nachdem ich mich hier aus dem sub wegen möglichen spoilern (was youtube dann teilweise auch so erledigt hat) so gut wie ferngehalten hab, kurz mein abschließendes fazit zu sekiro.
sekiro ist ein mehr als gelungenes experiement von fromsoft, die hiermit bewiesen haben, dass sie eben kein one-trick pony sind und sich nach der evolution mit bloodborne endgültig vom alten sword & shield konzept losgelöst haben. die stealth elemente, sowie der greifhaken zum vertikalen fortbewegen, gehen wunderbar und natürlich ins gameplay über, wenn auch eher meistens einseitig. zum kampfsystem selber muss ich wohl nichts mehr sagen. hier mit hat sich fromsoft auf jeden fall selber übertroffen und ich würde am liebsten heute noch einen boss rush mode bekommen.
den schwierigkeitsgrad fand ich nach dem ersten aufreger über dragon rot und den apparition enemies doch sehr ausgewogen und im rahmen. okay, ich hab auch das spiel verflucht und sekiro beleidigungen an den kopf geworfen, aber hey, meistens hat eine pause geholfen und gerade das einstudieren, ausnutzen und bestrafen von angriffen war sowas von befriedigend, dass es im kontext mit dem hohen schwierigkeitsgrad harmonierte. da haben mich zum beispiel die kämpfe gegen darklurker, lud & zallen, midir & co. deutlich mehr gefrustet.
dann wäre da die musik. ich liebe fromsoft's soundtracks und gerade yuka kitamura hat in dark souls 3 und bloodborne schon sowas von abgeliefert, dass mich ihre position hier als hauptkomponistin sehr gefreut hat. die idee in sekiro endlich musik abseits von bosskämpfen zu haben, war eine willkommene abwechslung und bereicht die einzelnen gebiete nochmal ungemein. die boss themes jedoch muss ich mir nochmal genauer anhören, da ich die ehrlich gesagt in den meisten fällen kaum bis gar nicht wahrgenommen hab. kann an meiner konzentration liegen, die jeder bosskampf von mir abverlangt hat, oder sie waren einfach nicht so einprägsam... letzteres kann ich mir aber nicht wirklich vorstellen und werde deswegen die tage mir nochmal den soundtrack genauer anhören. achja, natürlich abseits von "apparitions", denn die gruselige flöte und violine werden mich auch noch in meinen albträumen verfolgen.
abgesehen von den boss themes, hatte ich noch öfters das gefühl, dass ich ständig irgendwas verpasst hab. teils waren die gebiete überraschend linear oder sogar direkt enttäuschend. stichwort: abandoned dungeon. ein verließ unter dem schloss, in dem geheime experimente an lebenden subjekten vollzogen werden? count me in! ich hab auf horror gehofft, auf dunkle zellen und gespenstische gegner, die wieder das erlernte kampfsystem auf den kopf stellen. quasi tower of latria 2.0. leider besteht das gebiet dann eigentlich nur aus zwei gängen, die einfach dazu da sind verschiedenen gebiete miteinander zu verbinden. kein doppelter boden, kein geheimnisse, sondern einfach nur zwei gänge, ein optionaler mini-boss und vielleicht eine ganz okaye questline. allgemein haben mir die typischen optionalen areale gefehlt. upper cathedral ward, lake of ash, archdragon peak, das waren alles sachen, von denen ich meistens erst nach meinem ersten durchgang erfahren hab und die mich direkt für einen erneuten durchgang motiviert konnten. diese tradition hätte ich in sekiro gerne wiedergesehen.
auch das artdesign war mir etwas zu zahm und ich hab bis zum ende nur darauf gewartet, dass das folkore thema noch weiter ausgereizt wird bzw. es vielleicht sogar zu einer ähnlichen eskalation führt, wie einst im letzten drittel von bloodborne. dabei waren die gebiete sehr malerisch, gerade das kloster und natürlich fountainhead palace (inklusive boss), welches quasi direkt aus einem klassischen japanischen gemälde entsprungen ist. trotzdem sind dies kritikpunkte und persönliche erwartungen, die ich insgesamt recht gut verschmerzen kann, gerade da das kampfsystem so großartig ist und fromsoft auch in anderen bereichen (wie z.b. der präsentation) eine sinnvolle weiterentwicklung hingelegt hat.
apropos unnötige vergleiche: im direkten vergleich mit der soulsborne reihe steht sekiro bei mir ganz oben mit bloodborne und dark souls. nicht auf einer stufe, denn dafür ist die faszination zu bloodborne (goat/gotg) in den letzten fünf jahren zu konstant gewesen, aber halt verdammt nah dran und ich kann kaum erwarten, was das studio mit dem kern-gameplay noch alles anstellen wird. egal ob direkte fortsetzung oder frische ip.
weil mir wertungen relativ egal sind, vergebe ich 10/10 und sekiro ist mit hoher wahrscheinlichkeit mein game of the year kandidat. gerade wenn wir dieses jahr noch einen netten dlc bekommen.
hier übrigens mein real gamer ausweis:
ps: endlich kann ich mich nun cold steel widmen.
pss: danke sony.