Ist doch klar, wegen den Jungfrauen!
Jep. Idioten!
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Ist doch klar, wegen den Jungfrauen!
Diese ständige Behauptung, dass Russland oder Putin von einer neuen Sowietunion träumen, in alten Zeiten verharren oder eine rückständige Politik aus dem letzten Jahrhundert betreiben, halte ich für extrem gewagte Thesen.
Wenn man sich ansieht, daß die Ölförderung langsam ins Stocken Gerät, weil westliche Technologie fehlt (und nein, die kann China nicht liefern) und die Banken schon die Hälfte der Devisenreserven verbraucht haben und die Börse und der Rubelkurs im Keller sind, dann scheinen es keine dollen Experten zu sein. Die Bevölkerung mag Putin (noch) lieben, die Oligarchen hören gerade damit auf.Und wenn man den Wirtschaftsleuten glauben darf, dann steht Russland auch so schlecht nicht da.

Allein das ist ja schon völlig bescheuert. Den Fall eines Regimes, welches viele Millionen seiner Bürger in Gulags interniert hat, von denen auch einige Millionen ebendort getötet wurden, als "größte, geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts" zu bezeichnen. Eines Regimes, das seine Bürger aufs äußeste bespitzelt hat (die heutige Massendatenauswertung durch die NSA ist ein Witz dagegen). Eines Regimes, das die westliche Welt über Jahrzehnte mit der nuklearen Vernichtung bedroht hat.
Naja, ganz so monokausal kannst du das nicht sehen. Erstens gab es niemals eine wirkliche kritische gesellschaftliche Aufarbeitung der Sowjetgeschichte in Russland, was auch an den darniederliegenden Sozialwissenschaften dort liegt. Und zweitens ist das Gulag und der große Terror in erster Linie ein Auswuch des totalitären Stalinismus gewesen. Damit das klar ist, ich verteidige hier keinesfalls Sowjetunion, aber das sowjetische Regime hat spätestens unter Chruschtschow einen anderen Charakter bekommen. Die Entwicklung ist unschön, aber ich will beispielsweise lieber nicht wissen, wie die Deutschen heute Hitler sehen würden, wenn er den Krieg gewonnen hätte.
http://www.spiegel.de/panorama/zeit...en-russen-aller-zeiten-gewaehlt-a-598594.html
Mir ist schon klar, dass alles was nach Stalin kam, "besser" war. Trotzdem wurden auch unter Chruschtschow die Grundrechte der Bürger mit Füßen getreten. Chruschtschow hat das Gulag-System demontiert, schön.
Wenn jetzt Hitler den Krieg gewonnen hätte, dann nach ein paar Jahren gestorben wäre und sein Nachfolger das System der Konzentrationslager aufgelöst hätte, wäre das natürlich auch eine gute Sache gewesen. Trotzdem wäre ein Leben im dritten Reich nicht besonders angenehm gewesen, vor allem für politische Dissidenten und andere Unerwünschte.
Ja, und vielleicht wären die Deutschen so drauf wie heute die Russen, wenn alles umgekehrt gewesen wäre. Dann müsste man eben heute die Deutschen davon abhalten, Ärger in Europa zu machen, wie momentan eben die Russen.
STANDARD: 25 Jahre später kann in der Ukraine von Frieden und Sicherheit keine Rede sein. Wurden nach dem Fall der Berliner Mauer und dem anschließenden Vereinigungsprozess die Interessen Moskaus zu wenig berücksichtigt?
Meckel: Nein - auch wenn es von russischer Seite immer wieder so behauptet wird. Das große Problem ist, dass Russland bis heute seine Nachbarn nicht als souveräne Staaten anerkennt. Wladimir Putin behauptet ja, die größte Katastrophe des 20. Jahrhunderts sei der Zerfall der Sowjetunion. Das ist für ihn schlimmer als die Diktatur der Nazis oder Stalins mit ihren Abermillionen Toten. Es ist sein imperiales Denken, das den Frieden in Europa gefährdet.
STANDARD: Russland fühlt sich bis heute bei der Nato-Osterweiterung über den Tisch gezogen und beruft sich auf Zusagen - auch der Deutschen - dass die Nato im Falle der deutschen Wiedervereinigung nicht nach Osten erweitert werde. Gab es diese?
Meckel: In den Verhandlungen gab es solche Zusagen nicht, das war im Westen auch noch gar nicht im Blick. Die Nato wurde ja nicht erweitert, weil das Bündnis selbst das so wollte, sondern weil die neuen jungen Oststaaten darauf drängten. Ich bin überzeugt davon, dass die Nato-Erweiterung auch stabilisierend gewirkt hat, das sieht man im Vergleich zum Balkan. Dadurch haben die neuen Demokratien ihre Sicherheit nicht mehr allein organisiert, sondern im integrierten Zusammenhang. Man stelle sich vor, Polen hätte die ganze Zeit eine eigene nationale Sicherheitsstrategie verfolgen müssen. Das hätte zu Aufrüstung und Verwerfungen geführt.
STANDARD: Sie sehen den Konflikt heute und die Ereignisse von 1989 in keinem Zusammenhang?
Meckel: Doch - aber nicht so, wie es Russland heute sieht. Wer hat 1989 gewonnen? Michail Gorbatschow, indem er der Wiedervereinigung und der Souveränität Deutschlands zustimmte und dadurch Russland die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Westen ermöglichte. Er wird heute in Russland nicht geschätzt, weil man glaubt, er habe Russland geschwächt, dabei hat er dem Land genützt. Offenheit, gegenseitige Anerkennung und Kooperation stärken ein Land und stabilisieren es. Heute hingegen herrscht in Russland nationales und imperiales Gehabe. Putin hat die Botschaft von 1989 nicht verstanden.
Das ist eben eine Milchmädchenrechnung, wenn man glaubt, es würde helfen junge Demokratien in die Nato aufzunehmen, wenn man damit in Russland nationalistischen Kräften Auftrieb gibt. Das war bei der Nato-Osterweiterung von Anfang an absehbar und Russland hat schon seit Jahren seine Rüstungsausgaben genau deswegen hochgeschraubt.
Der ständige Hinweis darauf, dass Russland keine Weltmacht mehr ist, sondern Regionalmacht und diese Rolle endlich akzeptieren sollte, verstehe ich nicht ganz. Der Ukraine-Konflikt ist doch für Russland eine regionale Angelegenheit.
Übrigens, in den letzten Tagen hörte und las man in unseren Medien nur Erfolgsmeldungen vom ukrainischen Millitär. Nun hat sich (für uns) überraschend herausgestellt, dass die Kräfte erschöpft und nahezu nicht mehr handlungsfähig sind und einen Waffenstillstand (!) eingegangen sind. Die vielen Journalisten, die dort vor Ort angeblich richtige journalistische Arbeit verrichten, haben letztlich nur weitergegeben, was ihnen von staatlicher Seite herangetragen wurde. Man könnte auch sagen, es war Propaganda, die sie verbreiteten.
In dem Zusammenhang ist auch der offene Brief ehemaliger US-Geheimdienstler an unsere Bundeskanzlerin interessant:
http://www.jungewelt.de/2014/09-04/051.php

Okay, Erfolgsmeldungen sind sicherlich auch noch mal was anders. Ist mittlerweile wahrscheinlich auch von meiner subjektiven Wahrnehmung geprägt.![]()
Beide Männer sind bis vor wenigen Tagen in Donezk und Lugansk im Einsatz gewesen und machten aus ihrer Verachtung gegenüber der Führung in Kiew keinen Hehl. Präsident Poroschenko habe „die Söhne der Ukraine verheizt und benutzt“. Schlecht ausgebildet und einer korrupten Militärführung ausgeliefert, seien die Soldaten „ins Stahlgewitter gejagt worden“. Für die Anmerkung, „die Politik hat wochenlang auf ein militärisches Wunder gewartet, wie Kindergartenkinder auf den Weihnachtsmann“, erhielt Parasijuk fast stehende Ovationen.
Die gängige Meinung, die vor wenigen Wochen von Kiew vertreten wurde, lautete, daß die ukrainischen Streitkräfte im Kampf gegen die Föderalisten, die sich im Südosten der Ukraine dem Staatsstreich widersetzen, die Oberhand gewonnen hätte in einer Operation, die weithin als Aufräumaktion dargestellt wurde. Aber dieses Bild der Offensive stammte fast ausschließlich aus offiziellen Regierungsquellen in Kiew. Es gab nur wenige Berichte direkt vom Schauplatz in der Südostukraine. Ein Bericht jedoch zitierte den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko und nährte damit Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Regierungsdarstellung. Laut »Pressedienst des Präsidenten der Ukraine« vom 18. August hatte Poroschenko eine »Umgruppierung ukrainischer Militäreinheiten veranlaßt, die an der machtvollen Operation im Osten des Landes beteiligt sind … Heute müssen wir die Umgruppierung der Streitkräfte durchführen, die unser Territorium verteidigen und die Fortführung der Armeeoffensiven garantieren werden«, erklärte Poroschenko und fügte hinzu: »Wir müssen unter den neuen Umständen eine neue Militäroperation in Betracht ziehen.« Wenn mit den »neuen Umständen« ein siegreiches Vorgehen ukrainischer Regierungstruppen gemeint war, warum war es dann notwendig, die Streitkräfte »umzugruppieren« oder »zu reorganisieren«? Etwa zu diesem Zeitpunkt begannen Quellen vor Ort über eine Reihe erfolgreicher Angriffe der Föderalisten gegen Regierungsstreitkräfte zu berichten. Demnach erlitt die Regierungsarmee vor allem wegen ihrer Unfähigkeit und schlechten Führung heftige Verluste und verlor an Boden. Zehn Tage später, als sie eingekreist wurde und/oder zurückwich, mußte die »russische Invasion« als Entschuldigung dafür herhalten. Genau in diesem Moment veröffentlichte die NATO die unscharfen Fotos. (…)

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