Voll und ganz richtig.
Jeder Sachverhalt verlangt nach einer Einzelfallprüfung. Deswegen sind die Entscheider beim BAMF hochspezialisierte Leute - sprachkundig und mit den lokalen Gegebenheiten "ihres" Landes vertraut.
Und genau da kommt der Rechtsstaat an seine Grenzen. Diese Verfahren sind logischerweise zeitaufwendig und es gibt zu viele Antragsteller bei zu wenigen Spezialisten des BAMF.
Und genau deshalb sind aus meiner Sicht alle nationalen Lösungsansätze zum scheitern verurteilt.
Jeder EU-Staat sollte sich eigentlich zu einem gewissen Wertekodex bekennen und dazu zählt auch die Durchführung eines rechtstaatlichen und menschenwürdigen Asylverfahrens. Wenn andere Staaten uns keine Asylsuchenden (und deren Verfahren) abnehmen, werden wir über kurz oder lang verschiedenste Probleme bekommen, da bin ich mir sicher.
Es bringt nichts, wenn wenige Staaten die komplette Masse an Menschen bei sich aufnimmt und die anderen Staaten sehen dabei zu. Es dauert Monate bis ein Asylsuchender in Deutschland überhaupt die Gelegenheit bekommt, seinen förmlichen Antrag zu stellen und bevor er überhaupt mal ein Dokument mit Lichtbild bekommt (Aufenthaltsgestattung). Das eigentliche Asylverfahren dauert noch viel länger.
Und ich betone auch nochmal, dass für mich zum Asylverfahren auch die Beendigung des Aufenthalts dazu gehört, wenn ein negativer Bescheid erlassen wurde. Auch in dieser Hinsicht kommt Deutschland nicht hinterher.
Fairerweise muss man natürlich sagen, dass Deutschland lange Zeit auch eines der Länder war, die nur zugesehen haben, solange die Dublin-Regelung noch vollumfänglich umgesetzt wurde.