@Bautinho
Ich hatte gestern schon mal angefangen dir mein Beileid auszusprechen, aber der Post wurde dann sehr lang und sehr persönlich und ich denke, damit ist dir im Moment nicht geholfen. Wenn du reden möchtest, schreib mich kurz an, dann kriegst du meine Nummer und kannst dir mal ordentlich das Herz ausschütten. Ich bin zwar ein Fremder für dich, aber irgendwie haben wir als Gamer und Mitglieder der gleichen Community ja doch irgendwie Berührungspunkte. Und manchmal ist es sogar leichter mit Fremden zu sprechen als mit Menschen die einem "ZU" Nahe stehen.
Als meine Mom gestorben ist, war der Schmerz erst mal überwöltigend. Wie ein Schmerz Tsunami der alles andere Weggewaschen hat. Ich hab da auch gemerkt, wie unterschiedlich Menschen trauern. Mein Vater war wie Paralysiert, der war vollkommen unfähig irgendwas zu tun oder mit irgendwem zu reden. Ich hingegen fand es erleichternd mir meinen Schmerz von der Seele zu quatschen.
Zuerst dachte ich, der Schmerz wird niemals weniger werden. Ich hab dann auch versucht, alles was mit dem Thema zu tun hat, egal ob in Büchern, Filmen usw. zu vermeiden. Geht natürlich nicht. Ich hab mir vom Hausarzt auch erstmal was geben lassen, das ich Nacht etwas schlafen konnte, denn das ging fast garnicht. Ich hab auch einen Termin bei einer Psychiaterin gemacht -was fast 6 Monate gedauert hat, bis ich endlich einen Termin hatte - Aber das hat mir wenig geholfen. Ich hab eine erwischt, mit der ich garnicht konnte. Das Beruhigungsmittel hatte ich nach ungefähr 4-6 Wochen nicht mehr gebraucht. Nach etwa 3 Monaten war es schon um einiges besser. Je mehr Normalität und je mehr ich zu tun hatte, desto besser ging es mir.
Nach einem Jahr hab ich nur noch gelegentlich an die Todesnacht gedacht. Der Schmerz war inzwischen zum größten Teil nicht mehr Teil meines normalen Lebend, aber ab und zu durchaus noch vorhanden, aber inzwischen erträglich.Es flackerte iimmer dann besonders auf, wenn ich daran gedacht habe, das ich Sie irgendwas fragen wollte oder ihr irgendwas erzählen wollte das ich erlebt hatte, bis mir nach ner halben Sekunde einfiel "Ach Scheiße, geht ja nicht" oder wenn ich beim Einkaufen sachen gesehen habe, die sie auch immer gern mocht.....aber es wurde jeden Tag aushaltbarer. Heute denke ich zwar immer nochmal an meine Mutter, besonders an ihrem Geburtstag (22 April) oder um Weihnachten rum aber es ist heute ein Liebevoller Gedanke, ein warmes, geborgenes Gefühl des Glücks das ich sie hatte und das sogar relativ lange. Ich war immerhin schon 36 als sie gestorben ist. Aber ich glaube, es ist egal wie alt man ist, wenn man ein Elternteil verliert. Es ist immer zu früh (gut, Kinder sind da nochmal ne Ausnahme) jemanden zu verlieren den man liebt.
Aber irgendwann wirst du dich mehr an die schönen Momente denken. Du wirst froh sein, das du sie hattest und der Schmerz wird weniger und durch das Gefühl ersetzt, das du jemanden hattest, der dich geliebt hat und den du geliebt hast. Ich wünsche dir alle Kraft und Stärke die du mobilisiern kannst und wenn du der Typ dafür bist, lass dich von anderen Personen stützen. Freundin, Bruder, Schwester, Tanten, Onkel, Haustier.....Hilfe anzunehmen ist keine Schwäche und Menschen können erstaunliche Lebewesen sein, wenn man sie lässt.