Ähnlich wie megachri habe ich am Wochenende Tainted Grail durch gespielt. Das war insgesamt schone eine tolle Erfahrung. Ist halt tatsächlich gefühlt die andere Seite von Brettspielen. Die sah ich ja bisher eher als Gesellschaftsspiele. Durch die Pandemie beschleunigt ist hier wohl auch eher die Nische Solospiele entstanden. Und TG ist genau das für mich. Ein waschechtes Solospiel. Würde ich nicht mit jemanden zusammen spielen wollen. Insofern ist es dann schon ein spezieller Titel. Denke ich hab da auch irgendwas zwischen 50-60 Stunden dran gespielt und es war eine fantastische Reise. Ist ja ein Kampagnenspiel, dass eine düstere Geschichte rund um die Artussage mit starken fantastischen Elementen spinnt. Die Charaktere entwickeln sich rollenspielmäßig. Im Wesentlichen über Deckbuilding und Sonderfähigkeiten. Die Story fühlt sich an wie ein überaus großes Abenteuer-Spielbuch. Das ist wirklich fantastisch gemacht und immer wieder erstaunlich wie nahtlos alles in einander greift obwohl man relativ viele Handlungsmöglichkeiten hat.
Als Computerrollenspieler stört einen der notwendige Grindingpart des Spiels auch überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich habe es stellenweise freiwillig gemacht um noch besser zu werden. Da man viele Ort erst in weiteren Kapiteln oder mit bestimmten Gegenständen weiter erschließen kann, sollte man sich auch viele Notizen machen. Dadurch kommt man dann auch gut voran. Macht man das nicht, steckt man relativ schnell fest. Ich musste da mehrmals an unseren Master-Dan denken. Für den wäre das ein Fest wenn er Brettspiele spielen würde. Aber der hätte seinen Charakter wahrscheinlich in Kapitel 3 (von 15) schon so gelevelt, dass ihm Gegner nicht mehr gefährlich werden können.
Die Geschichte ist gut geschrieben, aber viel besser ist die gesamte Atmosphäre des Spiels und der Orte. Da fand bei mir immer wieder fantastisches Kopfkino statt. Das Teil hat mir also bis zum Ende richtig viel Spaß gemacht. Auch die Kampf und Diplomatiemechanik. Wobei für beides mein Charakter mir irgendwann overpowert vorkam.
Am Ende stellt sich mir jetzt allerdings auch die Frage, nach der Sinnhaftigkeit so etwas zu spielen. Haptisch war das ganze eine Wucht. Aber wenn ich ehrlich bin, kann ich das ganze in besser wahrscheinlich wie bisher auf Konsole oder PC spielen. Da ist noch mehr möglich und ich hab weniger Aufwand mit Aufbau und Abbau. Von daher werde ich es bis auf Gloomhaven wohl erstmal mit Kampagnenspielen sein lassen und nochmal mehr an der Konsole spielen. Das Augenmerk im Brettspielbereich wird dann eher wieder auf "normalen" Spielen die mann in 2-3 Stunden durch hat liegen. Mal sehen. Muss TG erstmal noch sacken lassen, weil das schon en besondere Erfahrung war die richtig viel Spaß gemacht hat.