Am eigentlichen Spiel werden die nichts mehr ändern. Das ist eine polishing-Verschiebung. Eine überraschend lange, dafür, dass die Technik meiner Meinung nach das geringste Problem des Spiels ist, aber ok. Wer weiß wie es Content-mäßig aussieht. Vielleicht war die Gameplay Demo der einzige lauffähige Spielabschnitt und sonst ist noch nichts fertig.
Ansonsten stammt das Spiel halt aus einer Zeit, in der GaaS en vogue waren und jeder hoffte, ein neues Fortnite oder Destiny abzuliefern. Da haben die Verantwortlichen dann gesagt: Suicide Squad wollt ihr machen? Gerne, aber bitte mit saftiger GaaS Sahne. Battle Pass, Skins, Gear Score, neue Charaktere, das volle Programm.
Jetzt, fünf, sechs Jahre später sehen aber die meisten Studios/Publisher, dass erfolgreiche GaaS nicht einfach zu kopieren sind und sicher auch etwas Glück dazu zählt. Blöd nur, wenn das Spiel dermaßen GaaS schreit, dass man das nun nicht mehr ändern kann. Am besten veröffentlichen, das beste hoffen und dann schnell ans nächste Game machen.
Redfall stammt ja beispielsweise aus einer ähnlichen Zeit. Nämlich aus der, als Bethesda aktiv nach einem Käufer suchte, weil ihre Games zwar von allen Kritikern gefeiert, aber schlichtweg nicht gespielt wurden bzw. keinen Umsatz generierten. Da wurde dann so was wie Wolfenstein Youngblood (Koop, Mikrotransaktionen) entwickelt oder auch Redfall. Wurde glaube ich noch nirgendwo thematisiert, aber schaut euch mal die vor zwei Jahren geleakten Redfall Alpha-Screenshots an: da gibt es einen, der im Menü einen Store mit typischer Echtgeldwährung zeigt. Als Microsoft die Bude 2021 gekauft hat, waren sie dann nicht mehr darauf angewiesen. Heute siehst du von diesem Ingame-Store und der Echtgeldwährung nämlich nichts mehr. Übrig geblieben ist aber ein Koop-Shooter mit Loot-System, der eher wenig mit einem klassischen Arkane Game (Immersive Sim) zu tun hat. Logisch, wenn Bethesda damals ein GaaS wollte. Die hatten aber anscheinend noch so viel Zeit, einige der GaaS Elemente wieder entfernen oder anpassen zu können.
Das sind diese Spiele, an denen man eindeutig die Schlipsträger-Entscheidungen erkennt.
Und dabei möchte ich gar nicht alle Schlipsträger über einen Kamm scheren. Wer weiß wie lange sich beispielsweise ein Bethesda/Arkane finanziell noch über Wasser hätte halten können. Da versucht man natürlich jedem Trend und Hype hinterher zu jagen. Bei Warner Bros halte ich es aber einfach nur für eine geldgeile Fehlentscheidung, denn der Laden hatte genug Ressourcen zur Verfügung und Rocksteady war ein gefeiertes Erfolgsstudio mit einem Hit-Game nach dem anderen. Von denen hätte einfach nur "more of the same" (also ein Singleplayer Action-Adventure) gereicht.