein ehemaliger Betreuer da für mich angerufen hat. Was ich einerseits zwar verstehen kann aber ist halt blöd wenn du gerade nicht die Kraft aufbringen kannst.

Werde mir das 1-2 Wochen noch angucken und wenn sich dann nichts ergeben hat, mich versuchen aufzuraffen.

Aber danke dir trotzdem :)
 
Genau wegen mittel bis Schweren Depressionen, ich hoffe das kann ich dann eines Tages auch Sagen.

Ja mach das gerne! Du hast ja schießlich diesen Thread ins Leben gerufen, vielleicht hilft es ja den ein oder anderen, auch den die Leute die sich nicht „öffentlich“ äußern. Nach wie vor eine gute Idee by the Way.
Hast du bereits Erfahrungen mit Therapie? Nimmst du Medikamente?
 
Hast du bereits Erfahrungen mit Therapie? Nimmst du Medikamente?

Ja nehm ich Buprion im Moment.

Und Therapie, ich sag mal „jein“ klar durch Reha, Klinik hatte man kurzfristig immer Gespräche und ich hätte letztes Jahr auch ne Therapie machen können bzw. liegt die auf Eis weil mir die Kraft fehlt.

Das Ding ist halt das die etwa 1 Stunde von meinem Heimatort entfernt liegt und ich das aktuell nicht schaffe, deshalb wäre die Tagesklinik ganz gut, um mich dementsprechend wieder aufzubauen, auch Beruflich gesehen, das sich irgendwas ergibt sei es erstmal nur Praktikum etc.

Aber wie ich schon mal gesagt habe, man sieht an den langen Wartezeiten, das viele Menschen bedarf haben, auch wenn man das auf den ersten Blick nicht sieht.
 
Aber wie ich schon mal gesagt habe, man sieht an den langen Wartezeiten, das viele Menschen bedarf haben, auch wenn man das auf den ersten Blick nicht sieht.
Ja, das ist wirklich ein großes Problem. Als ich damals nach nem halben Jahr Klinik wieder draußen war, sollte ich auch möglichst nahtlos eine Therapie machen. Wartezeit auf einen freien Platz mehrere Monate... Echt toll bei Depressionen...
Vermutlich gibt's da auch noch Unterschiede je nach Region.
 
Ich hoffe das sich mal in den nächsten Tagen/ Wochen endlich was ergibt in Sachen Tagesklinik, Ende April hatte ich mein Vorstellungsgespräch aber seitdem nichts mehr gehört :( ich hab echt kein Bock mehr auf diese drecks Erkrankung..

Wie geht es euch @Nimble @Mingo @mushaaleste, habt ihr was Positives zu berichten? :) #StayStrong
Danke der Nachfrage, wollte schon mal wieder was schreiben aber war zuviel los/Streß.

Ich hatte seit Ende letzten Jahres meine Reha beantragt. Nach langem Hin- und Her wegen der Wunschklinik hab ich dann endlich meinen Termin in einer Wunschklinik bekommen. Mitte April bin ich dann für 4 Wochen in der Reha im Schwarzwald. Zuvor musste ich einiges vorbereiten und auch am Haus machen. Das hat mich ziemlich ausgelaugt und fertig gemacht, bin da mehrmals über meine Grenzen gegangen. Ich hatte zwar keine gigantischen Hoffnungen an die Reha aber mir zumindest mal 4 Wochen Ruhe versprochen.

Das war leider nicht so. Positiv war, dass alle Ärzte und auch Pflegepersonal mit der Krankheit umgehen konnten und sehr hilfsbereit war. Man wurde zu nichts gezwungen, Pacing, Ausruhen ging immer vor. Sofortiger Abbruch von Maßnahmen, wenn man Probleme bekam. Doch das Programm war natürlich recht viel und man wollte ja auch mitmachen, sodass ich doch öfter nachmittags sehr platt auf dem (schönen und großen) Einzelzimmer war und einfach nur lag. Das ging nicht nur mir so, sondern allen Post Covid Patienten.

Für mich und 1-2 andere gab es auch nichts wirklich Neues im Umgang mit der Krankheit. Der Oberarzt hat beim Initalgespräch mich schon als "mündigen Patienten" benannt und postuliert, dass für mich hier vermutlich nichts Neues da sein wird. Heilung oder eine echte Therapie gibt es derzeit nicht, das wurde auch ehrlich wiedergegeben. Lediglich Linderung und Ausprobieren (was einem guttut). Ich hätte gern ein bisschen mehr Wellness gehabt, aber das gab es nicht im Reha-Programm.

Die Gegend war halt sehr schön und ich bin privat an den Wochenenden immer in eine Luxustherme mit anschließendem Restaurantbesuch abgetaucht, um das etwas auszugleichen. Ebenfalls, da ich nicht immer nur auf den Bildschirm starren wollte (hatte auch mein Steamdeck dabei) habe ich mir dann etwas Lego besorgt, gegen die Langeweile.

Was aber gut war und auch ganz gut getan hat, war der Ausgleich mit anderen. Zu sehen, dass man nicht allein ist, hilft sehr. Anderen wertvolle Tipps zu geben, hat auch gut getan, auch wenn die Gespräche oftmals recht anstrengend waren. Das ging aber auch anders so. Ich war halt der Einzige in der Gruppe, der noch arbeitet, alle sonst waren schon, teils sehr lange, krankgeschrieben. Im Austausch hab ich dann noch den ein oder anderen Tipp bekommen. Bei der Erkrankung (und das haben wir auch bemängelt) kommt das meiste Hilfreiche eben von den Erkrankten selbst und weniger von Ärzten. Einigen Therapeuten haben wir zumindest die Welt der Post-Covid-Erkrankung erhellt.

Was übel war, ist, dass der Oberarzt erzählt hat, dass sie mittlerweile gar nicht mehr wissen, wo sie die Post-Covid-Patienten noch unterbringen sollen. Sie haben in der Neurologie bereits quasi mehrere Abteilungen auf den Stockwerken verdrängt. Es kamen auch Woche für Woche neue Patienten, nicht wenige "frische" dabei, die gar nichts über die Krankheit wussten. Ein junges Mädel tat mir besonders leid. Die fragte die Ärztin in einem Gruppentermin nach der Heilung oder Medikamente und bekam als Antwort "gibt es leider bisher nicht" - das Gesicht von ihr war eine sehr heftige Reaktion. Ich habe sie danach dann zur Seite genommen und mal ein wenig Tipps gegeben, aber sie war sichtlich geschockt.

Nun ja, jetzt bin ich seit Mitte Mai wieder zurück und arbeite auch wieder. Als Tipp hab ich mir erst einmal ein Walkingpad angeschafft, da damit ein präzises "Spaziergeh" Training möglich ist. Klingt erst mal doof aber ich muss mit einer Trainingsuhr meinen Puls in der aeroben Zone halten, Dann bilden sich Mitochondrien, die vermutlich stark in der Unterzahl oder beschädigt sind (macht das Virus, ist eine relativ neue Studie über die Wirkungsweise von ME/CFS und Post Covid). Wenn man draußen frei spazieren geht und aus der Zone rauskommt, muss man ggf. noch weiter laufen, um nach Hause zu kommen, daher der Tipp, das eben mit einem Laufband zu versuchen. Es dauert lange, aber ggf. kann ich damit meine Mitochondrien wieder aufbauen.

Als weitere Therapie nutze ich gerade Nikotinpflaster in einer niedrigen Dosis. Auch das basiert auf einer Studie, die gerade mal 3 Monate alt ist. Hintergrund ist, dass das Spike-Protein des Virus sich an den Zellen anhaftet und diese blockiert. Die Zelle kann dann nicht mehr kommunizieren und stirbt ggf. sogar. Das Spike-Protein wirkt wie ein Stöpsel. Nikotin löst das Spike-Protein von der Zelle und setzt sich selbst darauf, stöpselt aber nicht zu. Die Zelle kann wieder arbeiten. Einige sind dadurch sogar fast vollständig genesen. Die Theorie dazu, kam schon vor über einem Jahr auf aus Selbstversuchen.

Das schlägt relativ gut an und dämpft negative Symptome, meine Energie ist aber weiterhin ziemlich low. Klar, beschädigte oder zerstörte Zellen müssen erst einmal langsam vom Körper wieder aufgebaut werden.

Es gibt noch ein weiteres Medikament, das gegen die Nervenschmerzen helfen soll, aber ich mache jetzt zunächst Nikotintherapie und das Laufen.

Heute habe ich wieder einen Migräneanfall. War gestern mit meiner Frau Essen und habe mich mit Bekannten getroffen, das ist hier die "Strafe" dafür.

Ich gebe halt nicht auf und hoffe, dass mit der neuen Studie über den Wirkungsmechanismus evtl. auch ein Medikament entsteht, das gibt es auch schon, muss aber erst durch die klinischen Studien, was hierzulande Jahre dauern kann. Wenn es interessiert, hier:

https://www.fatigatio.de/fileadmin/...ng_Vortrag_Prof._Klaus_Wirth_Fulda_092024.pdf

https://biovora.com/blogs/news/revo...rt-up-entwickelt-vielversprechenden-wirkstoff
 
Ich hoffe das sich mal in den nächsten Tagen/ Wochen endlich was ergibt in Sachen Tagesklinik, Ende April hatte ich mein Vorstellungsgespräch aber seitdem nichts mehr gehört :( ich hab echt kein Bock mehr auf diese drecks Erkrankung..

Wie geht es euch @Nimble @Mingo @mushaaleste, habt ihr was Positives zu berichten? :) #StayStrong
Da gefragt wurde und es schon ein paar Tage her ist, folgt hier ein kleines Update.

Aktuell bin ich so ziemlich von fast allem genervt. Ich hätte nie gedacht, was als chronisch kranker auf einen zukommt. Der Papierkram sucht seinesgleichen. Neulich habe ich für den Reha Antrag und den Gesundheitsbogen vom Jobcenter am Ende 70 Seiten gehabt! 70!
Dazu permanent Termine hier und da. Das kann schon ganz schön anstrengend sein.

Gesundheitlich haben meine Partnerin und ich beide das Gefühl, dass die MS weiter voran schreitet. Leider weiß man natürlich nicht, wie es ohne Therapie wäre. Keine Ahnung ob ich zu den 20% gehöre wo der Verlauf dadurch positiv beeinflusst wird. Mein Neurologe meinte auch, dass Männer in dem Alter leider eher schlechte Prognosen haben.

Das ganze macht sich mittlerweile auch psychisch bemerkbar.

Das sind zig Sachen die sich summieren. Es geht jetzt gerade mal ein halbes Jahr lang so und ich hab schon die Schnauze voll davon. Die Gehstrecke nimmt permanent deutlich ab. Schmerzen und Einschränkungen nehmen zu. Gibt Tage, da will ich einfach nicht mehr. Ständig Termine, obwohl immer wieder alles weh tut. Und man kann halt nicht viel machen. Dieses Wissen, dass es jetzt halt einfach so ist und bleibt... Ganz schwer zu akzeptieren.

Ja, und dadurch staut sich Wut auf. Daraus entsteht Streit, was ich natürlich nicht will. Ich bin so unzufrieden. Man kann kaum noch was machen und fühlt sich isoliert. Geht vielen Betroffenen so. Was ich in MS Foren lese, deckt sich komplett mit meinem Erleben. MS took everything from me bringt es auf den Punkt.

Ich schaue nur noch Serien wie irre. Mittlerweile schaffe ich eine Staffel pro Tag wenn nichts ansteht. Am Wochenende The Bear und Squid Game geguckt.

Brauche dringend einen Therapeuten der in der Nähe ist. Dadurch dass die MS mittlerweile jeden Aspekt des Alltags beeinflusst, zerfickt es auch den Kopf und die Gedanken. Ich denke mir oft "ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr" ohne suizidal zu sein. Ich will einfach diese Scheiße nicht mehr. Mir fehlt meine Arbeit bei den Konzerten. Stattdessen ist man nur noch zu Hause und mittlerweile fällt mir echt die Decke auf den Kopf. Dadurch, dass meine Partnerin auch den ganzen Tag lang zu Hause ist, muss man echt aufpassen sich nicht zu sehr auf den Sack zu gehen.

Und nun geben mir die sommerlichen Temperaturen den Rest:
"Als Uhthoff-Phänomen im weiteren Sinne wird auch die vorübergehende Verschlechterung neurologischer MS-Symptome bei einer Erhöhung der Körpertemperatur (z. B. bei Fieber, heißen Bädern oder in der Sauna) bezeichnet. Betroffen sind mehr als 80 % der an MS Erkrankten."

Naja... Aber irgendwie muss es ja weitergehen. Aufgrund der Verschlechterungen habe ich nun einen Entschluss gefasst. Ich fange mit Sport an. Ich habe mich frisch in einem Fitnessstudio angemeldet. Aus mehreren Gründen. Hauptgrund ist meine körperliche Verfassung. Dadurch, dass ich kaum noch raus komme, baue ich deutlich ab. Und dagegen möchte ich etwas machen. Ich möchte simple Dinge wie die Fähigkeit zu gehen / Gleichgewicht so gut es geht erhalten. Ich habe zwei Bandscheibenvorfälle, darum möchte ich die Rückenmuskulatur stärken. Und ein weiterer positiver Nebeneffekt vom Sport wäre die Tatsache, dass man etwas nur für sich hat. Dass ich jederzeit wo hin kann, wenn mir die Decke auf den Kopf fällt.

Soviel erstmal zu dem aktuellen Stand der Dinge. Ich hoffe ich habe nichts vergessen. Fragen beantworte ich sehr gerne.
 
Tut mir wirklich leid für euch Keule. Ohne das als Vergleich zu nehmen, ich kenne dieses "ich kann und will nicht mehr" Gefühl als ich ein halbes Jahr mit Bandscheibe zu Hause gelegen hab. Soll natürlich wie gesagt nicht relativieren was du durch machst aber wie gesagt, ich kann dich verstehen. Und auch wenn's lapidar klingt aber bleibt dran und zieh das mit dem Sport und Therapie durch. Vllt wird es ja besser und du bekommst Lebensqualität zurück. Mehr kann ich leider nicht sagen außer wenn du reden willst, du hast meine Nummer. Tag und Nacht wenn du willst
 
@Nimble

Was sind denn deine Ziele für die Zukunft? ALG II und den ganzen Tag Serien bingen kann doch nicht der Anspruch sein? Ich kann verstehen, dass Gesundheit vor geht und Dich MS einschränkt, aber willst du wirklich nie wieder arbeiten? Für mich hat das Jahr 22 einen extrem gesundheitlichen Einschnitt gebracht und dadurch hab ich immer noch mit Einschränkungen kämpfen, die mich bis an mein Lebensende begleiten werden. Doch ich habe mich wieder zurück gekämpft und stehe wieder voll im Berufsleben.

Bist du wenigstens mittlerweile meinem Rat gefolgt und bist Mitglied in einem Sozialverband geworden? Die würden Dir vieles abnehmen und dich extrem unterstützen.
 
Man kann schlecht von sich auf andere schließen, weil Krankheiten nicht bei jedem gleich verlaufen. Jeder empfindet eine Krankheit auch anders. Mit seinem Vorhaben, mit Sport anzufangen, ist er schon mal auf dem richtigen Weg. Wichtig ist, dass man auf den eigenen Körper hört und sich nicht von Außenstehenden unter Druck setzen lässt. Gerade bei Erkrankungen wie MS kommt es darauf an, die Lebensqualität zu erhalten und individuell passende Wege im Umgang mit der Krankheit zu finden.
 
Besser hätte man es nicht sagen können. Wenn man nicht in der krassen Situation ist kann man glaube ich auch wenig nachvollziehen wenn einem die Schmerzen und Situation einfach frustrieren und resignieren lassen. Wie gesagt ich hatte das leider auch, dieses Scheiss Gefühl dass man hat wenn's einfach vorbei sein soll mit den Schmerzen und man sich ungerecht behandelt fühlt. Noch schlimmer ist es ja wenn du wie er Kinder hast die das auch mit verarbeiten müssen und du trotzdem für sie ein guter Vater sein willst. Ich stelle mir das unglaublich schwer vor und hab da den größten Respekt für ihn dass er trotzdem nicht aufgibt
 
Besser hätte man es nicht sagen können. Wenn man nicht in der krassen Situation ist kann man glaube ich auch wenig nachvollziehen wenn einem die Schmerzen und Situation einfach frustrieren und resignieren lassen. Wie gesagt ich hatte das leider auch, dieses Scheiss Gefühl dass man hat wenn's einfach vorbei sein soll mit den Schmerzen und man sich ungerecht behandelt fühlt. Noch schlimmer ist es ja wenn du wie er Kinder hast die das auch mit verarbeiten müssen und du trotzdem für sie ein guter Vater sein willst. Ich stelle mir das unglaublich schwer vor und hab da den größten Respekt für ihn dass er trotzdem nicht aufgibt


Genauso wenig kennst du meine gesundheitliche Situation. Wenn's jemanden interessiert, kann ich gerne heute Abend Mal schreiben, wie sich für mich das Jahr 2022 gestaltet hat. Ich kann sehr wohl seine Situation nachvollziehen. In vielen Dingen war das noch "krasser", wie Du so schön schreibst.
 
Genauso wenig kennst du meine gesundheitliche Situation. Wenn's jemanden interessiert, kann ich gerne heute Abend Mal schreiben, wie sich für mich das Jahr 2022 gestaltet hat. Ich kann sehr wohl seine Situation nachvollziehen. In vielen Dingen war das noch "krasser", wie Du so schön schreibst.
Ich hab doch nicht gesagt dass deine Situation weniger schlimm war oder? Wollte damit nur sagen dass man, auch wenn man solche Situationen durch gemacht hat wie du, ich und so viele andere, gerade dann Verständnis für seinen mentalen Zustand haben sollte. Zu sagen "lass dich nicht hängen und geh arbeiten" um es Mal platt und einfach zu sagen ist da schon recht.... Fragwürdig
 
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