Du vermischst da einige Sachen. Die Grenzwerte, die auf dem Prüfstand gelten, müssen im normalen Verkehr nun mal gerade nicht eingehalten werden. Problematisch wird es nur dann, wenn man Abschaltvorrichtungen verwendet, die in irgend einer Weise gezielt die Abgasreinigung abschalten, wenn sie merken, dass sie nicht auf dem Prüfstand stehen (Lenkrad wird benutzt, Fahrt dauert länger als der Prüfzyklus etc.). Dazu gibts natürlich diverse Tricksereien bei der Temperatur, sprich die Autohersteller argumentieren damit, dass bei gewissen Temperaturen die Abgasreinigung runter gefahren werden muss.
Was den Herstellern also um die Ohren fliegt ist nicht so sehr, dass sie die Grenzwerte in der Praxis überschreiten, sondern warum sie diese überschreiten. VW argumentiert ja jetzt z.B., dass der allseits bekannte Euro 5 Diesel nach der Umrüstung okay ist. Dabei verdaddelt das Ding immernoch ~600 Gramm Stickoxide (vorher ~1000). Wenn VW dafür jetzt aber keine (illegale) Abschaltvorrichtung mehr verwendet, ist das nach den aktuellen Gesetzen auch einfach in Ordnung. Was bei den ganzen französischen und italienischen Euro 6 Dieseln passiert, die teils bis zu ~1500 Gramm Stickoxide rauspusten, wird man dann vermutlich demnächst sehen. Dagegen ist der VW Motor (Euro 5 wohlgemerkt) ja eigentlich der sauberste Motor der Welt, selbst vor der Umrüstung![]()
Danke!

Es sei noch erwähnt, dass selbst das Temperaturfenster, in welchem die Hersteller ihre Abgasreinigung einschränken dürfen (Motorenschutz) NICHT gesetzlich eindeutig geregelt ist. Selbst Opel mit +17° hat noch nichts rechtlich illegales gemacht.

