So, also ich muss jetzt auch meine Eindrücke über PSVR loswerden.
Ich bin ja VR-Fan erster Stunde, habe mir damals sofort eine HTC Vive mit potentem PC gekauft und fand das Gebotene großartig. Das große Problem war allerdings, dass es kaum vollwertige, polierte Spiele gab, zudem nervte mich der Tragekomfort der HTC doch enorm, auch das dicke Kabel störte sehr. Seit meinem Umzug ins eigene Haus habe ich zwar ein eigenes Zockerzimmer, allerdings war dieses nicht groß genug für das HTC Tracking bzw. einfach nicht optimal, weswegen die Brille verkauft wurde. Leider Gottes war ich also raus aus der virtuellen Realität.
Eine PS4 Pro steht seit Anfang des Jahres hier, oft habe ich mit PSVR geliebäugelt, aber nicht zugeschlagen. Letzten Monat war meine Neugier einfach zu groß.
Losgelegt habe ich mit Thumper ... und war völlig begeistert. Klar, die Auflösung ist schwächer als auf dem PC, aber dafür ist das Fliegengitter kaum sichtbar und die Immersion war voll da. Ich hätte nie gedacht, dass das Ganze auf der PS4Pro so unfassbar gut rüberkommt, dazu sitzt die Brille im Vergleich zur HTC unfassbar bequem, ich kann tatsächlich locker ein bis zwei Stunden am Stück spielen. Genial!
Okay, jetzt hatte ich Blut geleckt und voll zugeschlagen. Move-Controller, Aim Controller und eine Vielzahl an Spielen. Ich wollte einfach alles ausprobieren. Und was soll ich sagen, ich bin so froh, diese Investition getätigt zu haben. Seit Jahren spiele ich Videospiele zwar immer noch gerne, aber ohne wirklich die Faszination wie früher. Hin und wieder unterhalten gewisse Spiele wie Uncharted, Tomb Raider, Spider Man etc. auf tollem Niveau, keine Frage. Die möchte ich auch weiterhin nicht missen, aber VR ist einfach was anderes.
Seit der Geburt meines kleinen Sohnes habe ich wesentlich weniger Zeit zum Zocken, weswegen ich mich aktuell wieder richtig freue, wenn ich in VR für ne Stunde abtauchen kann. Die PSVR-Spiele sind größtenteils super polished, keine Early-Access-Titel wie auf Steam, von denen 95% unfertiger Mist sind. Ihr seht, ich bin absolut begeistert und PSVR hat mich wieder voll in mein liebstes Hobby katapultiert. Ich bete, dass die PS5 ebenfalls wieder auf VR setzt und ich neben den tollen Exklusivspielen auch wieder so gute PSVR-Spiele bietet.
Zum Schluss noch kurz ein paar Worte zu einigen Titeln, die ich bisher gespielt habe.
Thumper: fantastisches Spiel, das mich jedes Mal flasht. Das Geschwindigkeitsgefühl ist grandios und die Immersion einfach toll.
Farpoint: grandios. Nett inszenierte Story, fantastische Schusswechsel mit dem Aim-Controller, perfekte Bewegungsmöglichkeiten. Zwar total linear, aber genau das richtige aktuell für mich. Top! Grafik zweckmäßig, aber man ist voll drin. Astreine Präsentation.
Astro Bot: ohne Worte. Ich grinse während der gesamten Spielzeit, genau wie damals bei Mario 64. Erste Welt hab ich abgeschlossen, den Rest heb ich mir noch etwas auf. Bin gespannt, was meine Frau dazu sagt, sobald sie es auch mal spielt. Außerdem unheimlich saubere Grafik ohne Flimmern.
Transference: Hab ich nur kurz angespielt. Sieht aber cool aus. Wird bestimmt eine interessante zwei- bis dreistündige VR-Erfahrung. Es wirkt einfach cool, wenn man mitten drin ist in solch gut erzählten, kleinen Geschichten, dazu mysteriös und etwas gruselig. Gute Grafik, toller Sound.
Resident Evil 7: ebenfalls grandios. Man ist voll drin, extrem gruselig, fast schon eine Spur zu heftig. Grafisch etwas schwächer, aber stört nach wenigen Minuten überhaupt nicht mehr. Gute Steuerung. Top PSVR-Spiel.
Time Carnage: Bestes Beispiel dafür, was VR am Spielspaß verändert. Wave-Shooter von der Stange, Grafik eher schwach, auf dem TV würde man sowas niemals spielen. Tja, aber hinter der Brille macht's einfach Spaß. Das liegt vor allem an dem interessanten Waffenwechselsystem und den unterschiedlichsten Gegnertypen, von Zombies über Dinosaurer bishin zu Robotern. Ich spiel's gern.
The Brookhaven Experiment: Macht ebenfalls Spaß, aber das Flimmern ist echt extrem und hart an der Grenze des Erträglichen. Eine eher enttäuschende PSVR-Umsetzung.
Moss: Ganz klar eines der Highlights. Wunderschöne Grafik, schöne Präsentation und einfach zauberhaftes Jump&Run.
Cold Iron: Überraschungshit! Man liefert sich 1vs1 Duelle im Wilden Westen. Simple Idee, aber tolle Umsetzung. Zahlreiche Ablenkungen wollen einen zum frühen Ziehen animieren, echt witzig.
Bound: Faszinierend, mehr kann ich dazu nicht sagen. Es schaut einfach toll aus, wenn man die tanzende Dame durch die Level bewegt. Aber auch nur kurz getestet bisher.
Playstation VR Worlds: London Heist war sehr cool, vor allem das Level im Auto. Der Haiangriff war auch nett gemacht.
Until Dawn: Rush of Blood: Kurze Anspielsession bisher, Grafik etwas durchwachsen, das Spiel flimmert schon recht auffällig. Macht aber nen riesen Spaß, auch wenn ich bei den schnellen Achterbahnfahrten Motion Sickness bekomme (bei mir das einzige Spiel, bei dem sowas vorkommt).
Dick Wilde: Überraschend netter Wave-Shooter, der sogar mit Aim Controller spielbar ist. Leider viel zu schwer.
Arizona Sunshine: Grafik mäßig, deutsche Synchro grausam, aber macht Laune. Nur irgendwie recht anspruchslos, viel zu einfach. Kein Pflichttitel meiner Meinung nach.
Im Besitz, aber noch nicht gespielt: Theseus, Superhot, Paranormal Activity, The American Dream, Batman, Headmaster, The Persistence, Bravo Team