Erneut fließen 40 Milliarden in die Ukraine
Der IWF übernimmt davon nur 17,5 Milliarden US-Dollar, anders als Griechenland darf die Ukraine auf einen Schuldenschnitt hoffen
Während sich die internationalen Geldgeber im Fall Griechenlands weiter hart zeigen, hat man im Fall der Ukraine immer noch die Spendierhosen an. Parallel zur
Verkündung des Waffenstillstands ab Sonntag wurde vom Internationalen Währungsfonds (IWF) berichtet, man habe sich mit dem Pleitelande auf neue "Kredite" in Höhe von 17,5 Milliarden US-Dollar geeinigt. Damit ist der Gesamtbetrag noch höher, als der, der bisher mit
15 Milliarden gehandelt wurde. Die Kredite, die vermutlich nie zurückgezahlt werden, würden über einen Zeitraum von vier Jahren verteilt und im Gegenzug müsse die Ukraine umfangreiche wirtschaftliche Reformen umsetzen.
Die in Kiew getroffene Vereinbarung muss noch vom Verwaltungsrat des IWF abgesegnet werden, doch IWF-Chefin Christine Lagarde erklärte heute in Brüssel, dass das noch "vor Ende Februar" erfolgen könne. Schon deutlich kleinlauter wird berichtet, dass der IWF nur den kleineren Teil eines Kreditpakets von insgesamt 40 Milliarden Dollar stemmen will, auf das die Ukraine rechnen könne. 22,5 Milliarden Dollar sollen aus anderen Quellen kommen. Lagarde nannte zum Beispiel die Europäische Union (deren Mitgliedsländer schon am IWF-Geld beteiligt sind) und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung, zudem soll Geld aus einzelnen Ländern kommen.
Besonders interessant ist, dass in anderen Ländern berichtet wird, die Ukraine dürfe auf einen Schuldenschnitt hoffen. In Berichten in deutschen Zeitungen wird das schlicht unterschlagen, wie sich in der
FAZ oder der
SZ zeigt. Das Land befand sich ökonomisch längst im freien Fall, durch den Krieg im Osten wurde es zu einem
Fass ohne Boden.
http://www.heise.de/tp/news/Erneut-fliessen-40-Milliarden-in-die-Ukraine-2548499.html