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REVIEW [Reviews] Heute: The Witcher 3 DLC und Rise of the Tomb Raider

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Fast ist es soweit. In zwei Wochen beginnt der letzte Monat des Jahres und nur noch ein wirklicher AAA Titel steht in der Pipeline. Zeit für einige weitere Impressionen, wenngleich keine vollen Reviews. Bevor es jedoch an den sexiesten Grabräuber aller Zeiten geht, besuchen wir noch einmal ganz kurz den Hexer Geralt.



DLC und XboxOne Exklusiv? Wo sind wir hier, BizarroWelt?



Hearts of Stone ist der erste große Story DLC des unangreifbaren Spiel des Jahres 2015 und zementiert diesen Status nur. Kurz zum Hintergrund, ich habe das Spiel erstmalig seit dem Sommer wieder eingelegt und musste mich erst einmal an die Änderungen der letzten Patches gewöhnen. Während der Ladezeiten kann man mittlerweile seine Memoiren und die seiner Eltern und Großeltern schreiben, die Framerate scheint immer noch nicht stabiler und Karte und Menüführung scheinen sogar langsamer als zu Beginn. Irgendwann kann man Games auch schlichtweg tot patchen.


Spielerisch bietet Hearts of Stone wenig Neues bis auf ein Runensystem, das viel Gold verschlingt, aber wenig einbringt. Ich hatte einen Geralt Mitte 30 und war daher recht gut gerüstet für die anstehenden Fights (der DLC ist für Level 30 ausgelegt). Es liegt in der Natur der Sache, dass der DLC den Schwierigkeitsgrad im Vergleich zum Hauptspiel erhöhen muss, um nicht trivial zu wirken. Dies führt aber zu der Situation, dass so mancher Zwischengegner furchteinflößender ist als die Wild Hunt zusammen.



Ein Euro pro Stunde Spaß. Im Puff gibt es das nicht!



Hearts of Stone bietet eine ca. zehn stündige Hauptstory mit ein paar Nebenquests, neuen Orten zum Erkunden, Schatzsuchen und Gwentkarten. Quasi mehr vom Bekannten. Gut, genau das dürfte man realistischerweise von einem Erweiterungspaket erwarten. Das Absuchen der Umgebung im WitcherSense wird nach mehreren hundert Stunden allerdings schon leicht alt.


Spielerisches Highlight sind die neuen Bosse, die die meisten des Hauptspiels in den Schatten stellen. Einer der letzten scheint direkt aus Bloodborne zu stammen, sowohl vom Design als auch von der Härte und ist eine der beeindruckendsten Präsenzen des DLC. Extrem stark ist auch das Finale, in dem Geralt seinen Gegner nicht mit Schwert und Zeichen, sondern mit Intelligenz bezwingen muss.



Während spielerisch mehr oder weniger das Bekannte geboten wird, ist es in erster Linie die Geschichte, für sich die monetäre und zeitliche Investition lohnt. Zwei Charaktere sind es insbesondere, die sich dabei hervor tun. Zum einen Olgierd von Everec, einem Unsterblichen auf der Suche nach dem besonderen Kick, in dessen Dienste Geralt mehr oder minder unfreiwillig rutscht. Der zweite wäre Gaunter O'Dimm, der im Hauptspiel einen kurzen Auftritt hatte und bei der Suche nach Yennefer behilflich war. Hier spielt er nun eine tragendere Rolle und erweist sich als Person, bei der man extrem auf der Hut sein muss. Wie vom Witcher gewohnt, gibt es kaum wirklich gute oder böse Charaktere. Das Zeichnen von Motivationen und Erstellen von Figuren mit hochkomplexen Persönlichkeiten, die ihre eigenen Moral- und Ethikvorstellungen haben, war schon die Stärke des Hauptspiels und CD Projekt Red führt dies konsequent in der Erweiterung fort.


Eine Hochzeit und 'ne ganze Menge Todesfälle


Die Hauptmissionen sind kreativ und unvorhersehbar. Mehr als Hochzeit und Gemälde möchte ich gar nicht sagen, um nicht zu viel zu spoilern. Soviel sei gesagt, die Missionen stehen denen des Hauptspiels in nichts nach, im Gegenteil.


Etwas schade ist, dass kaum einer der weiteren Charaktere des Spiels eine tragende Rolle hat. Dies mag daran liegen, dass der Zeitpunkt, zu dem die Geschichte spielt, nicht gänzlich eingegrenzt ist. Gleichwohl deutet Geralt an einer Stelle das Schicksal von Vesemir an, was den Zeitpunkt zumindest auf einen nach der Schlacht von Kaer Morhen bestimmen würde.


Mein einziger Kritikpunkt wäre, dass der DLC sehr auf Cutszenes, Dialoge und wenig actionreiche Sequenzen setzt, was insbesondere in Verbindung mit den langen Ladezeiten dem Pacing schadet. Hier war das Hauptspiel einfach ausbalancierter. Ungeachtet dessen, Hearts of Stone erweitert eines der besten Spiele aller Zeiten und bietet ca. ein Dutzend Stunden weiteren Inhalt für weniger als 10,00 Euro. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist so gut, dass es schon fast an Diebstahl grenzt.


Was isst Lara beim Chinesen? Reis of the Tomb Raider. Muahahahaha!


Vom Hexer zum Grabräuber. Im Jahre 2013 rebootete (?) Eidos mit Crystal Dynamics ihr langjähriges Franchise um eine britische Adelige, die um die Welt reist, um die schönsten exotischen Lebenwesen dieser Erde auszurotten. Insgesamt sehr gut aufgenommen zeigte Tomb Raider eine junge Lara Croft in den Anfängen ihrer Karriere. Das Spiel zählt immer noch zu meinen absoluten Lieblingen (und ich behaupte, es ist mindestens auf dem Niveau der Uncharted Reihe). Es hatte zugegebenermaßen relativ wenig „Gräber“, dafür ein Übermaß an Actionsetpieces und Shootouts, einige explosionslastige Szenen dauern über 30 Minuten an. Dies war für viele (nicht für mich, ich bin ja nicht doof) der größte Kritikpunkt des Spiels und sie forderten mehr von den optionalen Gräbern, von denen der Erstling eine Handvoll hatte. Keiner kann sagen, dass Crystal Dynamics nicht auf das Feedback hört und so wundert es nicht, dass die Gräber nunmehr auf der Rückseite der Packung groß und breit als eines von zwei neuen Features angepriesen werden.


Ryse: Son of the Tomb Raider


Nehmen wir es vorweg, viel besser kann ein Action-Adventure schlichtweg nicht mehr sein. Von der packenden Story, die stark geschrieben und von tollen Darstellern überzeugend rüber gebracht wird über ein abwechslungsreiches Gameplay, das einen nahezu perfekten Mix aus Action, Erkundung, Stealth und Rätseln bietet bis zu einem Pacing, dass ruhige große Gebiete mit engen, aber superb inszenierten Setpieces mischt, fällt es extrem schwer, hier Schwachpunkte zu finden.


Das zentrale Thema ist wie so oft Laras Dad und sein Vermächtnis. In ihrem Bestreben, seinen Namen und seine Ehre zu schützen, zeigt sich Lara zeitweilen verzweifelt und geradezu besessen. Die Entwicklung im Rahmen der Geschichte wirkt glaubhafter als im ersten Teil und präsentiert Lara reifer und selbstbewusster als zuvor, dabei jedoch nicht unbezwingbar. Insgesamt wird sie deutlich menschlicher dargestellt, anders als teils im ersten Teil, der damit einstieg, der jungen Frau eine tödliche Verletzung zuzufügen bevor der Spieler sie zum ersten Mal steuern konnte.


Syrbirien


Nach einem kurzen Start in Syrien spielt der Rest des Spiels in Sibirien auf der Suche nach einer verlorenen Stadt (es ist immer eine verlorene Stadt, oder? Wie kann man eigentlich eine ganze Stadt verlieren? Ich mein, wir reden hier nicht von einem Schlüsselbund.). Aus dem Vorgänger ist nur Jonah mit von der Partie und das auch nur kurz. Neue Charaktere werden eingeführt, aber im Gegensatz zum Vorgänger gibt es viele Passagen, in denen Lara über lange Zeit alleine ist.


Steuerung und Gameplay entsprechen nahezu 1:1 dem Vorgänger, mit entsprechenden Verbesserungen in einigen Bereichen. Der Bogen ist nun noch stärker als vorher und nunmehr Laras wichtigste Waffe im Spiel. Mit den richtigen Upgrades kann sie bis zu drei Kopfschüsse gleichzeitig setzen, Giftwolken verbreiten, Feuer-, Explosiv- und panzerbrechende Pfeile basteln und den Bogen sogar im Nahkampf einsetzen. Die weiteren Waffen wie Shotgun (inklusive Incendiaryrounds), Pistolen und Rifle sind da schon fast nur noch Beiwerk.



Mit diesem Streichholz und diesem Haargummi kann man schon ein ganz gutes Kraftwerk bauen.



Eine weitere Neuerung ist das Crafting. Ob Pfeile oder Munition mitten im Kampf oder größere Rucksäcke und Köcher am Lagerfeuer, Lara ist der McGyver unter den Archäologen. Hierzu gilt es, diverses Zeug aufzusammeln wie Holz, Beeren, Blätter, Steine und Tierfelle. Wer bei letzterem Angst hat, er müsse nun auf Jagd gehen, keine Bange. Tierfelle lassen sich auch in Truhen finden oder von Feinden looten. Ich habe nur die Biester getötet, die mich angegriffen haben und hatte trotzdem immer genug Zeug in der Tasche, sodass ich nie Jagd auf Bambi machen musste.


Die versprochenen Gräber sind vorhanden, meiner Zählung nach neun Stück insgesamt. Einige sind tatsächlich schon groß und umfangreich und verlangen ein längere Verweilen, bis man endlich am Ziel ist. Dies sind allerdings eher die frühen Gräber. Die letzten grob geschätzt vier oder fünf Gräber waren eher auf dem Niveau des Vorgängers. Ein großer Raum mit einem Puzzle, der sich, wenn man weiß, was man zu tun hat, in ca. 2 Minuten lösen könnte. Die Gräber lohnen sich allein schon deswegen, weil Lara nicht nur Erfahrungspunkte erhält, sondern direkt neue Fähigkeiten, die man anders gar nicht erlangen kann.



Wer hat die Sidequests in meinen linearen Shooter gepackt?



Wenn überhaupt, ist das Spiel fast schon leicht überfüllt. In manchen der größeren Arealen (HUB) gibt es sogar NonPlayerCharakter, die Nebenmissionen anbieten, neben dutzenden vergrabenen Schätzen, alten Münzen, die bei einem Händler eingetauscht werden können, Blättern, Ästen und so weiter.


Ansonsten ist das Pacing fast perfekt. Jeder längeren Erkundung folgt eine Actionszene, alle halbe bis dreiviertel Stunde gibt es eine neue Waffe oder ein neues Werkzeug, dass neue Möglichkeiten gibt. Ein Wurfhaken erhöht Laras Mobilität, ein Rebreather lässt sie unter Wasser atmen und gibt ihr damit die Möglichkeit, mit einigen Soldaten Katz und Maus auf einem gefrorenen See zu spielen. Bis zum Schluss bleibt das Spiel damit frisch und begibt sich nie in eine Routine. Die Story nimmt gegen Ende ebenfalls richtig an Fahrt auf.


Bei den Feuergefechten handelt es sich nicht um die typische CoverShooter Affäre. Vielmehr ist Bewegung angesagt und Improvisation. Lara kann Bomben und Molotows mit herum liegenden Flaschen und Dosen bauen und die Funkgeräte der besiegten Söldner zu Minen umbauen. Gegner lieben es, Lara zu flankieren oder mit Granaten aus der Deckung zu scheuchen, sodass Camping nicht wirklich funktioniert. Der kreative Einsatz des gesamten Arsenals und der Umgebung wird hingegen belohnt.


Dazu sieht das Spiel auch noch hervorragend aus und kommt mit minimalen Ladezeiten aus.



The Price of the Tomb Raider



Mein einziger Kritikpunkt ist die Wahl des Einsatzortes. Sibirien ist gut umgesetzt, aber nach ca. einem Dutzend Spielstunden hätte ich mich nach etwas Abwechslung gesehnt. Zuviel Eis und Schnee, zuviel weiß und blau. Nicht zu vergessen, dass der Vorgänger bereits ähnliche Locations insbesondere im letzten Abschnitt bot. Der kurze Einstieg in Syrien hat da Appetit auf exotischere Locations gemacht. Eine Weltreise würde zwar mit dem Metroid-Vania Charakter des Spiels etwas kollidieren, aber mehr Abwechslung in den Locations wäre wirklich das, was die Reihe endgültig in den Olymp heben würde. Das ist aber Jammern auf höchstem Niveau.


Rise of the Tomb Raider ist sowohl wörtlich zu nehmen, da Lara im Verlauf der Geschichte einen hohen Berg erklimmt, aber auch übertragen, da sie sich als Charakter weiter entwickelt.


*the more you know*



Rise of the Tomb Raider ist nicht weniger als ein Meisterwerk. Ein umfangreiches Abenteuer einer sympathischen, starken, aber menschlichen Heldin, dessen viele Elemente nahtlos zusammen passen und ein homogenes Spielerlebnis bieten, die vom Titelbildschirm bis zur PostCredit Szene ungebrochen höchsten Spielspaß bieten. Wie ich es eingangs schon sagte: Sehr viel besser kann ein Action-Adventure aktuell einfach nicht mehr sein. Hut ab vor Crystal Dynamics, die sich spätestens jetzt mit Naughty Dog an einen Tisch setzen dürfen. Ich freue mich ungelogen jetzt schon darauf, das Spiel nächstes Jahr um diese Zeit noch einmal für die PS4 kaufen zu dürfen, dann hoffentlich in einem erregenden Steelbook. Bis dahin: Alle Besitzer einer XboxOne haben nun das erste Spiel, für das sich die Anschaffung des hässlichen Kastens gelohnt hat, also kaufen. Alle anderen kaufen das Spiel bitte auch, um den Entwickler für die tolle Arbeit zu belohnen und kaufen es dann bitte für die PS4 nach, um es dort dann spielen und genießen zu können.


Jetzt kann dann also Just Cause 3 kommen und wir können das Jahr schließen.

Fun Fact: In 14 Monaten werden hier Menschen Auto fahren, die 2000 geboren wurden. Fühlt ihr euch schon alt?
 
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Fun Fact: In 14 Monaten werden hier Menschen Auto fahren, die 2000 geboren wurden. Fühlt ihr euch schon alt?

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