Dieser Lobbyverein ließ Affen Dieselabgase einatmen
- Die von der Autoindustrie finanzierte Forschungseinrichtung, die Affen Dieselabgase einatmen ließ, war ein Lobbyisten-Verein mit wissenschaftlicher Fassade.
- Dokumente zeigen, wie der Verein den Dieselmotor anpries und Umweltprobleme weitgehend ignorierte.
- Die Autokonzerne distanzieren sich nun von den Tests und der Forschungseinrichtung.
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Von dem Affentest mit einem VW-Beetle wussten in dem Verein alle. In einem EUGT-Report über die Arbeit der Jahre 2012 bis 2015 werden "mehrstündige Inhalationsversuche mit Affen" offen beschrieben. Der Versuch erfolge "mit direkten Dieselabgasen aus den Fahrzeugmotoren". heißt es in dem Bericht. Der Schwerpunkt der Studie liege auf den Kurzzeitwirkungen der Abgase auf die Lunge und das Herz-Kreislaufsystem. Einwände gegen den Affentest gab es damals keine, jedenfalls ist davon nichts zu lesen in dem EUGT-Report.
Im Vorstand des Forschungsvereins saßen Manager von BMW, Daimler und
Volkswagen, und auch ein Vertreter der Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport. Den Forschungsbeirat bildeten sieben Professoren und Doktoren, angeführt von Prof. Dr. Helmut Greim von der TU München. Das offizielle Ziel lautete, die Auswirkungen des Verkehrs auf Menschen und Umwelt vorurteilsfrei zu untersuchen und zu dokumentieren. Dafür würde sogar Albert Einstein bemüht, mit dem Zitat: "Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom".
Bei genauer Betrachtung erweist sich der vermeintliche Forschungsverein aber als etwas ganz anderes. Vielmehr handelte es sich um eine Lobbyisten-Truppe mit wissenschaftlicher Fassade. Deutlich wird das beispielsweise in einem Newsletter vom Juni 2013 (
PDF), in dem der Dieselantrieb als "Motor des Fortschritts" gefeiert wird. Der Diesel-Pkw werde Benzinern beim CO₂-Ausstoss und beim Kraftstoffverbrauch "auch in Zukunft ... überlegen sein", heißt es. Garniert ist der Newsletter dann noch mit jener Patent-Urkunde, die der Ingenieur Rudolf Diesel für seine Erfindung 1893 vom Kaiserlichen Patentamt in Berlin erhielt.
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