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Passierscheine behindern die Evakuierung
Die Evakuierung wird nicht nur durch die Kampfhandlungen sondern auch durch die bürokratischen Bestimmungen der ukrainischen Seite behindert. Wie das ukrainische Internet-Portal Korrespondent.net
berichtete , brauchen Personen in der "Zone der Anti-Terroristischen Operation" Passierscheine, um ihren Wohnort zu verlassen zu können.
Am Mittwoch behauptete Ministerpräsident Jazenjuk, aus Uglegorsk seien 2.500 Menschen evakuiert worden. Doch der Berater des ukrainischen Innenministers, Sorjan Schkirjak,
erklärte, die ukrainischen Sicherheitskräfte hätten nur 168 Personen aus der Stadt evakuiert.
Parallel zu den Ukrainern evakuierten auch die Soldaten der Donezk-Armee. Ein
Video , aufgenommen von Reportern der russischen Zeitung Komsomolskaja Prawda, zeigte die lange Schlange der Flüchtlinge, die nichts, außer ihren Kindern und eine Gepäcktasche, bei sich hatten. Den filmenden Journalisten trauten die Flüchtlinge zunächst nicht. Immer wieder wurden sie misstrauisch gefragt: "Seid ihr aus Russland?" Es gibt oft Beschwerden, dass westliche Journalisten die Tatsachen verdrehen.
Und wie berichtete das deutsche Fernsehen? Die ARD-Tagesschau
zeigte (Minute 5:03) am Dienstag einen Filmbericht über die Flüchtlinge von Uglegorsk, verschwieg aber, dass die in dem Film gezeigten Soldaten, welche bei der Evakuierung halfen, zur Donezk-"Republik" gehören. Der Bericht in der Tagessschau endete mit dem Satz: "Die Separatisten kündigen eine neue Groß-Offensive an." Dadurch wurde der Eindruck erweckt, dass die Flüchtlinge vor den Separatisten fliehen.
Für das ZDF
berichtete Katrin Eigendorf über die Flüchtlinge von Uglegorsk. Auch in ihrem Bericht wird behauptet, dass die Menschen vor den Separatisten fliehen. Die Korrespondentin sagt: "Nur weg von hier. Die prorussischen Separatisten sind auf dem Vormarsch". Da die Korrespondentin selbst nicht mit einem Mikrophon in der Hand zu sehen ist, muss man davon ausgehen, dass sie fremdes Video-Material in Moskau zusammengeschnitten hat.
Wie das Internet-Portal Propagandaschau herausfand, hatte Eigendorf, um ihren Bericht "aufzupeppen", älteres Filmmaterial von einer Trauerfeier für einen durch Beschuss getöteten vierjährigen Jungen in ihren Beitrag montiert. Die Trauerfeier fand jedoch schon am 18. Januar in der Stadt Donezk statt, wie ein
Video und Foto in einem
Bericht von Human Rights Watch belegt. Da die Korrespondentin den Ort der Trauerfeier verschweigt, hat der Zuschauer den Eindruck, dass die Trauerfeier in Uglegorsk stattfand.
Viele Nachrichten der deutschen Fernsehsender aus der Ost-Ukraine sind verschwommene Beschreibungen. Es wird nicht erklärt, von wo der Bericht ist, aus den "Volksrepubliken" oder aus dem Gebiet, welches die ukrainische Armee kontrolliert. Die Berichte beginnen nicht mit der Beantwortung der journalistischen Grundfragen: Wer? Was? Wann? Wo? Das macht Manipulationen leicht. <...>
http://www.heise.de/tp/artikel/44/44058/1.html