Dow Jones
ASCEND TO ULTRA
Junge, Junge, Junge.......
was ich euch jetzt hier schildere ist weniger ein Review der klassischen Art, als vielmehr ein Erlebnisbericht. Denn ist kam dieses Jahr nicht oft vor, dass mich ein Spiel so sehr fasziniert hat. Ich habe das dieses Jahr mit Skyrim und Mass Effect 3 durchgezogen. Alle anderen Spiele habe ich zwar gerne gespielt, aber nicht mit diesem Suchtfaktor. Inzwischen bin ich sogar so weit und sage, dass "The Walking Dead" von "Telltale" mit den ganz großen dieses Business in einigen Aspekten durchaus mithalten kann und eine tolle Geschichte erzählt. Und das für nur aktuell um die 20€, die man für die 5 Episoden hinlegen muss.
Ein Adventure "klassischer" Prägung
Ich will mich gar nicht lange daran aufhalten euch in den Kontext des Spiels zu bringen. Wer "The Walking Dead" als Comic nicht kennt, der sollte sich zumindest mal in eine Ausgabe hineinlesen. Wichtig ist, dass es nicht darum geht, dass sich eine Gruppe von krassen Überhelden durch möglichst viele Zombies schnetzelt und am Ende die Welt rettet. The Walking Dead erzählt eine Geschichte von Überlebenden, mit gebeutelten Protagonisten, die einfach nur überleben wollen, ohne eine Chance die Apokalypse aufzuhalten (Zumindest Stand Sammelband 2). Und daran hat sich das Spiel angelehnt.
Ganz klar stehen die Figuren, Dialoge und Entscheidungen im Vordergrund. Es wird zwar auch im Rahmen von kleineren Spielmechaniken auf Zombies geschossen, aber das ist bei weitem nicht die Hauptaufgabe. Wer Zombies metzeln will, muss ein anderes Spiel spielen.
Story
Die Geschichte des Spiels ist unglaublich dicht und abwechslungsreich. Im Groben kann man schon sagen, dass jede Episode einen starken eigenständigen und abgeschlossenen Aspekt mit sich bringt, obwohl man das Spiel schon allein wegen der Entwicklung der Figuren und der größeren Bögen spielen muss. Das Spiel lässt einem auch keine Wahl, man MUSS einfach die anderen Episoden spielen, weil man, wie bei guten Büchern, einfach wissen will, wie es weiter geht. Ihr übernehmt die Figur Lee Everett, der mehr oder weniger zufällig auf eine Gruppe Überlebender trifft, die ganz klar erst als Klischee angelegt sind, aber ganz schnell recht viel Tiefe und Sympathie ausstrahlen. Kenny, der Südstaatler und seine Familie. Lilly und ihr Vater - Ex-Militär, die kleine Clementine, ein junges Mädchen, welches ihr aufgegabelt habt und viele weitere tolle Figuren, die der Gruppe zustoßen und sich wieder von ihr verabschieden.
Im großen und ganzen ist die Gruppe aber von der Idee getrieben der Zombie-Apokalypse zu entfliehen, und das auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Hier mag ich auch gar nicht zu viel verraten. Selber spielen.
Atmosphäre
Das hier ist das wahre Glanzstück des Spiels. Atmosphäre. Und wie viel davon wirklich auf den Spieler übergreift. Ich hatte die erste Episode gespielt und war so begeistert, dass ich gar nicht glaubte, dass dieses Spiel von Telltale ist. Hatte man bei B2TF noch arge Probleme ein paar Laufwege und poplige Rätsel mit dem Spielgeschehen zu verbinden, ist "The Walking Dead" eine ganz andere Liga. Hier macht man wirklich nichts umsonst und schon die blanke Verteilung von Schokoriegeln hat Einfluss auf die Charaktere und den Verlauf des Spiels. Das Spiel ist wie aus einem Guss, wie man so schön sagt und alle Elemente greifen ineinander. Die Dialoge, die Entscheidungen und auch das, was man als Spieler mit der Figur schlussendlich macht haben schon Kinoformat. Doch nicht nur die Figuren wachsen mit und passen sich an das Zombie-Setting an, indem sie a) anders Aussehen und b) mit der Zeit deutlich gestresster sind und c) ggf. einige Verluste einstecken müssen, nein auch die Umgebung wirkt authentisch. Verlassene und geplünderte Häuser, kaputte Autos, zerbrochene Scheiben und der Mythos des Leere stecken so tief im Spiel, dass es ein wahrer Genuss ist, auf diese Details zu achten. Das ist auch etwas, was den Comic, meiner Meinung nach, ganz stark auszeichnet. Die Details. Und davon gibt es, wie gesagt, nicht wenige.
Die Rätsel sind allesamt lösbar stellen keine große Herausforderung dar. Für Hardcore-Adventuristen ist das Spiel eindeutig zu einfach. Für welche, die ohne große Hindernisse einfach der Geschichte folgen wollen, aber genau richtig.
Grafik
Nun der Stil des Spiels ist wirklich Geschmackssache, Wer mit überzeichneter Comicgrafik nicht zurecht kommt, wird an diesem Spiel keinen Spaß haben, wer allerdings mit einem Comic zu begeistern ist, wird sich auch hier wohlfühlen, da viele Einstellungen geradewegs aus einem Comic stammen könnten. Allgemein sind die Figuren und die Umgebung mühevoll ausgeschmückt und niemand kommt zu kurz. Man merkt aber an einigen Texturen und Gegenstandsmodellen, dass Telltale eben keine 100Millionen Budget hat. Wer gerne Polygone zählt, und Effekte braucht, wird enttäuscht sein, denn davon hat "The Walking Dead" nicht viele. Trotzdem ist es ein hübsches, liebevolles Spiel, welches alle Reserven mobilisiert, um tolle Atmosphäre zu erzeugen. Und das mit Erfolg.
Technik und Steuerung
So kunstvoll und detailliert das Spiel auch sein mag, technisch gibt es einige Mängel. Vor allem die Steuerung macht mir manchmal zu schaffen. Wie in einem klassischen Adventure üblich kann man mehre Dinge mit einem Gesprächspartner machen. Ihn greifen, helfen, auf einen Gegenstand aufmerksam machen und so weiter. Und hier versagt das Spiel in einigen hektischen Abschnitten schlicht und ergreifend. Entweder kann man die gewünschte Option nicht schnell genug auswählen, so dass man ab und an abnippelt oder noch schlimmer, die falsche Entscheidung trifft, oder aber man findet den kleinen Spot, indem die Aktion überhaupt angezeigt wird, nicht schnell genug. Und auch drei Episoden später verklicke ich mich ab und an und werde zum Neuladen gezwungen. Man kann sich daran gewöhnen und es ist jetzt kein Dealbreaker, aber es ist ärgerlich, dass die Steuerung nicht so leicht von der Hand geht, wie der Rest des Spiels.
Davon ab, und daran leiden Telltale Spiele ja schon länger, gibt es kurze Ruckler wenn ein Ereignis gestriggert wird. Das kann eine Videosequenz sein, eine erfolgreiche Rätselkombination oder ähnliches. Das ist auch hier wesentlich besser als noch bei B2TF auf PS3, aber immer noch merkbar. Zudem gibt es Probleme bei mir mit den Steam Archivements. Einige bekam ich nämlich nicht. Auch stürzt das Spiel nach dem Beenden des Spiels gerne noch mal ab, bzw. es erscheint eine Fehlermeldung. Alles kein Problem, aber an wenigen Stellen doch störend.
Fazit
The Walking Dead ist ein klassisches Adventure mit sehr guten Charakteren, sehr guten Dialogen, sehr dichter Atmosphäre und Suchtpotential. Die Rätsel sind zweckmäßig und die Steuerung etwas holprig ab und an. Damit kann man aber durchaus leben. Von daher gibt es eine uneingeschränkte Kaufempfehlung für Adventure und "The Walking Dead" Fans.
9,5/10
was ich euch jetzt hier schildere ist weniger ein Review der klassischen Art, als vielmehr ein Erlebnisbericht. Denn ist kam dieses Jahr nicht oft vor, dass mich ein Spiel so sehr fasziniert hat. Ich habe das dieses Jahr mit Skyrim und Mass Effect 3 durchgezogen. Alle anderen Spiele habe ich zwar gerne gespielt, aber nicht mit diesem Suchtfaktor. Inzwischen bin ich sogar so weit und sage, dass "The Walking Dead" von "Telltale" mit den ganz großen dieses Business in einigen Aspekten durchaus mithalten kann und eine tolle Geschichte erzählt. Und das für nur aktuell um die 20€, die man für die 5 Episoden hinlegen muss.
Ein Adventure "klassischer" Prägung
Ich will mich gar nicht lange daran aufhalten euch in den Kontext des Spiels zu bringen. Wer "The Walking Dead" als Comic nicht kennt, der sollte sich zumindest mal in eine Ausgabe hineinlesen. Wichtig ist, dass es nicht darum geht, dass sich eine Gruppe von krassen Überhelden durch möglichst viele Zombies schnetzelt und am Ende die Welt rettet. The Walking Dead erzählt eine Geschichte von Überlebenden, mit gebeutelten Protagonisten, die einfach nur überleben wollen, ohne eine Chance die Apokalypse aufzuhalten (Zumindest Stand Sammelband 2). Und daran hat sich das Spiel angelehnt.
Ganz klar stehen die Figuren, Dialoge und Entscheidungen im Vordergrund. Es wird zwar auch im Rahmen von kleineren Spielmechaniken auf Zombies geschossen, aber das ist bei weitem nicht die Hauptaufgabe. Wer Zombies metzeln will, muss ein anderes Spiel spielen.
Story
Die Geschichte des Spiels ist unglaublich dicht und abwechslungsreich. Im Groben kann man schon sagen, dass jede Episode einen starken eigenständigen und abgeschlossenen Aspekt mit sich bringt, obwohl man das Spiel schon allein wegen der Entwicklung der Figuren und der größeren Bögen spielen muss. Das Spiel lässt einem auch keine Wahl, man MUSS einfach die anderen Episoden spielen, weil man, wie bei guten Büchern, einfach wissen will, wie es weiter geht. Ihr übernehmt die Figur Lee Everett, der mehr oder weniger zufällig auf eine Gruppe Überlebender trifft, die ganz klar erst als Klischee angelegt sind, aber ganz schnell recht viel Tiefe und Sympathie ausstrahlen. Kenny, der Südstaatler und seine Familie. Lilly und ihr Vater - Ex-Militär, die kleine Clementine, ein junges Mädchen, welches ihr aufgegabelt habt und viele weitere tolle Figuren, die der Gruppe zustoßen und sich wieder von ihr verabschieden.
Im großen und ganzen ist die Gruppe aber von der Idee getrieben der Zombie-Apokalypse zu entfliehen, und das auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Hier mag ich auch gar nicht zu viel verraten. Selber spielen.
Atmosphäre
Das hier ist das wahre Glanzstück des Spiels. Atmosphäre. Und wie viel davon wirklich auf den Spieler übergreift. Ich hatte die erste Episode gespielt und war so begeistert, dass ich gar nicht glaubte, dass dieses Spiel von Telltale ist. Hatte man bei B2TF noch arge Probleme ein paar Laufwege und poplige Rätsel mit dem Spielgeschehen zu verbinden, ist "The Walking Dead" eine ganz andere Liga. Hier macht man wirklich nichts umsonst und schon die blanke Verteilung von Schokoriegeln hat Einfluss auf die Charaktere und den Verlauf des Spiels. Das Spiel ist wie aus einem Guss, wie man so schön sagt und alle Elemente greifen ineinander. Die Dialoge, die Entscheidungen und auch das, was man als Spieler mit der Figur schlussendlich macht haben schon Kinoformat. Doch nicht nur die Figuren wachsen mit und passen sich an das Zombie-Setting an, indem sie a) anders Aussehen und b) mit der Zeit deutlich gestresster sind und c) ggf. einige Verluste einstecken müssen, nein auch die Umgebung wirkt authentisch. Verlassene und geplünderte Häuser, kaputte Autos, zerbrochene Scheiben und der Mythos des Leere stecken so tief im Spiel, dass es ein wahrer Genuss ist, auf diese Details zu achten. Das ist auch etwas, was den Comic, meiner Meinung nach, ganz stark auszeichnet. Die Details. Und davon gibt es, wie gesagt, nicht wenige.
Die Rätsel sind allesamt lösbar stellen keine große Herausforderung dar. Für Hardcore-Adventuristen ist das Spiel eindeutig zu einfach. Für welche, die ohne große Hindernisse einfach der Geschichte folgen wollen, aber genau richtig.
Grafik
Nun der Stil des Spiels ist wirklich Geschmackssache, Wer mit überzeichneter Comicgrafik nicht zurecht kommt, wird an diesem Spiel keinen Spaß haben, wer allerdings mit einem Comic zu begeistern ist, wird sich auch hier wohlfühlen, da viele Einstellungen geradewegs aus einem Comic stammen könnten. Allgemein sind die Figuren und die Umgebung mühevoll ausgeschmückt und niemand kommt zu kurz. Man merkt aber an einigen Texturen und Gegenstandsmodellen, dass Telltale eben keine 100Millionen Budget hat. Wer gerne Polygone zählt, und Effekte braucht, wird enttäuscht sein, denn davon hat "The Walking Dead" nicht viele. Trotzdem ist es ein hübsches, liebevolles Spiel, welches alle Reserven mobilisiert, um tolle Atmosphäre zu erzeugen. Und das mit Erfolg.
Technik und Steuerung
So kunstvoll und detailliert das Spiel auch sein mag, technisch gibt es einige Mängel. Vor allem die Steuerung macht mir manchmal zu schaffen. Wie in einem klassischen Adventure üblich kann man mehre Dinge mit einem Gesprächspartner machen. Ihn greifen, helfen, auf einen Gegenstand aufmerksam machen und so weiter. Und hier versagt das Spiel in einigen hektischen Abschnitten schlicht und ergreifend. Entweder kann man die gewünschte Option nicht schnell genug auswählen, so dass man ab und an abnippelt oder noch schlimmer, die falsche Entscheidung trifft, oder aber man findet den kleinen Spot, indem die Aktion überhaupt angezeigt wird, nicht schnell genug. Und auch drei Episoden später verklicke ich mich ab und an und werde zum Neuladen gezwungen. Man kann sich daran gewöhnen und es ist jetzt kein Dealbreaker, aber es ist ärgerlich, dass die Steuerung nicht so leicht von der Hand geht, wie der Rest des Spiels.
Davon ab, und daran leiden Telltale Spiele ja schon länger, gibt es kurze Ruckler wenn ein Ereignis gestriggert wird. Das kann eine Videosequenz sein, eine erfolgreiche Rätselkombination oder ähnliches. Das ist auch hier wesentlich besser als noch bei B2TF auf PS3, aber immer noch merkbar. Zudem gibt es Probleme bei mir mit den Steam Archivements. Einige bekam ich nämlich nicht. Auch stürzt das Spiel nach dem Beenden des Spiels gerne noch mal ab, bzw. es erscheint eine Fehlermeldung. Alles kein Problem, aber an wenigen Stellen doch störend.
Fazit
The Walking Dead ist ein klassisches Adventure mit sehr guten Charakteren, sehr guten Dialogen, sehr dichter Atmosphäre und Suchtpotential. Die Rätsel sind zweckmäßig und die Steuerung etwas holprig ab und an. Damit kann man aber durchaus leben. Von daher gibt es eine uneingeschränkte Kaufempfehlung für Adventure und "The Walking Dead" Fans.
9,5/10