Ich habe aus Neugier die Tage die ersten beiden Missionen von Frosthaven aufgebaut und im Solo Modus gespielt. Wobei die erste Mission (Mission 0) eine Tutorial Mission ist und nicht als vollwertig zu betrachten ist. Die ist offensichtlich dazu gedacht etwas ins Spielsystem zu finden, vor allem aber den eigenen Charakter zu testen.
Gefühlt und tatsächlich ist bei Frosthaven nochmal etwas mehr Orga drumherum zu betreiben, dadurch dass es jetzt zum Beispiel ein Beutedeck gibt, dass eben je Mission extra zusammen gestellt werden muss. Ich mag bei Brettspielen keinerlei Digitalisierung und Hilfsapps etc. Gloomhaven in der vierer Runde spielen wie also so wie es gedacht ist und ganz klassisch. Um mein Solospiel zu vereinfachen/unterstützen habe ich dann aber doch zum Gloomhaven Secretariat gegriffen, was das ganze Spiel und den Aufbauaufwand enorm beschleunigt bzw. vereinfacht. Selbst die Trefferpunkteständer für Monster kann ich mir so eigentlich schenken. Schon krass. Dazu sind auch die Charakter- und Kampagnenbogen enthalten. Änderungen am Charakter (andere Modifikationskarten durch Verbesserungen oder Gegenstände) werden automatisch übernommen etc. Im Prinzip kann man dadurch das Spiel so verschlanken, dass man eigentlich nur noch das Spielbrett und die Monster/Charakterständer benötigt. Letztlich kann man die Digitalisierung aber auf die Stufe einstellen wie man es möchte. Kann ich nur jedem empfehlen sich die Seite mal anzusehen der sich mit dem Spiel beschäftigt. Gerade wenn einen der Verwaltungsaufwand und das Monstertracking abschreckt.
Tatsächlich ist man mit den neuen Charakteren auch beschäftigt genug. Ich habe jetzt nur mal ein Spiel mit zwei Charakteren gemacht. Die Startklassen von Frosthaven sind schon spürbar komplexer wie die Startklassen von Gloomhaven. Wobei der Wanderer/Drifter als einfach eingestuft wird und das eigentlich auch ist. Dürfte vermutlich der mit Abstand einfachste Charakter im Spiel sein und spielt etwa auf Stufe der Startklassen von Gloomhaven.
Im Spiel dann ist es direkt die alte Gloomhavengenialität. Wenn man das Spielsystem mag ist man wieder direkt im Sog drin. Das nutzt sich für mich wahrscheinlich auch nach 1000 Stunden nicht ab.
Das ganze Layout und Spiel wirkt aber etwas "frischer" und moderner. Richtig gut ist, dass es nun zwei Szenariobücher gibt. Man sieht beim Aufbauen also nur was im ersten Raum so passieren wird, hat aber noch keinen Aufbau des zweiten bzw. dritten Raumes vorweggenommen. Der steht dann wenn man ihn betritt im zweiten Buch. Welche Gegner etc kommen werden sieht man zwar schon um eben später im Spiel schnell aufbauen zu können, aber das ist schon eine super Verbesserung.
Tatsächlich bin ich angefixt und würde das Teil am Liebsten gleich einmal so im Solomodus durch spielen. Werde auf jeden Fall mal noch ein paar Szenarien spielen, da ich wissen möchte was es genau mit der Stadtphase auf sich hat (die wird ja von einigen als extrem störend und langweilig bezeichnet). Zum anderen wünschen sich ja viele die "Töte alle Monster" Szenarien zurück. Das war ja in Gloomhaven die Standardaufgabe um ein Szenario zu schaffen und scheinbar gibt es die in Frosthaven kaum noch, so dass man ständig mit Sonderregeln etc. je Szenario konfrontiert wird. Die ersten beiden Szenarien waren noch klassisch. Und auf für die neue Art von Szenariozielen möchte ich ein Grundgefühl bekommen.
So vereinfacht sieht dann der Aufbau aus (wie geschrieben - die Zähler bei den Monstern kann ich mir zukünftig auch schenken. Die Pappe darunter ist um das Szenario schnell abräumen zu können, da alles auf unserem Esstisch liegt und wir aktuell relativ viel Besuch bekommen und da muss der Tisch doch immer schnell frei sein. Mach ich mal irgendwann noch in etwas schöner, da es echt praktisch ist alles liegen lassen zu können):