Noch was.
Ich (und viele Andere wohl auch) bin nicht Pro-Russisch. Ich bin auch nicht Anti-Amerikanisch.
Man muss das alles nur als grosses Ganzes betrachten. Der jetzige Ukraine-Konflikt ist kein in sich isolierter Konflikt. Dieser Konflikt begann vor 23 Jahren und ist eigentlich eine Sache des Westens und Russlands. Der Konflikt wird nur gerade in der Ukraine ausgetragen, zum ersten Mal mit umgekehrten Vorzeichen.
Lange Jahre haben wir versucht Russland zu schwächen und seine Rolle klein zu halten. Wir haben nichts unversucht gelassen, Russland zu zeigen, dass der Westen am längeren Hebel sitzt. Ok, bei wirtschaftlichen Dingen, da wo wir Kapital abzweigen konnten, da haben wir natürlich auch gerne mit Russland kooperiert...
Wir haben gerne dabei zugeschaut, dass Janukowytsch gehen musste und
konnten aber nichts gegen Jazenjuk machen? Sich raushalten auf konsequente Art...
Die Welt schaut seit Jahrzenten dabei zu, dass der Westen sich als Weltpolizei aufführt. Wir bekriegen Länder, "befrieden und demokratisieren" sie, ob sie es wollen oder nicht. Und wenn alles in Scherben liegt, dann halten wir uns raus und gehen zum nächsten Konflikt.
Das kotzt mich als westlicher Mensch schon fast an. Wir heben den moralischen Zeigefinger gegen Russland? Rly?
Ich kann mir manchmal ein Augenzwinkern nicht verkneifen, wenn auf den moralischen Zeigefinger ein langer Mittelfinger folgt. Dabei bin ich schon der Meinung, dass Putin ein Arsch ist und sein Verhalten falsch ist. Aber unseres eben auch. Vielleicht nicht heute, vielleicht doch. Auf jeden Fall aber gestern. Und vorgestern. Putin scheint ein gutes Gedächtnis zu haben.
Im Konsolenleben könnte man auch sagen: wie kann ich gegen die Playsie bashen, aber dann rumheulen, wenn jemand gegen die XBOX basht?
