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http://derstandard.at/1385169047384/NSA-Porno-Konsum-muslimischer-Prediger-ausspioniertNSA: Porno-Konsum muslimischer Prediger ausspioniert
Glaubwürdigkeit und Reputation von "Radikalisierern" sollen untergraben werden
Neu veröffentlichte Dokumente von Edward Snowden legen nahe, dass die NSA unter anderem auch den Online-Porno-Konsum bestimmter Zielpersonen überwachen soll. Ziel sei es, Personen zu diskreditieren, die die NSA als muslimische "Radikalisierer" bezeichne. Das berichtet Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald in der Huffington Post.
Reputation beschädigen
In den Unterlagen vom Oktober 2012 werden mehrere Personen als Beispiele identifiziert, wie man mithilfe elektronischer Überwachung die Glaubwürdigkeit und Reputation untergraben könne. Bei den Personen handelt es sich demnach um Muslime, die von der NSA aufgrund der Verbreitung radikaler Ansichten überwacht wurden. Die Namen wurden im Screenshot der "Huffington Post" entfernt.
"Glamouröser Lebensstil"
Als "Verwundbarkeiten", wie es in den NSA-Dokumenten heißt, werden etwa der Konsum von Online-Pornografie und "sexuell explizite" Sprache in der Kommunikation mit "unerfahrenen, jungen Mädchen" genannt. Aber auch "das Trachten nach Ruhm", "glamouröser Lebensstil" oder missbräuchliche Nutzung von Spendengeldern werden angeführt.
Keine rechtlichen und ethischen Rahmenbedindungen
Ob die Informationen tatsächlich gegen die Personen eingesetzt wurden, gehe aus den Dokumenten nicht hervor. Auch ist nicht bekannt, ob eine Person in Zusammenhang mit Terrorismus verhaftet worden sei. Greenwald hält weiters fest, dass in den Unterlagen eine Diskussion über rechtliche oder ethische Rahmenbedingungen fehle. (red, derStandard.at, 27.11.2013)
Die NSA konnte Assads Kommunikation nicht überwachen.
Na das klappt ja hervorragend mit der Anti Terror überwachungDie Datensammelwut der National Security Agency bestürzt viele Menschen in aller Welt, doch laut Hersh zeigt der Bürgerkrieg in Syrien die Grenzen der NSA auf. Zwischen dem 20. und 22. August habe es in den täglichen Briefings der Dienste für Obama keine einzige Info über Syrien gegeben: Deswegen erfuhr das Weiße Haus genauso schnell wie Otto Normalbürger, was sich in den Randbezirken der Hauptstadt Damaskus abspielte. Aus einigen Dokumenten, die der Whistleblower Edward Snowden publik gemacht hat, gehe hervor, dass die NSA nicht mehr die Kommunikation im Büro von Syriens Präsident Baschar al-Assad überwachen könne. Zwar gebe es ein geheimes System, das die USA und Israel informiere, wenn Sprengköpfe mit Sarin bestückt würden - doch dieses habe Ende August nicht mehr funktioniert. Die NSA zeichne zwar den Funkverkehr zwischen syrischen Militäreinheiten auf, doch dieser würde nur nach Bedarf analysiert. Nach dem Sarin-Einsatz seien diese Funksprüche rückwirkend durchsucht worden - jedoch nur nach Indizien, die für die Täterschaft des Assad-Regimes sprechen. Hershs radikales Urteil: Diese Methode ähnele "dem Prozess, mit dem der Irak-Krieg gerechtfertigt werden sollte".

http://derstandard.at/1385169979752/Kann-die-NSA-jedem-Handy-folgenKann die NSA jedem Handy folgen?
Zehn große Quellen aus denen NSA- Überwachungssystem "Co-Traveller" Daten abzieht
Das Handy ist ein perfektes Überwachungsgerät: Immer an, immer dabei. Der "Washington Post" zufolge folgt die NSA dem Aufenthaltsort Hunderter Millionen Mobiltelefone. Damit lassen sich präzise Profile von Nutzern samt ihrer Kontakte erstellen.
Fünf Milliarden Datensätze pro Tag
Schon wieder könnte eine NSA-Enthüllung direkt aus einem Spionage-Thriller stammen: Der US-Geheimdienst kann offenbar den Aufenthaltsort von Handys überall auf der Welt verfolgen. Aus den gespeicherten Langzeit-Daten lassen sich Verhaltensmuster ableiten - und auch Kontakte, wenn die selben Telefone häufiger an einem Ort auftauchen. Und es geht nicht etwa um die punktuelle Überwachung einiger Terrorverdächtiger: Der "Washington Post" zufolge saugt die NSA so viele Informationen auf wie sie verarbeiten und speichern kann, rund fünf Milliarden Datensätze pro Tag.
Dies wäre eine atemberaubende Dimension - schließlich leben auf der Welt gerade einmal gut sieben Milliarden Menschen und die Zahl der Mobilfunk-Anschlüsse insgesamt wird auf rund sechs Milliarden geschätzt. Bei wie vielen davon genau die NSA den Aufenthaltsort verfolgt, bleibt unklar. Es gehe um "mindestens mehrere hundert Millionen Geräte", schrieb die Zeitung unter Berufung auf unterlagen des Informanten Edward Snowden und Gespräche mit Regierungsbeamten.
Viele Anhaltspunkte
Die NSA sucht offenbar möglichst viele Anhaltspunkte, damit die Muster in den Bewegungsprofilen erkennbar werden. Die NSA-Analysten könnten demnach von ihrem Schreibtisch aus den kompletten Tagesablauf von Überwachten nachverfolgen: Wann sie zur Arbeit gehen, wann sie zuhause sind, wann sie Cafes, Ärzte, Geliebte oder Hotels besuchen. Handys von Politikern können ebenso wertvolle Informationen liefern wie sie erpressbar machen. Und nimmt man Telefone von Konzernchefs ins Visier, könnte man zum Beispiel frühzeitig Hinweise auf sich anbahnende Fusion bekommen. Sechs Monate nach dem Ausbruch des NSA-Skandal würde auch so ein Szenario niemanden mehr wundern.
Diese Dimension der Standort-Überwachung hebelt die gängigen Bemühungen zum Schutz der Privatsphäre von vornherein aus. "Der einzige Weg, seinen Standort geheim zu halten, ist sich von unserem modernen Kommunikationssystem abzukoppeln und in einer Höhle zu leben", brachte es Chris Soghoian von der US-Bürgerrechtsunion ACLU in der "Washington Post" auf den Punkt.
Offene Fragen
Zugleich lässt der Bericht viele Fragen offen. Eine zentrale davon ist: Wo genau kommen die Informationen her? Man bekomme jede Menge an Daten aus Kabeln, die die weltweiten Mobilfunk-Netze miteinander verbinden, erklärte ein Geheimdienstler der "Washington Post". Die Netzbetreiber kennen stets den Aufenthaltsort von Handys, weil sie die Daten zum Beispiel für die Abrechnung von Roaming-Gebühren brauchen. Unklar bleibt in dem Bericht, inwieweit die NSA sich mit und ohne Wissen der Telekom-Provider auf die Informationen zugreift. Und die anonymen Beamten waren nicht gerade erpicht darauf, die Lücken zu schließen.
Laut einer NSA-Präsentation gibt es zehn große Quellen, aus denen das Überwachungssystem "Co-Traveller" die Daten zieht, schrieb die Zeitung. Eine davon heiße zum Beispiel "Stormbrew" und bekomme Informationen von zwei Firmen, die nur mit den Code-Namen "Artifice" und "Wolfpoint" genannt würden. Die Unternehmen unterhielten die nötige Infrastruktur. "Stormbrew" erfasse Daten aus 27 Schnittstellen zwischen Mobilfunk-Netzen verschiedener Anbieter. Darunter seien auch Standort-Informationen - wie zum Beispiel in welcher Funkzelle ein Handy gerade eingemeldet war.
Intelligentes System
Die NSA-Systeme sind dabei ziemlich intelligent. Wenn jemand zum Beispiel ein Telefon nur zum Telefonieren einschaltet und danach wieder ausmacht, werde das als verdächtiges Verhalten gewertet und "Co-Traveller" schlage Alarm. Ebenso, wenn ein Handy eingeschaltet wird, wenn ein anderes kurz davor in der Gegend ausgemacht wurde. Andere Computer-Werkzeuge berechneten Geschwindigkeit und Richtung bei einer "großen Anzahl" mobiler Geräte in Bewegung - zum Beispiel um zu erkennen, wo sich ihre Wege überschnitten haben könnten. (Andrej Sokolow und Christoph Dernbach/dpa, 5.12.2013)
Nachlese
NSA nutzt Mobilfunkdaten für Bewegungsprofile
http://derstandard.at/1385170311331/Aufstand-der-Techgiganten-gegen-die-NSAAufstand der Tech-Giganten gegen die NSA
Apple, Twitter, Facebook und Co. schließen sich Kampagne von Microsoft und Google an - Nachhaltige Reform gefordert
Lange hat es gedauert, bis die Verblüffung über das Ausmaß der Internetüberwachung durch die NSA bei den großen US-Softwareherstellern auch in Aktionismus umschlägt. Spätestens mit dem Einbruch des von der NSA gedungenen britischen GCHQ in private Datenleitungen scheint nun aber dieser Punkt erreicht.
Aufforderung
In einem gemeinsamen Kampagne fordern acht große Unternehmen der Branche klare Beschränkungen für staatliche Spionage. Zudem wird die US-Regierung dazu aufgerufen, eine Kehrtwende vorzunehmen, und sich künftig auch international für eine Begrenzung der Online-Überwachung stark zu machen.
Bündnis
Initiiert wurde das Bündnis von Google und Microsoft, mittlerweile haben sich aber auch Apple, Yahoo, Facebook, Twitter, AOL und LinkedIn angeschlossen, wie die New York Times berichtet. Die Kampagne ist dabei durchaus im direkten Interesse der Unternehmen, wie Microsoft Chefanwalt Brad Smith betont. "Menschen nutzen keine Technologien, denen sie nicht vertrauen können." Genau dieses Vertrauen haben die Regierungen nun aber aufs Spiel gesetzt.
Interessenslage
Auch Trevor Timm von der Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) streicht heraus, dass das Drängen auf die Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen im ureigensten Interesse der Unternehmen ist. Dabei sei auch das politische Gewicht der Techgiganten nicht zu unterschätzen, diese könnten über Lobbygruppen aber auch die Verweigerung der Zusammenarbeit nachhaltigen Druck für eine Reform ausüben.
Ankündigung
Schon vor einigen Wochen hatte US-Präsident Obama eine Untersuchung der aktuellen Vorfälle angekündigt, und zuletzt - wenn auch vage - von Beschränkungen und Reformen gesprochen. Ob diese über reine Imagearbeit hinausgehen, muss sich allerdings erst zeigen. (red, derStandard.at, 09.12.13)
http://derstandard.at/1385170368479/NSA-infiltrierte-World-of-Warcraft-und-Xbox-LiveNSA infiltrierte "World of Warcraft" und Xbox Live
Agenten haben sich auch bei Second Life unter die Spieler gemischt
Der US-Geheimdienst NSA hat neuen Enthüllungen zufolge das Online-Spiel "World of Warcraft" und das Online-Portal Second Life infiltriert. Die Dokumente aus dem Jahr 2008 sind nun von der "New York Times" veröffentlicht worden und sollen laut den der Zeitung von Edward Snowden stammen. Auch "The Guardian" hat über diese Leaks berichtet.
Auch CIA und FBI involviert
Dabei sollen Agenten vom US-amerikanischen als auch britischen Geheimdiensten mit verschiedenen Charakteren unter die Spieler gegangen sein, um ebendiese auszuspionieren. Der Grund: Die Geheimdienste vermuteten, dass Terroristen sich unter die Spieler mischen könnten, um ihre Kommunikation zu verschleiern und dort Attacken zu planen. Auch das FBI und die CIA sollen vor allem in Second Life nach solchen Verdächtigen Ausschau gehalten haben.
Xbox Live
Der britische Geheimdienst GCHQ soll dabei Accounts, Charaktere und Kollektive ausfindig gemacht haben, die als islamische Extremistengruppen gelten. Hinweise soll es auch für nukleare Lieferungen und Waffenhandel gegeben haben. Die Agenten sollen auch verschiedene Spiele in Microsofts Xbox Live System infiltriert haben, um an Informationen zu kommen.
Mobile Gaming soll für die Geheimdienste ebenfalls von Interesse gewesen sein, allerdings stammen die Informationen aus dem Jahr 2008, als Smartphones gerade erst am Anfang standen. Ob die NSA und GCHQ immer noch in Online-Spielen anwesend sind, ist unklar. (red, 9.12.2013)
Links
New York Times
The Guardian
NSA-Affäre: Hunderte Schriftsteller protestieren gegen Überwachung
Insgesamt 560 Schriftsteller aus aller Welt protestieren am heutigen Dienstag öffentlichkeitswirksam gegen die totale Überwachung der Kommunikation, wie sie seit Monaten enthüllt wird. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung dokumentiert, verlangen sie, die "Demokratie in der digitalen Welt zu verteidigen". Sie erklären, dass alle Menschen das Recht haben, ihre Gedanken schriftlich und mündlich frei zu äußern. Dieses "existenzielle Menschenrecht" sei aber inzwischen "null und nichtig", weil Staaten und Konzerne Technik für die Überwachung massiv missbrauchten. Eine Gesellschaft unter ständiger Beobachtung sei aber keine Demokratie mehr.
Der Aufruf in der FAZ
In vier Punkten erläutern sie ihre Kritik. So verletze die Überwachung die Gedanken- und Meinungsfreiheit und behandle jeden Bürger als Verdächtigen. Außerdem zerstöre sie mit der Unschuldsvermutung "eine unserer historischen Errungenschaften". Darüber hinaus entstehe ein Machtungleichgewicht, denn durch die Überwachung würden die Einzelnen durchleuchtet, während Staaten und Konzerne im Geheimen operierten. Und diese Macht werde systematisch missbraucht. Schließlich bezeichnen sie die Schnüffelei noch als Diebstahl, denn die abgegriffenen Daten seien kein öffentliches Eigentum. Wenn sie genutzt würden, um Verhalten vorherzusagen, würde der freie Wille gestohlen, der aber unabdingbar sei für die Freiheit in der Demokratie.
Aus diesem Grund fordern sie, dass jeder Bürger das Recht haben müsse, mitzuentscheiden, welche persönlichen Daten gesammelt und verarbeitet werden. Außerdem müsse er löschen können, was sie illegal gesammelt und gespeichert wurde. Dieses Recht müssten Staaten und Konzerne respektieren und die Bürger ihrerseits verteidigen. Deshalb sollten die Vereinten Nationen eine "Internationale Konvention der digitalen Rechte" verabschieden, um deren zentrale Bedeutung anzuerkennen.
Zu den Unterzeichnern gehören neben jeder Menge der bekanntesten Autoren der Welt mit J. M. Coetzee, Günter Grass, Elfriede Jelinek, Orhan Pamuk, Tomas Tranströmer auch fünf Literaturnobelpreisträger. Auf der kompletten Liste finden sich unter anderem Umberto Eco, T. C. Boyle, Björk, James Salter, Nick Cave, Richard Ford, Péter Esterházy, Julian Barnes. Initiiert wurde der Protest unter anderem von den deutschen Schriftstellern Juli Zeh und Ilija Trojanow, die in einem ausführlichen Interview ihre Beweggründe darlegen. Sie sind überzeugt, es sei inzwischen alles gesagt, jetzt müssten Taten folgen. Ihrer Forderung kann sich inzwischen auf Change.org jeder anschließen. (mho)

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