Als 2007 bekannt gegeben wurde, dass Hollywood-Haudegen Mark Wahlberg den wohl coolsten Rächers der Game-Geschichte verkörpern würde, machte sich nicht nur unter eingefleischten Spielefans große Zuversicht breit.
Mit seiner atmosphärischen Verankerung in den Film-noir-Krimis der 40er Jahre und den atemberaubend stilisierten Feuergefechten im Stile des "Hard Boiled"-Regisseurs John Woo schrie das Computerspiel "Max Payne" förmlich nach einer filmischen Umsetzung.
Doch was von Regisseur John Moore ("Das Omen"-Remake) und seinen fünf Co-Produzenten im Vorfeld als maximale Zuspitzung der Vorlage angepriesen wurde, entpuppt sich jetzt als maximaler Murks.
Inhaltlich eng angelehnt an den ersten Teil der Spielereihe sucht der New Yorker Cop Max Payne (Wahlberg) seit drei Jahren nach den Mördern von Frau und Kind, im verlauf der Handlung auch nach den Killern seiner Partybekanntschaft und seines Ex-Kollegen beim Drogendezernat. Auch ohne das Spiel zu kennen, ahnt man die Identität des Drahtziehers bereits nach fünf Minuten - nur ein Indiz dafür, wie uninspiriert und schematisch der Plot von "Max Payne" dahinplätschert.
Dazu passt, dass durch die Bank alle Schauspieler atemberaubend lustlos agieren und so die von Regisseur Moore kunstvoll mit Schatteneffekten und permanentem Zeitlupenschneefall heraufbeschworene Film-noir-Atmosphäre verpuffen lassen. Angesichts solch elementarer Schwächen wirken die durchaus stylisch inszenierten Fantasy-Anleihen in der nordischen Mythologie wie hilflose Versuche, das ganze Trauerspiel wenigstens optisch aufzupeppen.
All das wäre indes nur halb so schlimm, wenn in "Max Payne" nicht genau das Mangelware wäre, was die Gamevorlage ausgezeichnet hat: Feuergefechte finden bis zur letzten halben Stunde einfach nicht statt. Und selbst wenn Wahlberg endlich zu den Knarren greifen darf, kommt keine Fanboy-Freude auf.
Um eine niedrige Jugendfreigabe zu bekommen, wurde bereits die US-Version derartig weichgespült, dass das finale Bleigewitter im Vergleich zu "Shoot "Em Up" wie ein Kaffeekränzchen wirkt. Bei der Adaption eines für Erwachsene konzipierten Spiels die endgültige Absurdität.
Zu Beginn des Films hört man Max Payne sagen: "Ich glaube nicht an den Himmel, ich glaube an den Schmerz!" Knapp 100 Minuten gestylter Langweile später empfindet der Zuschauer ganz genauso. (

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Fazit: Mit diesem weichgespülten und lahmarschigen Adaptionsversuch wird ein Kultspiel filmisch zu Grabe getragen