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können wir uns vielleicht drauf einigen, das adjektiv "schön" in verbindung mit egal welcher dieser politiktanten aus den sätzen zu streichen, es sei denn es geht um sowas wie: "die ist ganz schön vor die wand gelaufen" oder ähnliches?
Was ist mit Consuela?

schwesig-vereidigung-DW-Politik-Schwerin.jpg
 
Die Petry hat auch wieder so Dinger rausgehauen. Auf die Frage hin, ob man sich denn Gedanken machen müsse, da so viele Ex-NPD Wähler die AfD gewählt haben, schwadronierte sie davon, dass sie nichts davon hielte, Wähler in gut oder schlecht einzuteilen, alle Parteien demokratisch sind und man deren früheres und heutiges Wahlverhalten akzeptieren muss.
Dann machte sie dem Moderator noch den Vorwurf, ihre Wähler zu diffamieren.

Auf die Frage, wie sie mit den ("ehemaligen") Rechtsextremen, die der AfD beigetreten sind, verfahren will und ob sie sich davon distanziert, gab es keine richtige Antwort. Macht einen Ausschuss ehemaliger rechtsextremer Kräfte wohl unwahrscheinlich.
Im Endeffekt hat sie recht. Das Braun nicht gut ist, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren, aber da wir in einer Demokratie leben, müssen wir uns auch mit anders Denkenden befassen. Auch wenn sie nicht unsere Ansichten teilen, denn davon lebt auch eine Demokratie. Wenn wir diese Ansichten niederprügeln, dann sind wir aus meiner Sicht nicht anders.

Die AfD ist halt ein Hort für viele gesellschaftliche Verierer, die sich sonst politisch als vergessen ansehen.

Damit kein falscher Eindruck entsteht, ich selber sympathisiere nicht im geringsten mit der AfD, aber wir müssen uns mit den Wählern befassen, damit wir die Probleme und Ängste der Personen auch verstehen können die sie wählen.
 
Naja, es ist aber nun mal ein Sammelbecken für die Verlierer, für die tatsächlichen und die nur gefühlten Verlierer. Wie bei allen Parteien, die einen großen Teil ihrer Wähler aus dem Protestwählerbecken schöpfen. Natürlich sind es nicht die Einzigen, die die AfD wählen, aber doch ein recht großer Brocken.
 
Mit so einer Pauschalisierung macht man es sich aber auch zu einfach. Ich will hier jetzt gar nicht großartig gegen die gängige politische Windrichtung diskutieren, aber dass sich das Wählerprofil der AFD einmal quer durch die Gesellschaft zieht, weiß man doch mittlerweile auch.


Nicht nur, ich denke aber, dass die Abgehängten schon prägend in der AfD-Wählerschaft sind. Da kommen dann Positionierungen wie harte Kante gegen die Einwanderungspolitik und ein protektionistisches Wirtschaftsdenken gut an. Es ist aber ja auch nun mal so, dass diese Gesellschaftsgruppen von den großen Parteien überhaupt nicht mehr erreicht wurden und denen das Thema Flüchtlinge ja mehr als alles andere im Kopf rumspukt. Die Linke fürchtet ja auch die Abwanderung weiter Teile ihrer Wählerschaft (die man auch als abgehängt bezeichnen könnte), trotzdem möchte man sich wohl nicht Flüchtlings-kritisch positionieren, um die links-ideologischen Mitglieder nicht zu verprellen. Wagenknechts Ausflug nach rechts sehe ich als reine Stimmensicherung an, egal was sie persönlichen über das Thema denken mag.

Insgesamt sollte man sich nicht über den kometenhaften Aufstieg der AfD wundern – wenn man sich in Europa umsieht, dann war Deutschland überfällig, was das Aufkeimen rechtspopulistischer Parteien angeht. Dieses Feld wurde lange ganz subtil von der CDU/CSU abgedeckt, heute geht aber mehr und mehr dieses Unions-typische Wahlverpflichtungsgefühl und die Flüchtlingskrise war der Katalysator dieses politischen Prozesses. Ich glaube nicht, dass es je zu einer Regierungsbeteiligung der AfD kommen wird. Ich meine, wie lange mischt die Front National schon mit und hatte nie was mitzureden? Ist halt eine neue Situation für alle.
 
Mit so einer Pauschalisierung macht man es sich aber auch zu einfach. Ich will hier jetzt gar nicht großartig gegen die gängige politische Windrichtung diskutieren, aber dass sich das Wählerprofil der AFD einmal quer durch die Gesellschaft zieht, weiß man doch mittlerweile auch.

Alex.Sequent drückt sich hier zwar auch etwas ungenau aus, hat aber im Prinzip nicht unrecht. Die Modernisierungsverlierertheorie ist der populärste Erklärungsansatz für die Wahl von rechtspopulistischen Parteien in Europa. Zahlreiche quantitativ-statistische Studien haben das auch bestätigen können. Das Problem ist allerdings, dass die Medien die wissenschaftliche Modernisierungsverlierertheorie oft missverstehen und monokausal auf wirtschaftliche Ursachen beziehen. Dabei spielen psychologische Faktoren eine wesentliche Rolle. Daher in aller Kürze: Zur Wahl rechtspopulistischer Parteien neigen Menschen, welche sich durch die Folgen der Globalisierung, Migration und des sozialen Wandels überfordert sehen, da diese die gesellschaftliche Normalität und auch die eigene gesellschaftliche Position in Frage stellen. Daraus entsteht ein subjektives Bedrohungsgefühl, welches oft Anknüpfungspunkte für klassische rechtspopulistische Themen bietet. (z. B. Migranten/Flüchtlinge als Sündenböcke für Missstände) Wenn in der Politikwissenschaft von Modernisierungsverlierern gesprochen wird, dann sind oft auch subjektive Verlierer bzw. Menschen mit Abstiegsängsten gemeint.
 
mMn wählen die afd vor allem leuten die nicht willens oder fähig sind, sich vernünftig zu informieren und zu hinterfragen. sowas geht dann auch häufig mit mangelnder bildung einher.
diese leute treffen dann entscheidungen auf basis ihrer gefühle, mit fakten und statistiken können oder wollen sie nichts anfangen. (das hab ich ja auch schon mehrfach geschrieben)
aktuell befriedigt die afd dieses bedürfnis (die welt "einfach" zu halten) ganz gut. ich glaube allerdings, dass man mit guter politik viele dieser menschen auch wieder abholen kann. man muss aber zeit und geduld mitbringen. und man muss das bildungsniveau erhöhen. leider findet das nicht statt. stattdessen reagieren politiker polemisch, platt, gefühlsorientiert und auf der gleichen ebene, wie die afd(vor allem die csu), was die menschen in ihren sorgen dann ja nur noch bestärkt.
 
Im Endeffekt hat sie recht. Das Braun nicht gut ist, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren, aber da wir in einer Demokratie leben, müssen wir uns auch mit anders Denkenden befassen. Auch wenn sie nicht unsere Ansichten teilen, denn davon lebt auch eine Demokratie. Wenn wir diese Ansichten niederprügeln, dann sind wir aus meiner Sicht nicht anders.

Die AfD ist halt ein Hort für viele gesellschaftliche Verierer, die sich sonst politisch als vergessen ansehen.

Damit kein falscher Eindruck entsteht, ich selber sympathisiere nicht im geringsten mit der AfD, aber wir müssen uns mit den Wählern befassen, damit wir die Probleme und Ängste der Personen auch verstehen können die sie wählen.
Für mich sind Rechtsextreme aber keine Andersdenkenden, mit denen ich mich befassen muss.
Und mir geht's da auch nicht ums Niederprügeln, wenn aber eine Partei rechtsextreme Strömungen und Personen in ihren Reihen hat und diese nicht konsequent verurteilt und ausschließt, dann ist das einfach nur lachhaft.

Und das mit dem Befassen finde ich eh immer kritisch. Nehmen wir das Wahlergebnis, jeder Fünfte hat also die AfD gewählt (zu 70% auch nur aus Protest und nicht aus Überzeugung). Warum also sollte man sich diesen 20% annähern?
Wenn jetzt jeder Fünfte hier im Forum etwas fordern würde, was die restlichen 80% nicht wollen, warum sollten die dann weitreichende Zugeständnisse machen?
Gerade dann, wenn diese Forderungen rein auf subjektiven Gefühlen beruhen und nicht auf irgendwelchen Fakten?

Die AfD wurde in Meck.-Pomm. in großen Teilen für ihre Flüchtlingspolitik gewählt. In einem Bundesland, in dem es eh nur wenige Ausländer/Muslime/Flüchtlinge gibt.
Das zeigt doch umso mehr, dass man sich diesem Denken nicht annähern muss.
 
Man muss sich nicht diesem Denken annähern, aber man muss die gesellschaftlichen Umstände, die eine Empfangsbereitschaft für die einfachen Parolen der AfD ermöglichen, versuchen richtig zu stellen. Es geht darum, Abgehängte zu fördern und ihnen keinen Grund für den Glauben an die falschen Versprechen der AfD zu geben. Auch das "bio-deutsche Prekariat" muss wieder in die Gesellschaft integriert werden, Integration beschränkt sich nicht nur auf Leute mit anderem Pass oder Migrationshintergrund.
 
Durchaus richtig, aber nicht ganz einfach bei Leuten, die man nicht mit Fakten erreichen kann. Und ich weigere mich ehrlich gesagt, hier ein Klima zu erzeugen, bei dem sich solche Leute anscheinend wohlfühlen, da würde ich dann zum Protestwähler! Das "bio-deutsche Prekariat" kann man ja ggf. noch durch Geldgeschenke milde stimmen, aber wenn man daß mit Allen versucht, die sich hier als Verlierer fühlen, sind selbst wir schnell pleite. Und ehrlich gesagt, widerstrebt mir auch das erheblich.
 
Man muss sich nicht diesem Denken annähern, aber man muss die gesellschaftlichen Umstände, die eine Empfangsbereitschaft für die einfachen Parolen der AfD ermöglichen, versuchen richtig zu stellen. Es geht darum, Abgehängte zu fördern und ihnen keinen Grund für den Glauben an die falschen Versprechen der AfD zu geben. Auch das "bio-deutsche Prekariat" muss wieder in die Gesellschaft integriert werden, Integration beschränkt sich nicht nur auf Leute mit anderem Pass oder Migrationshintergrund.
Da sind wir uns ja einig, mit ging es aber eben darum, den Leuten Zugeständnisse zu machen.
Das hat noch nie funktioniert, in Frankreich, um mal ein ganz nahes Beispiel zu nehmen, treibt der FN seit über 30 Jahren seine Spielchen und umso mehr sich die konservativen Parteien versucht haben anzubiedern, desto schwächer wurden sie bzw. stärker wurde der FN.

Es reicht imo da auch einfach nicht aus, provokant zu attackieren, hat man ja gestern sehen könne, wie Petry sich in den Angriffen gesuhlt hat.
Viel beschämender finde ich, dass Aktionen gegen Rechts immer weniger politische Unterstützung bekommen (und wenn einer wie Maas dann auch noch seinen Zuspruch für ein Konzert gegen Rechts gibt, als Unterstützer von Linksextremen beschimpft wird) und allgemein Aussteigerprogramme und andere soziale Programme immer mehr die Mittel entzogen werden.
 
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