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Ich finde es falsch, wie sich der Westen nun wieder einmischt.

Man darf sich schon fragen, warum wir die jetzige ukrainische Übergangsregierung einfach so akzeptieren. Und warum wir 1,6 Milliarden Euro Soforthilfe und weitere 9,4 Milliarden an ein Nicht-EU-Land zahlen.

An Putins Stelle würde ich jetzt auch standhaft bleiben.
 
Gut, daß sich Putin nicht eingemischt hat. Das entspannt die Lage gleich deutlich :grins:

Ach so... wie du mir, so ich dir wird somit legitimiert? ;)

Mal gucken, was sich der Westen nun in der Ukraine erschafft. Die letzten 20 Jahre können wir ja auf eine positive Bilanz zurück blicken... :D

Niemand weiss, wie sich die Machtverhältnisse in der Ukraine entwickeln. Aber mit der Unterstützung fragiler Staaten haben wir ja Erfahrung.
 
Ach so... wie du mir, so ich dir wird somit legitimiert? ;)

Nein, aber man kann auch nicht einfach zugucken, wie Putin sich hier Teile anderer souveräner Länder unter den Nagel reißt. Das Zeichen wäre angesichts Putins Visionen fatal. Zudem die Zahlungen an die Ukraine ja dazu dienen, das Land zu stabilisieren und nicht, um hier etwas zu okkupieren.

Die Alternative wäre, den Kopf in den Sand zu stecken und das Ganze zu ignorieren. Keine gute Idee, imho.
 
Ich glaube, letztendlich sind es ganz einfache Beweggründe, die Putin so handeln ließen.

Es geht einfach den darum Sewastopol und die Schwarzmeerflotte vor einer eu-freundlichen Isolation zu bewahren, seit sich der zweifelsfreie Verbrecher Janukowitsch verdrücken musste.
Nationalisten sind da nur das Mittel zum Zweck. Wenn Estland, Lettland und Litauen nicht mittlerweile in der EU wären könnte Putin auch da argumentieren, native Russen müssten geschützt werden. Nationalistische Strömungen gibt es immer.

Und dieses ganze Gelaber, es befänden sich keine russischen Truppen auf der Krim ist ja nun wirklich zum Totlachen, wenn man sich noch nicht mal die Mühe gemacht hat, die Kennzeichen der Fahrzeuge abzuschrauben.
 
Putins Visionen werden ihn ohnehin noch früh genug schaden. Mit Wirtschaftlichkeit hat das alles nichts zutun und sollte er sich auch den Rest der östlichen Ukraine einverleiben, wird das ein teures Verlustgeschäft, an dem sich Russland irgendwann derbe verschlucken wird. Insofern wäre das alles andere als ein fatales Signal. Besonnenheit sollte viel mehr auf der Tagesordnung stehen. Und vor allem sollte man mal die Ukrainer in Ruhe selbst entscheiden lassen, wohin für sie die Reise gehen soll, anstatt sie von westlicher und östlicher Seite aus ständig zu manipulieren und zu bearbeiten.
 
Insofern wäre das alles andere als ein fatales Signal. Besonnenheit sollte viel mehr auf der Tagesordnung stehen.

Putin das einfach so durchgehen zu lassen, wäre ein fatales Signal. Und die EU reagiert in dem Fall durchsaus besonnen, nämlich ohne Truppen und ohne harte Sanktionen. Es sein denn, Du verstehst unter Besonnenheit, Putin noch mal übers Köpfchen zu streichen und "Du Du Du, bitte nicht nochmal" zu machen.
 
5,7 Mrd. € deutsche Exporte und 6,6 Mrd € deutsche Direktinvestitionen sprechen schon dafür, daß es für uns teuer werden könnte.
 
Wir wissen ja alle, dass es bei den knapp 10 Mrd Hilfen nicht bleiben wird. Am Ende würden wir unsere Exporte dann wieder hintenrum durch die Brust ins Auge quasi selbst bezahlen. Man kann nicht für jeden Scheiß, der in der Welt passiert, aufkommen und man sollte endlich aufhören, die Welt in jedem hinterletzten Winkel besser machen zu wollen.

Nach einem halben Jahrzehnt alternativloser Politik in Europa ist man diese Alternativlosigkeit mittlerweile auch endgültig leid (das soll jetzt keine Anspielung oder Sympathie zur AfD sein, in der Schuldenkrise war die Politik tatsächlich alternativlos). Hier allerdings war sie nicht alternativlos.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Ukraine braucht zudem gut 35 Milliarden Euro. Stand heute. Wer weiss, wie das sich unter der zukünftigen Regierung entwickeln wird.

Es ist nicht sicher, dass die Ukraine irgendwann zur EU gehören will, es ist nicht sicher, wie es innen- und aussenpolitisch weiter gehen wird. Aber wir schicken Milliarden in das Land. Hier geht es doch nicht um die Ukraine, es geht darum Russland damit "Stärke" zu zeigen.
 
Wird in einem Land mit derartiger Korruptionsrate bestimmt super funktionieren. Aber wir haben das Geld ja. Not.

Wer im Glashaus sitzt. Gerade Deutschland sollte anderen Nationen nichts im Hinblick auf Korruption und Vetternwirtschaft vorwerfen...

Hinsichtlich der Entwicklung wird, wie immer, mit zweierlei Maß gemessen. Russland verhält sich falsch. Der Westen hat genau das über Jahrzehnte zuvor immer wieder getan. Das legitimiert die Vorgänge keinesfalls. Es sollte aber jedem Moralapostel gebieten die Fresse zu halten, der nicht auch jede, gleichartige, westliche Intervention der Bündnispartner derart scharf verurteilt hat.


Man stelle sich vor es gäbe ein deutsche Minderheit in Dänemark. In Dänemark fände ein völkerrechtswidriger (steht ihr ja alle so drauf. uuuh völkerrecht. au weia) Putsch wider der Verfassung des Landes statt. Das Land versänke im Chaos. Gleichzeitig unterhielte Deutschland in Dänemark einen Militärstützpunkt / Pacht. Angehörige des Flottenverbandes leben dort. Faschistisch geprägte Aufstände brechen aus und drohen den Angehörigen der deutschen Minderheit mit dem Tod. Die deutsche Minderheit ersucht Hilfe bei der Bundesregierung. Was würde Merkel tun?


Ferner: http://www.zeit.de/2014/11/pro-russische-position-eugen-ruge
 
Wer im Glashaus sitzt. Gerade Deutschland sollte anderen Nationen nichts im Hinblick auf Korruption und Vetternwirtschaft vorwerfen...


In diesem Fall möglicherweise schon...

http://cpi.transparency.org/cpi2013/results/

Die einzigen, die noch nach der Ukraine kommen sind afrikanische Staaten und einige krisengeschüttelte ehemalige Sowjetstaaten in Asien.

Und was das Messen mit zweierlei Maß angeht - in Medien und Politik ist das sicherlich der Fall. Umfragen in der Bevölkerung haben aber ergeben, dass viele den Westen sehr wohl mitschuldig an der Misere machen. Ganz so blöd wie man immer meint, sind die Leute dann manchmal doch nicht.
 
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