Yzerman
Alle Konsolen sind grün
Tomb Raider kam vor über 2 Jahren auf der 360 und PS3 raus. Der Thread zum Spiel (eröffnet im Jahr 2009!) zeigt die ganze Bandbreite des KT-Hate bzw. Hypetrains: Zu Beginn wurde es wegen den Designentscheidungen verrissen, am Ende wurde von einem GOTY oder sogar Spiel der Generation gesprochen. Mich hat es zu Beginn nicht wirklich angesprochen. Wieso weiss ich eigentlich auch nicht mehr genau. Aber die TR-Spiele habe ich schon seit PSX-Zeiten immer erst ein paar Jahre nach Release gespielt.
Zum Spiel selber gibt es eigentlich nicht mehr all zu viel zu sagen. Nach dem guten Tomb Raider Legend, dem sehr guten Anniversary und dem mässigen Underworld, gab es ein Reboot der Serie. Die junge Lara ist auf dem Weg zu ihrer ersten Forschungsreise, um ein sagenumwobenes Königreich irgendwo in der japanischen See zu finden. Natürlich geht alles schief, das Schiff sinkt vor einer dunklen Insel und die Besatzung mitsamt Lara strandet. Natürlich sind auf der Insel nicht liebgesonnen Menschen zugegen und Lara muss ihre Kumpels aus den Klauen dieser „Insulaner“ befreien. Doch so einfach ist es dann doch nicht.
Das Gameplay fängt Tomb Raider typisch an: Man ist von Beginn an alleine unterwegs und hat Kontakt zu den anderen Überlebenden per Funk. Man klettert sich an der malerischen Küste zur ersten kleinen Hubwelt weiter. Auch dort gibt es (noch) keinen grossen Stilbruch: Mit dem gefundenen Bogen erlegt man zuerst einmal ein Reh. Kurze Zeit später kommen allerdings die ersten menschlichen Gegner und von da an wird deutlich mehr und intensiver geschossen, als in allen Vorgängern zusammen. Dies macht allerdings nichts, da das Gunplay sehr viel Laune macht. Vor allem, wenn man sich mit dem Bogen anschleichen und einen Feind nach dem anderen ausschalten kann. Auch ansonsten sind die Schiessereien abwechslungsreich und fordernd. Insgesamt fand ich den Spagat zwischen aufregenden Feuergefechten und den etwas ruhigeren Kletterpartien sowie Erkundungstouren mehr als nur ordentlich gelöst. Die Mischung stimmt.
Nach und nach wird das Waffen-Portfolio grösser und die Gefechte komplexer. Der Bodycount schiesst manchmal schon etwas in die Höhe. Bei diesem Punkt gab es von vielen Spielern Kritik. Lara wird zu Beginn, als ängstliches Mädchen gezeigt, welches sich zehnmal entschuldigt ein Reh erlegt zu haben, nur um dann ein paar Stunden Gegner im Dutzend zu erschiessen. Diese Diskrepanz störte mich aber nicht weiter. Ich fand es nicht mal unglaubwürdig. Wenn man sich schon ab solchen Sachen aufregt, sollte man sich auch Fragen, wieso sie plötzlich die beste Freeclimberin der Welt ist, warum es in den Schatztruhen der uralten Gräber Upgrades für die Waffen hat und wieso immer alles kaputt geht, wo die gute Lara den Fuss hinsetzt…
Kritik gibt es trotzdem: Die Grafik ist zwar ok, aber man merkt ihr die Herkunft deutlich an. Nichts wirklich tragisches, denn es gibt wichtigeres als 5325p & 250fps. Insgesamt erfüllt es den Zweck sehr gut und ist etwa auf der Höhe mit Halo 5.
Alles in allem ist es aber ein sehr gelungenes Actionspiel, in welchem die Shootouts mit den ab und an eingestreuten Denkaufgaben viel Spass machen. Mich überzeugte es jedenfalls genug, um die CE vom Sequel vorzubestellen.
8/10
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