Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

Politiktalk - immer aktuell informiert...

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Wieso ist das erschreckend niedrig? Zwischen 2500 und 3400 Brutto. Man komme jetzt bitte nicht wieder mit dem hahnebüchenen Vergleich dass Piloten eines A380 ja auch mehr Geld bekommen als ein Knöpfchendrücker in der Zugkanzel.
 
Wieso ist das erschreckend niedrig? Zwischen 2500 und 3400 Brutto. Man komme jetzt bitte nicht wieder mit dem hahnebüchenen Vergleich dass Piloten eines A380 ja auch mehr Geld bekommen als ein Knöpfchendrücker in der Zugkanzel.


Das sind 1500-2000 Euro netto? Ich weiss nicht, wie ich das nicht erschreckend wenig finden sollte. Immerhin haben die Lokfuehrer ja noch ne gewisse Verantwortung zu tragen, wodurch fuer mich zwangslauefig die Frage aufkommt, was dann - wenn die Lokfuehrer schon so wenig verdienen - noch den Zugbegleitern bezahlt wird? :O_o:

Fakeedit: Und mit Billiglohnland Deutschland hat das so pauschal auch nix zu tun. Wenn man sich entsprechende Bereiche z.B. in der Industrie anschaut, sieht man, dass Deutschland noch immer mit die hoechsten Loehne weltweit hat.
 
Wir reden nicht von Arbeitgebern allgemein sondern ganz konkret von der Bahn.
ich habe aber explizit allgemein von arbeitgebern gesprochen und dass die eh immer schuld seien...
bei der bahn kann ich es absolut nicht beurteilen, aber ich vermute dass es wie überall ist: es ist nicht so einfach, wie es auf den ersten blick wirkt. und vor allem hat alles 2 seiten...
 
Immerhin haben die Lokfuehrer ja noch ne gewisse Verantwortung zu tragen,

Was denn für eine Verantwortung? Es fällt mir schwer, einen Beruf zu finden, in dem einem noch mehr vorgeschrieben wird, was man machen soll und darf. Das Einzige, was sie selbständig machen dürfen, ist eine Notbremsung - das war es dann aber auch schon mit der Verantwortung :ugly:
 
Was denn für eine Verantwortung? Es fällt mir schwer, einen Beruf zu finden, in dem einem noch mehr vorgeschrieben wird, was man machen soll und darf. Das Einzige, was sie selbständig machen dürfen, ist eine Notbremsung - das war es dann aber auch schon mit der Verantwortung :ugly:
Halt die Verantwortung dafür, nicht im Vollrausch zur Arbeit zu kommen und 100 Leute in den Tod zu fahren. :kaffee:
 
Was denn für eine Verantwortung? Es fällt mir schwer, einen Beruf zu finden, in dem einem noch mehr vorgeschrieben wird, was man machen soll und darf. Das Einzige, was sie selbständig machen dürfen, ist eine Notbremsung - das war es dann aber auch schon mit der Verantwortung :ugly:

Was ist der groesstmoegliche Schaden, den... ein Kellner im Restaurant anrichten kann? Das Steak auf der Hose, statt auf dem Teller? Ich denke schon, dass es ein oder zwei Jobs gibt, bei denen es schlicht unmoeglich ist, ein paar Hundert Leute umzubringen und/oder Lebensmuede ueber den Haufen zu fahren.
 
Der kellner verdient ja auch weniger und wird lange nicht die annehmlichkeiten eines lockführers besitzen, der hat sm ende nicht mal eine lohnfortzahlung im krankeitsfall, abgesehen davon was es bedeutet unter enormen stress akkordarbeit zu leisten, im stehen. es ist aber so oder so falsch berufe irgendwie vergleichen zu wollen, eine leistung sollte entsprechend bezahlt werden aber nicht dafür dass einer ja nicht besoffen zur arbeit kann.
 
Verantwortung ist relativ. Andere Mitarbeiter haben im Gegensatz zum Lokführer direkten Einfluss auf den Umsatz des Unternehmens. Das ist auch eine Verantwortung. Letztendlich sind die Lokführertarifverträge für den Qualifikationslevel des Berufs sicherlich am oberen Ende der Skala anzusiedeln. Ohne dem Berufsstand jetzt zu nah treten zu wollen.
 
ch denke schon, dass es ein oder zwei Jobs gibt, bei denen es schlicht unmoeglich ist, ein paar Hundert Leute umzubringen

Und einer davon ist Lokführer! Außer man ist völlig verblödet und selbst dann ist es extrem schwer. Nein, sorry, aber wenn man schon einen höheren Lohn von Lokführern rechtfertigen will, kann man gerne Schichtbetrieb oder Eintönigkeit oder seelische Belastung durch Selbstmörder anführen, aber bitte nicht Verantwortung.
 
Das sind 1500-2000 Euro netto? Ich weiss nicht, wie ich das nicht erschreckend wenig finden sollte. Immerhin haben die Lokfuehrer ja noch ne gewisse Verantwortung zu tragen, wodurch fuer mich zwangslauefig die Frage aufkommt, was dann - wenn die Lokfuehrer schon so wenig verdienen - noch den Zugbegleitern bezahlt wird? :O_o:

Vielleicht bedingt durch die Wahl meines Studiums bin ich ja eigentlich eher auf der Seite derer die sagen, dass die Löhne in der BRD zu niedrig sind, nur muss man das auch mal realistisch sehen. Erschreckend niedrig ist rein subjektiv, wenn man das objektiv betrachten möchte gibt es da zig Definitionen und Richtwerte die ihrerseits aber auch oft durch diejenigen beeinflusst werden, die sie festlegen.

Von Niedriglöhnen redet man in der BRD in einem Bereich so um die 1900 Brutto, die sogenannte Armutsrisikoschwelle liegt bei 60% des Medianeinkommens, welches in Deutschland wiederum pi mal Daumen bei 3300 Brutto liegt.

Also bei 2500 Brutto im Monat kann man weder von Armut noch von Niedriglöhnen reden, bei 3000 aufwärts erst recht nicht mehr. Sicher, auch mit 3400 Brutto wird man keinen Porsche leasen und ein Haus an der Elbchausee beziehen können, aber das ist es Schicksal dass 99% der anderen Arbeitnehmer auch teilen. Es ist zumindest mehr als ausreichend um solide Lebensverhältnisse in der BRD zu ermöglichen.

Wie eingangs beschrieben, eigentlich bin ich ja des Studiums wegen der Ansicht, dass Löhne im Prinzip immer höher sein könnten, nur bitte nicht auf Biegen und Brechen. Wenn 3400 Brutto erschreckend niedrig sein sollen, was wäre dann nicht erschreckend? Die französischen Gehälter als Vergleich sind wenig hilfreich, da Frankreich dank dieser Politik auf Gut Deutsch am Arsch ist und es dort irgendwann mächtig knallen wird, sollten da keine Reformen kommen. Und 4000 Euro und mehr fürs, pardon, Knöpfchendrücken?

Als Lokführer muss man ja nicht mal eine besonders qualifizierte Schulbildung haben, nach 3 Jahren ist man mit der Ausbildung fertig. Und dann? Sehr simpel ausgedrückt: Gas geben, Bremsen, an die Geschwindigkeit halten und alle paar Sekunden der Zentrale/ dem Computer mitteilen dass man noch lebt. Ich mein, selbst Pünktlichkeit ist ja eher eine nette Dreingabe wenn sie denn mal eintrifft.

Verantwortung hin, Verantwortung her... jeder Busfahrer hat mehr Aufgaben und Funktionen um die er sich kümmern muss, darunter so nervige Elemente wie Gegenverkehr oder überhaupt Verkehrsteilnehmer im Allgemeinen, die den gleichen Verkehrsweg benutzen.

Ich möchte hier auch gar nicht über Gebühr gegen die Lokführer ablästern, aber deren Löhne sind meiner rein subjektiven Sicht nach nicht zu niedrig sondern durchaus angemessen. Und ich bin auch der Ansicht, dass sich insbesondere die Gewerkschaften zu sehr darauf verlassen, dass die Züge auch in der Zukunft noch von Menschen betrieben werden. Wenn Google es schafft PKWs per Computer durch den Straßenverkehr zu losten, wie schwer kann da die Programmierung eines Zuges sein, der nach einem bestimmten Tempolimit fährt und der bei Hindernissen auf der Strecke eine Notbremsung einleitet?
 
Zuletzt bearbeitet:
Und ich bin auch der Ansicht, dass sich insbesondere die Gewerkschaften zu sehr darauf verlassen, dass die Züge auch in der Zukunft noch von Menschen betrieben werden. Wenn Google es schafft PKWs per Computer durch den Straßenverkehr zu losten, wie schwer kann da die Programmierung eines Zuges sein, der nach einem bestimmten Tempolimit fährt und der bei Hindernissen auf der Strecke eine Notbremsung einleitet?

Es wäre ja auch nicht das erste Mal, daß Züge führerlos unterwegs sind. Bei Nahverkehrssystemen gibt es das seit Jahren und auch bei viel komplexeren "Verkehrs"systemen, wie z.B. auf modernen Containerterminals, ist kein Mensch mehr unterwegs. Kollege Computer lenkt und es ist nicht nur sicherer, sondern auf Dauer auch billiger.

Die Lokführer haben nur deshalb noch nicht das gleiche Schicksal wie die Bahnhofsvorsteher ereilt, weil die Anfangsinvestitionen ziemlich hoch sind und weil es genzüberschreitenden Bahnverkehr gibt und sich da alle einig sein müssen. Und weil die Menschen ein unbegründetes Unwohlsein haben, wenn kein Hansel mehr da vorne auf einen Knopf drückt. Aber auch da wird der Zeitpunkt mittelfristig kommen und dann stirbt Beruf aus.
 
Ein Herz aus Gold
Die Schweiz wird ein Hort direktdemokratischen Totalitarismus, rationale Argumente spielen keine Rolle mehr. So auch im Fall der Abstimmung "Rettet unser Schweizer Gold". von Hannes Grassegger


schweiz-gold-volksinitiative-540x304.jpg


[...]
Die schlausten Ökonomen des Landes überbieten sich mit Argumenten, warum die Initiative komplett schwachsinnig ist.
[...]
Es gibt tonnenweise Gründe gegen diese Initiative. Sie würde dem Land schaden, davon ist die Mehrzahl der Beobachter überzeugt. Aber die drei rechten Außenseiter, die sie gestartet haben, können laut jüngsten Umfragen knapp 40 Prozent der Stimmberechtigten überzeugen. Rationale Gründe spielen keine Rolle mehr.
[...]
http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-11/schweiz-gold-volksentscheid
_____________________

Wieder mal ein schönes Beispiel, warum ich Volksentscheide jenseits der dörflichen Entscheidungsebene rigoros ablehne. Oder wie es einer Kommentatoren nett formuliert hat: "Es dürfen auch die Leute wählen, für die auf Pizzapackungen "Bitte Folie nicht verzehren" steht." :D
 
Hoeneß-Banker auf der Flucht vor deutschen Behörden
Der in Polen festgehaltene Banker ist in die Schweiz getürmt. Er wurde in Zusammenhang mit der Steueraffäre um Uli Hoeneß Ende Oktober festgenommen.


vontobel-bank-540x304.jpg


[...]
H. konnte sich zuletzt in Polen frei bewegen. Das Bezirksgericht hatte einen Haftbefehl abgelehnt, dem Banker aber verboten, das Land zu verlassen. Die Auflage lautete, er müsse sich jeden zweiten Tag bei der Polizei melden. Sein Pass wurde eingezogen und er musste eine Kaution von 250.000 Euro hinterlegen – das Geld wurde Schweizer Medien zufolge von der Vontobel-Bank bezahlt.

Mit seiner Flucht in die Schweiz könnte H. einer Befragung oder gar Anklage in Deutschland gänzlich entgehen, da das Land keine Staatsbürger an andere Länder ausliefert.
[...]

http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-11/uli-hoeness-banker-flucht-polen-schweiz
__________

Der wußte wohl, warum er heim in die Berge wollte...
 
Ein Herz aus Gold
Die Schweiz wird ein Hort direktdemokratischen Totalitarismus, rationale Argumente spielen keine Rolle mehr. So auch im Fall der Abstimmung "Rettet unser Schweizer Gold". von Hannes Grassegger


schweiz-gold-volksinitiative-540x304.jpg


[...]
Die schlausten Ökonomen des Landes überbieten sich mit Argumenten, warum die Initiative komplett schwachsinnig ist.
[...]
Es gibt tonnenweise Gründe gegen diese Initiative. Sie würde dem Land schaden, davon ist die Mehrzahl der Beobachter überzeugt. Aber die drei rechten Außenseiter, die sie gestartet haben, können laut jüngsten Umfragen knapp 40 Prozent der Stimmberechtigten überzeugen. Rationale Gründe spielen keine Rolle mehr.
[...]
http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-11/schweiz-gold-volksentscheid
_____________________

Wieder mal ein schönes Beispiel, warum ich Volksentscheide jenseits der dörflichen Entscheidungsebene rigoros ablehne. Oder wie es einer Kommentatoren nett formuliert hat: "Es dürfen auch die Leute wählen, für die auf Pizzapackungen "Bitte Folie nicht verzehren" steht." :D
Ich muss gestehen, mich hat dieser Artikel eben köstlich amüsiert. :D Auf der Basis einer Initiative, der bereits im aktuellen Stadium voraussichtlich sämtliche Mehrheiten fehlen, und dem offensichtlich fehlenden Verständnis gegenüber der Regierungsform, wird mal wieder das zynische Szepter über einem souveränen Verfassungs- und Rechtsstaat geschwungen und Wortkonstrukte – am Beispiel des direktdemokratischen Totalitarismus – konstruiert, die es vermutlich nicht einmal in das famose Skript eines Uwe Boll Politkrimis schaffen würden.

Die perfekte Mischung aus einem populistischen Rundumschlag und einer vorsätzlichen Desinformation und sozusagen das Grundgerüst einer makellosen SVP-Kampange, dessen Formulierungen selbst der Blick hierzulande nicht besser hätte publizieren können. Leider kommt dabei die differenzierte und kritische Auseinandersetzungen mit dem eigentlichen Inhalt zu kurz, die es zweifelsfrei dringend braucht.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück
Oben