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Das Opportunismus eine Schande ist bezweifle ich nicht. Macht es aber in meinen Augen nicht besser. Im übrigen gab es im gesamten Deutschen Reich einen Tag nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler genau einen[!] Generalstreik. In einer Stadt mit 5.000 Einwohnern.
"Unmittelbar nachdem der letzte Reichspräsident der Weimarer Republik, Paul von Hindenburg, den „Führer“ der NSDAP, Adolf Hitler, zum Reichskanzler ernannt hatte, wurde von der württembergischen Bezirksleitung der KPD in Stuttgart ein Flugblatt verbreitet, das zum Massenstreik gegen Hitler und die bevorstehende NS-Diktatur aufrief. Verantwortlich hatte der Reichstagsabgeordnete Albert Buchmann gezeichnet.[1] Die Hoffnung bei dem im ganzen Reich von der KPD ergangenen Streikaufruf war, damit die Herrschaft des Nationalsozialismus noch abwenden zu können – nach dem Vorbild des Generalstreiks gegen den rechtsextremen Kapp-Putsch im Jahr 1920, der die Infrastruktur ganz Deutschlands lahmgelegt und so die noch junge pluralistische Demokratie von Weimar gerettet hatte."
Im Januar 1933 war die Macht der NSDAP anscheinend schon übermächtig und lähmte alle, die "Überlebensstrategie" musste da schon greifen. Die Deutschen wussten was kommen wird, so viele hatten gewarnt, Parteien [KPD: "Hitler bedeutet Krieg!"], Intellektuelle [u.a. Thomas Mann], etc. Und sie taten nichts. Diese achso vielen Millionen die nichts mit den Nazis zu tun hatten taten gegen die par tausend die wirkliche Nazis waren ... nichts. Auch dann nichts als sie noch etwas hätten tun können.
Das alles lässt sich heute natürlich sehr leicht sagen. Ich denke keiner von uns kann sich vorstellen, wie es war, in der Zeit der Nationalstaaten zu leben oder aufgewachsen zu sein, in der Zeit nach Kaiserreich und verlorenem Weltkrieg oder dies beides sogar miterlebt zu haben. In einer Zeit, in der die Medien noch so eingeschränkt waren, dass wir es uns mit Internet & Co. heute gar nicht mehr vorstellen können. Der Staat konnte nach dem Zusammenbruch der Weimarer Republik weder Ordnung, noch wirklichen Schutz garantieren. Schon zu Weimarer Zeiten gab es überall schwer bewaffnete Freikorps und die sind im Laufe des Aufstiegs der NSDAP eher nicht weniger geworden...
Gerade bei den angesprochenen Streiks war es in dieser Zeit auch nicht unüblich, sie paramilitärisch und brutal niederzuschlagen. Oder dein zitierter Streikaufruf. Von der KPD! Glaubst du ernsthaft, dass sich in der damaligen Zeit und politischen Umgebung die Mehrheit den radikalen Kommunisten von der anderen Seite des Spektrums hierbei angeschlossen hätte? Das würde nicht mal heute passieren, jedenfalls nicht nach Aufruf durch eine andere extremistische Partei. Heute kann man natürlich auch locker demonstrieren und es ist es relativ unwahrscheinlich, dass man dabei draufgeht oder schwer verletzt wird, eben weil der Staat meist noch einen gewissen Schutz garantieren kann.
Ich würde jedenfalls so ziemlich alles drauf wetten, dass auch heute die meisten von uns oder auch aus irgendeinem anderen beliebigen Land unter den gleichen Umständen genauso die Füße stillgehalten hätten. Den Mumm des wirklichen Widerstands hätte vielleicht einer von hundert. Und natürlich sind sie alle mitschuldig und müssen/mussten mit dieser Schuld leben. Mit weitergehenden Vorwürfen macht man es sich allerdings auch sehr einfach, wenn man keine Ahnung hat, wie es damals war.
Es gab schon nen riesigen Hitler-Hype in den ersten Jahren. Hitler und die Deutschen, das gehört zusammen. Ohne die Deutschen wäre Hitler nie so weit gekommen.
Um Pegida und Co. muss man sich imo auch gar nicht so große Sorgen machen. Die Voll-Schwachmaten haben auf Bundesebene eine ziemlich kleine Basis und die wird auch nicht mehr großartig wachsen. Sie sind ne Schande und sorgen für schlechte Presse, mehr aber auch nicht. Sorgen machen muss man sich erst, wenn die (Rechts)konservativen aus dem Bürgertum die Schnauze voll haben, sich politisch von keiner Partei mehr vertreten fühlen und das Ganze auf subtilere, intelligentere und fundierte Weise angehen.
Es gab schon nen riesigen Hitler-Hype in den ersten Jahren. Hitler und die Deutschen, das gehört zusammen. Ohne die Deutschen wäre Hitler nie so weit gekommen.
Logisch, ich wollte damit auch keinesfalls sagen, dass es eine schweigende Mehrheit gab, die gegen Hitler war. Die gab es erst spät, als man merkte, dass der Krieg keinesfalls zu gewinnen war. Ich wollte lediglich sagen, dass sich keiner von uns wirklich vorstellen kann, wie es war, in dieser Zeit zu leben und dass ich kaum glaube, dass wir alle Scholls gewesen wären.
Logisch, ich wollte damit auch keinesfalls sagen, dass es eine schweigende Mehrheit gab, die gegen Hitler war. Die gab es erst spät, als man merkte, dass der Krieg keinesfalls zu gewinnen war. Ich wollte lediglich sagen, dass sich keiner von uns wirklich vorstellen kann, wie es war, in dieser Zeit zu leben und dass ich kaum glaube, dass wir alle Scholls gewesen wären.
Ich glaube nicht, dass die meisten aus Angst schwiegen. Sie taten es, weil es sie schlichtweg nicht interessierte (was Hitler z.B mit den Juden machte) oder aus Obrigkeitshörigkeit. Und so lange man von den Kriegen profitierte und Deutschland siegreich war, haben die meisten auch nicht wirklich was dagegen gehabt. Kritisch haben das doch nur wenige wahrgenommen. Anlässe dafür gab es aber sicherlich genug. Trotz der Propaganda hat sich ja doch viel rumgesprochen. Man ahnte also, als es bergab ging, was für eine Schuld die Deutschen auf sich geladen hatten und dann ging man natürlich auch auf Distanz. Hätte Deutschland den Krieg gewonnen, hätte sich ja auch keiner hingestellt und gesagt, Mhm, der Weg dahin war aber jetzt nicht so prall gewesen.
BTW: Ich glaube, in der Weimarer Republik gab es eine ziemlich gute Presslandschaft. Wahrscheinlcih besser als heute.
Nicht wirklich.. aber so kann man sich doch alle zahlen schenken. Dann bitte auch nicht mehr mit den panik-attacken wegen der zahl kommen, wenn eine viel niedrigere wahrscheinlicher ist.
"In Dresden will Jaafar Abdul Karim von Pegida-Anhängern wissen, was sie auf die Straße treibt und ob sie Angst vor ihm, dem Journalisten mit Migrationshintergrund haben. Die Reaktion: Er wird angeschrien und angegriffen."
Manchmal ist mir die Bildzeitung ja wirklich sympathisch...
Nach dem man gestern sämtliche Hasskommentare inklusive Namen und Fotos veröffentlich hat, wurden jetzt direkt einige "Autoren" besucht. Ansonsten keine Überraschungen: (Früh)rentner haben Angst um ihren Job.
Das ist doch verlogene Scheiße von der BILD. Jahrelang hetzen sie selbst gegen Flüchtlinge und insbesondere Muslime, sie lügen, säen Hass und tun auch sonst alles, damit das Weltbild der besorgten Bürger vom kriminellen Moslem bestätigt wird.
BILD interessiert sich einen Dreck für Flüchtlinge und zieht diese #refugeeswelcome Show als reine Egoshow ab um selbst besser dazustehen. Derzeit ist es es eben gesellschaftlicher Konsens, gegen Fremdenhass einzustehen.
Das ist doch verlogene Scheiße von der BILD. Jahrelang hetzen sie selbst gegen Flüchtlinge und insbesondere Muslime, sie lügen, säen Hass und tun auch sonst alles, damit das Weltbild der besorgten Bürger vom kriminellen Moslem bestätigt wird.
BILD interessiert sich einen Dreck für Flüchtlinge und zieht diese #refugeeswelcome Show als reine Egoshow ab um selbst besser dazustehen. Derzeit ist es es eben gesellschaftlicher Konsens, gegen Fremdenhass einzustehen.
...und die scheinen sich dabei aber gar nicht mal so unwohl zu fühlen, dass Ihnen die größte Tageszeitung nun auch noch ein Forum bietet, millionen Gleichgesinnter mit ihrem Hass zu erreichen. Und das unter dem Deckmäntelchen der Empörung.
...und die scheinen sich dabei aber gar nicht mal so unwohl zu fühlen, dass Ihnen die größte Tageszeitung nun auch noch ein Forum bietet, millionen Gleichgesinnter mit ihrem Hass zu erreichen. Und das unter dem Deckmäntelchen der Empörung.
In jüngster Zeit wird oft davon gesprochen, dass die Stimmung in der Bevölkerung dabei ist zu kippen. Dies trifft nur teilweise zu. Vielmehr zeigen die Daten, dass zunächst viele nicht wagten, sich außerhalb des Kreises vertrauter Gesprächspartner mit ihren Bedenken zu exponieren. Auch jetzt haben noch 43 Prozent der gesamten erwachsenen Bevölkerung den Eindruck, dass man in Deutschland seine Meinung zu der Flüchtlingssituation nicht frei äußern darf und sehr vorsichtig sein muss, was man sagt.
[...]Dieses ungewöhnliche Phänomen, dass weite Teile der Bevölkerung glauben, sich mit ihrer Meinung zu einem aktuellen und gravierenden Problem nicht frei äußern zu dürfen, geht zum einen auf die Sorge zurück, in eine Ecke gestellt zu werden, in die man nicht gehört und gehören will. Die große Mehrheit jener, die der anhaltende Flüchtlingsstrom besorgt stimmt, ist weder ausländerfeindlich noch dem rechten Rand zuzuordnen. Viele fürchten jedoch, dass sie in diesen Verdacht geraten, wenn sie öffentlich ihre Besorgnis äußern. 55 Prozent der Befragten bewerten Berichterstattung als einseitig
Dies gilt umso mehr, als viele den Eindruck haben, dass die Risiken der derzeitigen Entwicklung weder in der öffentlichen politischen Diskussion noch in der Berichterstattung der Medien ausreichend berücksichtigt werden. Nur knapp ein Drittel der Bevölkerung empfindet die Berichterstattung der Medien über die Flüchtlingssituation als ausgewogen, 47 Prozent als einseitig.[...]
Das alles lässt sich heute natürlich sehr leicht sagen. Ich denke keiner von uns kann sich vorstellen, wie es war, in der Zeit der Nationalstaaten zu leben oder aufgewachsen zu sein, in der Zeit nach Kaiserreich und verlorenem Weltkrieg oder dies beides sogar miterlebt zu haben.
[...]
Mit weitergehenden Vorwürfen macht man es sich allerdings auch sehr einfach, wenn man keine Ahnung hat, wie es damals war.
Dieses Argument wird ja immer wieder gerne gebracht, aber wenn man diese Argumentation weiterspinnt dürfte man praktisch nichts und niemand kritisieren wo man nicht dabei ist. Das geht dann bei freizeitlichen Aktivitäten los [Fussball ist nen gutes Bsp., wer hällt sich denn alles für den besten Bundestrainer? ] und endet bei einer ganz anderen Thematik die man dann nicht mehr kritisieren dürfte: PEGIDA. Vieleicht war es aber auch wirklich so das man hätte etwas tun können, und es nicht etwa nicht getan wurde weil sie Angst hatten sondern weil sie es schlicht wollten. Letztendlich hast du sicherlich recht, keiner von uns kann die Stimmung in der Zeit nachvollziehen, aber an zumindest einer Tatsache ändert es nichts: Es ist nichts vom Großteil des Volkes unternommen worden um Hitler aufzuhalten. Nicht vor 1933, nicht wärend 1933, und auch nicht von 1933 bis 1945. Nun hat man halt zwei Möglichkeiten die Sache einzuschätzen: Die Leute konnten nicht [aus Angst, etc.] oder die Leute wollten nicht [aus Zustimmung, etc.]. Ersteres macht es dem deutschen Volk imo heute sehr leicht, zu leicht.
Oder dein zitierter Streikaufruf. Von der KPD! Glaubst du ernsthaft, dass sich in der damaligen Zeit und politischen Umgebung die Mehrheit den radikalen Kommunisten von der anderen Seite des Spektrums hierbei angeschlossen hätte? Das würde nicht mal heute passieren, jedenfalls nicht nach Aufruf durch eine andere extremistische Partei.
Hier gehst du imo zu sehr von einem modernen, demagogischen Bild der KPD aus, die KPD [gegründet 1919] war damals eine imo durchaus geachtete und respektierte Partei die neben guten Politikern [die u.a. aus der SPD kamen] auch Wahlerfolge auf Landesebene hatte, und zwar lange bevor die Weltwirtschaftskriese da war [1924: 12,6% und 8,9%, 1928: 10,6%, 1930 13,1%, 1932: 14,3% und 16,9%, 1933: 12,3%], im Gegensatz zur NSDAP. Natürlich gab es unter den Kommunisten auch Hardliner die Straßenschlachten für nötig erachteten, aber die Gleichsetzung "KPD = böse" ist imo in der Zeit Weimarer Republik das was du mir oben vorwirfst: Zu einfach gedacht. Z.B. hat die KPD nicht dafür gesorgt das Deutschland die Demokratie abgeschafft hat.
Achtung: leichter Zynismus
Und mal gänzlich von der Tatsache abgesehen das die KPD nicht die einzige Institution war die deutlich gewarnt hatte. Das sie scheinbar die einzige gewesen ist die die Eier gehabt hat auch öffentlich nochmals zum Widerstand aufzurufen ist eher ein Armutszeugnis für die anderen Parteien der damaligen Zeit.
Vieleicht war es aber auch wirklich so das man hätte etwas tun können, und es nicht etwa nicht getan wurde weil sie Angst hatten sondern weil sie es schlicht wollten. Letztendlich hast du sicherlich recht, keiner von uns kann die Stimmung in der Zeit nachvollziehen, aber an zumindest einer Tatsache ändert es nichts: Es ist nichts vom Großteil des Volkes unternommen worden um Hitler aufzuhalten. Nicht vor 1933, nicht wärend 1933, und auch nicht von 1933 bis 1945. Nun hat man halt zwei Möglichkeiten die Sache einzuschätzen: Die Leute konnten nicht [aus Angst, etc.] oder die Leute wollten nicht [aus Zustimmung, etc.]. Ersteres macht es dem deutschen Volk imo heute sehr leicht, zu leicht.
Vielleicht kam es auch falsch rüber, wollte gar nicht ausdrücken, dass die Mehrheit der Deutschen nichts dagegen tun konnte oder Hitler gar abgelehnt hat. Dem war nicht so, da stimme ich dir und Urgs durchaus zu, die Mehrheit war in der Anfangszeit auf seiner Seite, wenn nicht von Beginn an, dann doch zumindest im Laufe des Aufstiegs der NSDAP. Ich wollte nur deutlich machen, dass man immer die damaligen Begleitumstände berücksichtigen sollte, wenn man sich die Frage stellt, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass die Mehrheit der Deutschen auf einmal den Nationalsozialisten entweder zujubelte oder aber achselzuckend gewähren ließ.