Das sind 1500-2000 Euro netto? Ich weiss nicht, wie ich das nicht erschreckend wenig finden sollte. Immerhin haben die Lokfuehrer ja noch ne gewisse Verantwortung zu tragen, wodurch fuer mich zwangslauefig die Frage aufkommt, was dann - wenn die Lokfuehrer schon so wenig verdienen - noch den Zugbegleitern bezahlt wird?
Vielleicht bedingt durch die Wahl meines Studiums bin ich ja eigentlich eher auf der Seite derer die sagen, dass die Löhne in der BRD zu niedrig sind, nur muss man das auch mal realistisch sehen. Erschreckend niedrig ist rein subjektiv, wenn man das objektiv betrachten möchte gibt es da zig Definitionen und Richtwerte die ihrerseits aber auch oft durch diejenigen beeinflusst werden, die sie festlegen.
Von Niedriglöhnen redet man in der BRD in einem Bereich so um die 1900 Brutto, die sogenannte Armutsrisikoschwelle liegt bei 60% des Medianeinkommens, welches in Deutschland wiederum pi mal Daumen bei 3300 Brutto liegt.
Also bei 2500 Brutto im Monat kann man weder von Armut noch von Niedriglöhnen reden, bei 3000 aufwärts erst recht nicht mehr. Sicher, auch mit 3400 Brutto wird man keinen Porsche leasen und ein Haus an der Elbchausee beziehen können, aber das ist es Schicksal dass 99% der anderen Arbeitnehmer auch teilen. Es ist zumindest mehr als ausreichend um solide Lebensverhältnisse in der BRD zu ermöglichen.
Wie eingangs beschrieben, eigentlich bin ich ja des Studiums wegen der Ansicht, dass Löhne im Prinzip immer höher sein könnten, nur bitte nicht auf Biegen und Brechen. Wenn 3400 Brutto erschreckend niedrig sein sollen, was wäre dann nicht erschreckend? Die französischen Gehälter als Vergleich sind wenig hilfreich, da Frankreich dank dieser Politik auf Gut Deutsch am Arsch ist und es dort irgendwann mächtig knallen wird, sollten da keine Reformen kommen. Und 4000 Euro und mehr fürs, pardon, Knöpfchendrücken?
Als Lokführer muss man ja nicht mal eine besonders qualifizierte Schulbildung haben, nach 3 Jahren ist man mit der Ausbildung fertig. Und dann? Sehr simpel ausgedrückt: Gas geben, Bremsen, an die Geschwindigkeit halten und alle paar Sekunden der Zentrale/ dem Computer mitteilen dass man noch lebt. Ich mein, selbst Pünktlichkeit ist ja eher eine nette Dreingabe wenn sie denn mal eintrifft.
Verantwortung hin, Verantwortung her... jeder Busfahrer hat mehr Aufgaben und Funktionen um die er sich kümmern muss, darunter so nervige Elemente wie Gegenverkehr oder überhaupt Verkehrsteilnehmer im Allgemeinen, die den gleichen Verkehrsweg benutzen.
Ich möchte hier auch gar nicht über Gebühr gegen die Lokführer ablästern, aber deren Löhne sind meiner rein subjektiven Sicht nach nicht zu niedrig sondern durchaus angemessen. Und ich bin auch der Ansicht, dass sich insbesondere die Gewerkschaften zu sehr darauf verlassen, dass die Züge auch in der Zukunft noch von Menschen betrieben werden. Wenn Google es schafft PKWs per Computer durch den Straßenverkehr zu losten, wie schwer kann da die Programmierung eines Zuges sein, der nach einem bestimmten Tempolimit fährt und der bei Hindernissen auf der Strecke eine Notbremsung einleitet?