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Prinzipiell geht es mir wie dir. Während der letzten Generation (das dunkle Mattrick'sche Zeitalter) war für mich und meine Idee einer guten Konsole die Xbox One komplett egal. Die Series X begeistert mich aber wieder, was primär am GamePass liegt, aber auch an der neuen strategischen Ausrichtung, die Spencer reinbringt.
Das ganze Ökosystem fühlt sich wieder gut an.
Und natürlich ist MS ein hochkapitalistisches Unternehmen. Man schaue sich mal an, mit welcher Gewalt man sein quasi-Monopol bei Consumer-Betriebssystemen aufrechterhält oder wie penetrant die Versuche über die Jahrzehnte waren und sind, andere Browser zu verdrängen.
Xbox ist auch in der Priorität gestiegen, weil der Games-Markt immer wichtiger und größer wird.
Aber Xbox ist AUCH in der Priorität gestiegen, weil Spencer weiß, was er macht - sowohl auf Corporate-Ebene als auch mit Blick auf ein möglichst breites Spektrum an Gamern (und nicht wie z.B. ein Strauss Zelnick oder Andrew Wilson sabbernd in Richtung der Whales bei F2P-Games schielt und alles andere als Prio 2 empfindet).
Ich denke nicht, dass Spencers Strategie nur PR ist, um jetzt Goodwill aufzubauen, das man dann in ein paar Jahren gnadenlos ausnutzt. Jetzt, da man die Früchte seiner Strategie zu sehen beginnt, glaube ich, dass es ihm wirklich um ein relativ nachhaltiges Geschäftsmodell geht, in dem man die Spielerschaft nicht als Milchkuh sieht, sondern als Kund*innen mit einem breiten Interessensspektrum, deren Interessen man nachgehen muss.
Natürlich alles mit Maß - Spencer ist nicht der Heiland, aber ein CEO, der allem Anschein nach seinen Job, das Produkt und den Markt deutlich besser versteht als die meisten seiner Job-Kolleg*innen in anderen Big Playern der Branche - und eventuell der Hauptgrund, wieso MS so stark an die Marke Xbox und ihre Zukunft glaubt.
Zum Thema Akquisitionen: Ich glaube nicht unbedingt, dass das Ziel ist, den Markt komplett zu assimilieren und auf lange Sicht "alle" großen Publisher aufzukaufen. Das würde die Marktbalance zu sehr in Gefahr bringen und früher oder später auch die Wettbewerbshüter auf den Plan rufen, um Deals zu verhindern oder im Nachgang MS und/oder Xbox zu zerschlagen.
Aber bis wir dahin kommen, ist sowieso noch Luft.
Ich hab mal versucht, die ABK-Übernahme nicht als Gamer zu sehen, sondern als studierter Ökonom, der ich ja auch bin.
Da sieht man, dass MS im Games-Bereich zwei Märkte hat: Konsolen und Spiele/Software. Die sind natürlich voneinander abhängig, aber es sind erst mal zwei Märkte.
Die Akquise tangiert den isoliert betrachteten Konsolen-Markt nicht - ABK ist ein reiner Software-Player. Der Hardwaremarkt ist sowieso ein Oligopol mit drei Playern (plus insignifikante Nischen). MS ist seit Jahren auf Platz 3 dieser Riege. Bis man hier von Verdrängung oder Monopolambitionen sprechen kann ist man noch ein paar KOntinente entfernt...
Beim Softwaremarkt hat MS mit der Akquise die eigene Marktposition klar gestärkt, aber gerade hier hat man einen dermaßen diversifizierten Markt mit erfolgreichen Teilnehmern in jeglicher Größenordnung. VOn Milliardenkonzernen über mittelgroße UNternehmen bis hin zu Start-Ups von 2 Personen gibt es hier alles - und vor allem hat jede UNternehmensgröße die Chance auf der Erfolg und Wachstum. Das ist also nüchtern betrachtet und unter der Prämisse des kapitalistischen Systems, in dem er existiert ein enorm gut funktionierender Markt.
HIer sehe ich neutral betrachtet auch nicht, wie die ABK-Übernahme daran etwas ändern soll.
Andersum betrachtet könnte man auch sagen, dass MS aus Shareholder-Sicher gezwungen war, etwas zu ändern. Es war offensichtlich, dass man in Sachen eigener Software einen großen Nachteil gegenüber Sony und NIntendo hatte. Viel zu wenig eigene IP mit Glanz, VIEL zu wenige Studios - die noch dazu mit der Notwendigkeit die wenigen bekannten IPs zu bedienen weitgehend gebunden waren.
Diese Situation hat man verändert. Jetzt ist man in Sachen Markenrechte und Marktpotenzial der eigenen Marken auf Augenhöhe mit Nintendo und Sony.
Und zu guter letzt gehört auch noch dazu, die Alternativen anzusehen. ABK ist ein moralisch verrottetes Unternehmen, das quasi am kreativen Bankrott stand. Nachhaltig war diese absolute Fokussierung auf wenige momentane Cash Cows (in hart umkämpften und sich verändernden Märkten wie Shooter, die in Richtung F2P wandern) nicht. Kotick war aber offensichtlich nicht fähig, das Potenzial dieses Giganten richtig zu nutzen.
ABK war unterbewertet an der Börse, daher ein lukratives Ziel. Hätte MS nicht zugeschlagen, wäre Tencent, NetEase, Apple oder sonstwer gekommen. Und ich denke sowohl für die Gamer als auch die Angestellten bei ABK ist MS die beste Lösung. Zweitere werden davon profitieren, dass Xbox einen guten Ruf hat, was Studioführung, kreative Freiheit und Unternehmensklima angeht.
So. Das sind so meine Gedanken, wieso ich hier primär eine sehr sehr interessante Entwicklung des Marktes sehe, die kurz- und mittelfristig gut für Spieler und die Branche sein wird. MS ist auf Augenhöhe, Sony muss ordentlich reintreten und dürfen nicht wieder in die Hochnäsigkeitsfalle nach der überragenden PS2-Generation tappen. Und Nintendo nintendot halt nebenher
EDIT: Ach ja. Ich finde auch, dass wir leider viele vernünftige blau gefärbte Meinungen verloren haben. Aber Darko strengt sich da leider zu wenig an. Mehr als eine kommentarlos in die Manege geworfene selektierte Auswahl an Tweets und Artikeln, die seine Meinung/Agenda stützen kommt da leider nicht - echten Diskussionen und einem Meinungsaustausch entzieht er sich ja meistens leider.