Ich habe Midnight Club: Los Angeles nun zwei Tage gespielt, und bin sehr positiv überrascht. Als arcadiger Tune-Racer macht es eigentlich alles richtig, mir sind bisher keine nennenswerten Kritikpunkte aufgefallen.
Zunächst mal stimmt das Wichtigste, das Gameplay während der Rennen: Die Autos lassen sich geschmeidig und präzise steuern, ab 120 MPH kommt ein großartiges Geschwindigkeitsgefühl auf. Aufgelockert wird der reine Racing-Aspekt durch Gameplay-Gimmicks wie Special Abilities, die sich per Knopfdruck triggern lassen (z.B. ein EMP-Schock, der alle Konkurrenten in der Nähe lahmlegt), und den "Drafting-Boost" (wenn man einige Sekunden im Windschatten eines Gegners fährt, bekommt man einen Nitro-ähnlichen Boost spendiert).
Vor allem aber profitieren die Rennen von dem hervorragenden Schwierigkeitsgrad. Alle Herausforderungen sind farbcodiert in verschiedene Schwierigkeitsstufen aufgegliedert (grün, gelb, orange, rot). Bereits die gelben Rennen verlangen einem dabei viel fahrerisches Geschick ab, Fehler werden kaum verziehen. Dabei - und das ist sehr wichtig zu betonen - wird MN:LA aber _niemals_ unfair. Für verlorene Rennen ist man als Spieler immer selbst verantwortlich, weil man etwa zu oft in den Gegenverkehr gerauscht ist; wer dagegen fehlerfrei fährt und geschickt die gennanten Gameplay-Gimmicks und den obligatorischen Nitro-Boost einsetzt, wird auch immer mit dem ersten Platz belohnt.
Der große Pluspunkt der Rennen ist aber die hervorragende K.I. Die ist einerseits mit allen Wassern gewaschen und auch mal so fies, einem auf der Schlussgeraden in den Kotflügel zu fahren und damit das Rennen zu versauen. Andererseits macht auch sie oft Fehler, wenn sie von sich aus in den Gegenverkehr gerät.
Und der größte Verdienst der Entwickler in Bezug auf die K.I.: Es gibt keinen Gummiband-Effekt!

Das hat mich richtig positiv überrascht, nachdem ich damit bei bisherigen Tuning-Racern sehr schlechte Erfahrungen gemacht habe, vor allem bei den unterirdischen NfS:U-Teilen. In MN:LA fahren die Gegner wirklich ihr eigenes Rennen, ohne wie von magischer Hand an den Spieler rangesogen zu werden. So muss das sein!!
Ich denke, das reicht jetzt als Ersteindruck und extreme Empfehlung für das Spiel; es sei noch erwähnt, dass auch alle anderen relevanten Qualitätsmerkmale eines Rennspiels (Optik, Tuning-Möglichkeiten, Modi-Vielfalt, Map, GPS-System, Pseudo-Hintergrundstory, Langzeitmotivation, Umfang, etc.) in MN:LA so ausgearbeitet sind, wie man das von einem sehr guten Racer erwartet.
In diesem Sinne: Jeder, der MN:LA noch nicht bei Play-Asia für 13 Euro abgegriffen hat, und der nur etwas für Rennspiele übrig hat, sollte sich das Spiel nicht entgehen lassen. Ein echter Überrachungshit!