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REVIEW LA Noire [Review]

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Das fehlende Navi stört mich hier auch nicht weiter. Immerhin gibt es keine Brücken (auf andere Inseln) oder sonst wie abgetrennte Gebiete, wo man ohne Hilfslinie die Einfahrt verpassen würde. In LA ist alles eben und rechteckig, einen schnelleren Weg als gerade aus zu fahren und warten bis das Ziel auf der Minimap rechts ist und dann rechts abzubiegen gibt es nicht.

Die Kritik, die Stadt sei Verschwendung, vorallem in der Größe, kann ich durchaus nachvollziehen. Allerdings ist das Feeling in dieser überaus atmosphärischen Spielwelt herumzufahren unbeschreiblich schön. Und im Hintergrund zu wissen, dass es eine Stadt ist, in der die Tatorte & Gebäude von späteren Fällen bereits schon stehen und nicht nur eine abgetrennte Map sind finde ich wichtig. Und auch wenn es (bis auf Sammelaufgaben und Straßenmissionen) nach dem Hauptspiel nichts zu tun gibt, trotzdem fahre ich gerne rum, schaue mir viele Ecken und Details an (in Gärten wedenln Socken an der Leine usw.) und probiere dabei immer neue Autos aus, vorallem die verstecken Sonderautos haben viel Charme. Vielleicht bin ich auch einfach nur ein Sandbox-Narr der sich an jeder offenen Welt aufgeilen kann, aber das virtuelle Los Angeles sieht für das Jahr 2011 einfach nur schick und faszinierend aus.

Fehlende Konsequenz und Kombinierbarkeit bei Verhören und das ewig gleiche System an Tatorten stört(e) mich kein bisschen. Ich empfinde dieses Gameplay als neuartig und spielenswert, das über alle Fälle Spass macht. Klar, bei 40 Fällen wär's mir auch zu viel geworden, aber bei 21 Fällen und 17 Stunden Spielzeit war es jederzeit erheiternd einzutauchen.

Es ist immer noch ein Spiel, viele angesprochene Dinge hier können zu Recht herausgepickt und zerrissen werden, aber in erster Linie geht es (mir) bei LA Noire um den Einsaug-Effekt und die Neugier allgemein am Spiel und seinem Aufbau.
 
Türenmacher schrieb:
Es ist immer noch ein Spiel, viele angesprochene Dinge hier können zu Recht herausgepickt und zerrissen werden, aber in erster Linie geht es (mir) bei LA Noire um den Einsaug-Effekt und die Neugier allgemein am Spiel und seinem Aufbau.

Das sehe ich genauso und schöner hätte ich es auch nicht sagen können!!!:dhoch:
 
Das ist ein Phänomen, welches man bei allen Rockstar-OW-Spielen feststellen kann. Gameplay, Story, Steuerung... alles scheissegal, hauptsache die Welt ist gross und man kann durch die Gegend fahren/reiten. :skep:

Man verstehe mich nicht falsch, mein globales Urteil über L.A. Noire ist bisher weit weniger harrsch als das von Bart. Aber das Spiel hat als Spiel schon eklatante Schwächen und Macken. Und auch wenn L.A. Noire teilweise neue Wege bestreitet, so muss es sich in gewissen Dingen mit anderen Spielen vergleichen lassen.
 
Glod schrieb:
Handlungsarmut ist das Gleiche wie bei Mafia: Wozu brauche ich eine riesige Stadt, wenn ich da 'eh fast nix machen kann? Es wäre einfacher eine große Map zu nehmen, wo man die Zielorte einfach anwählt und dann springt das Spiel u.U. mit einer kleinen Cutscene dorthin.

Um Gottes Willen, nein!!! Wenn du das Rumfahren nicht magst und die durch die Stadt aufgebaute Atmosphäre (die ein lineares Spiel so niemals aufbauen könnte) nicht magst, dann weißt du halt für die Zukunft bescheid. Aber die Open World ist ein ganz wichtiger Aspekt, der L.A. Noire zu dem macht, was es ist: einem atmosphärischen Titel. Ich würde so weit gehen, dass die Stadt selbst das Hauptthema des Spiels ist. Zu dem Punkt werden ich demnächst noch mal einen extra Thread eröffnen.


Nochmals zu Barts Kritik und der von 4Players: Ein großer Teil der Kritikpunkte sind korrekt beschrieben, aber das sind beinahe alles Punkte, die für mich (und viele andere begeisterte Menschen) einfach irrelevant sind:

- L.A. Noire ist keine interaktive Story ala Heavy Rain. Die Rahmenhandlung ist Mist, aber sie ist eben auch nur der Rahmen eines Open-World-Spiels. Der ist auch bei GTA, RDR, OW-RPGs und Co maximal Durchschnitt.

- Was die Logik und die Abläufe der Ermittlungen und Verhöre angeht, finde ich die Ideen von Team Bondi sehr gut. Das Mitfiebern macht Spaß. Achievementhunter, die sich von einer falschen Einschätzung hier und da den Spaß verderben lassen, sind es selbst schuld. ;) Vor allem wenn man bedenkt, dass die Dialoge eh weitergehen und das ganze kein Trial & Error ist. Gibt es Raum für Verbesserungen? Natürlich! Aber die Entwickler haben in gewisser Weise Neuland betreten. Manche Spieler müssen halt immer gleich die eierlegende Wollmilchsau erwarten und sind dann zutiefst enttäuscht. Ein wenig mehr kindliche Neugier und man hat mehr Spaß mit neuartigen Spielen, die natürlich nicht so gut ausgefeilt sein können, wie der 1000. 3D-Shooter seit Wolfenstein.

- Dass die Kritik an den Actionsequenzen am Ziel vorbei geht, erkennt Bart ja selbst. Ich würde sie gar als solide bezeichnen, was man von denen anderer dialoglastiger Spiele wie älteren Adventures oder Heavy Rain ja wohl kaum sagen kann.

- Die Hinweise und Beweise sind offensichtlich. Egal was man macht, man löst den Fall ja eh, blabla blubb. Ja, so ist das. Und darüber bin ich froh. L.A. Noire ist für mich am Feierabend die Xbox anwerfen und in einer Stunde einen interessanten Fall mit spannenden Charakteren zu lösen und ein wenig mitzudenken. Wo man sonst eine Folge Law& Order anschauen würde, spielt man halt nun ein Level von L.A. Noire selber und ist dadurch viel stärker involviert. Das mag eine Illusion sein, aber das sind Videospiele immer. In Call of Duty bin ich auch kein Soldat, in Tomb Raider keine Abenteurerin, in Sim City kein Stadtplaner, in F1 2010 kein Formel1-Fahrer. Ich bekomme nur das Gefühl vermittelt und dabei wenden die Entwickler Tricks an. Team Bondi hätte einige Tricks besser machen können, keine Frage. Wenn ich mich aber gar nicht auf das Eintauchen in Spielwelten und Escapismus einlasse (was Bart und andere Kritiker offensichtlich nicht tun), dann kann ein Spiel wie L.A. Noire nicht seine volle Wirkung entfalten.
L.A. Noire ist ein Spiel, bei dem man in eine fremde Welt eintaucht. Kein Spiel, das sich über ausgefeilte Spielmechaniken definiert (wie Tetris, Vanquish oder Mario Galaxy). Viele mögen ein komplexes, ausgeklügeltes Knobelspiel besser finden, aber es ist ja wohl völlig offensichtlich, dass Team Bondi KEIN Rätselspiel machen wollte und auch keins gemacht hat. Wer von Videospielen nur Spiele im engeren Sinne (also im Sinne von Schach oder Vanquish) erwartet, wird mit L.A. Noire nichts anfangen können. Wer für Videospiele auch als Medium zum Eintauchen in künstliche Welten offen ist, der wird sehr viel Spaß haben.

Euch gefällt L.A. Noire nicht? Schön. Zu behaupten es sei kein gutes Spiel, nur weil es nicht euren Erwartungen entspricht, ist aber Bullshit, um mal einen Begriff zu verwenden, der in diesem Thread schon öfters genannt wurde. ;)
 
Dann erkläre mir doch mal warum ich bei Heave Rain wesentlich besser eintauchen konnte als bei diesem Spiel?

Viele Dinge machen einfach einen unfertigen Eindruck. Warum kann ich z.B. 10 verschiedene Beweisgegenstände sammeln aber letztendlich brauch ich davon einen einzigen bei einem Verhör?
Warum ist die Stadt so groß und ich kann darin nur fahren und sonst NICHTS machen? Es gibt z.B. einen Minigolfplatz, der nur einfach nur was für die Optik ist. Drauf spielen, kann ich nicht. Ist velleicht kein besonders passendes Beispiel aber die Stadt wirkt absolut tot. Selbst die Zeitungshändler haben keine Interaktion.
 
Nasreddin schrieb:
Um Gottes Willen, nein!!! Wenn du das Rumfahren nicht magst und die durch die Stadt aufgebaute Atmosphäre (die ein lineares Spiel so niemals aufbauen könnte) nicht magst, dann weißt du halt für die Zukunft bescheid. Aber die Open World ist ein ganz wichtiger Aspekt, der L.A. Noire zu dem macht, was es ist: einem atmosphärischen Titel. Ich würde so weit gehen, dass die Stadt selbst das Hauptthema des Spiels ist. Zu dem Punkt werden ich demnächst noch mal einen extra Thread eröffnen.

Also auf DEN Thread bin ich ernsthaft gespannt. Mal schauen, wie du eine tote Theaterkulisse als DAS Element am Spiel verkaufen willst, wo das noch nicht mal die Entwickler versucht haben. ;)

Manche Spieler müssen halt immer gleich die eierlegende Wollmilchsau erwarten und sind dann zutiefst enttäuscht.

Manche Spieler haben vielleicht einfach erwartet, dass das Spiel etwas anspruchsvoller und logischer aufgezogen ist und dem Rahmen eines Detektiv-Thrillers gerecht wird. Ob das jetzt nach den ganzen Ankündigungen der Entwickler eine überzogene Erwartung ist, sei mal dahingestellt.

Du nennst RDR oder GTA als Beispiele, wo die Rahmenhandlung auch Mist ist, aber der Open World Aspekt zählt. Schön und gut, aber was ist denn der Unterschied zwischen diesen Spielen und L.A. Noire? Richtig - dort ist die Welt voll mit Dingen, die man entdecken und tun kann. Bei L.A. Noire macht man was genau? Rumfahren und irgendwelches Zeugs suchen? Das rechtfertigt den Aufwand für die Stadt in keinster Weise. Hätte man sich schenken können. Stattdessen hätte man lieber mehr in die Story investiert und diese zu einem weiten Geflecht aus Aktion und Konsequenz umgearbeitet, um schlicht und ergreifend auch mehrere Spieldurchgänge zu ermöglichen.
L.A. Noire ist ein Adventure und kein Stück mehr. Man sucht Orte nach Objekten ab und redet mit Leuten. Das ist ein uraltes aber bewährtes und durchaus sehr spaßiges Konzept. Allerdings hatten die Entwickler hier Schiss vor der eigenen Courage, weswegen sie halbseidene Fahrszenen und Actioneinlagen einbauten.
Der Ansatz, einen Detektiv zu spielen, ist auch nicht neu. Ich habe z.B. auch schon in Still Life in Mordfällen ermittelt. Neu ist lediglich die Gesichtstechnologie, die einzig und allein auf die Verhöre hin zugeschnitten wurde. Das Ergebnis der Technologie ist schlicht phänomenal. Nie sahen Gesichter besser aus. Das kann man von den Verhören anscheinend nicht gerade sagen. Hier sind die Entwickler schlicht und ergreifend auf den Stolperstein gestoßen, dass nahezu keiner der Spieler ein ausgebildeter Ermittler ist, der einem Menschen ansehen kann, wann er lügt und wann nicht. Also hat man sich da mit Overacting und Holzhammerhinweise in der Mimik geholfen. Kann man gelten lassen.
Dem Spieler aber zu unterstellen, dass er nicht denken kann, ist hingegen wieder ein klarer Fail. Es gibt mehr als genügend knackige Adventures, wo Spieler kombinieren und um die Ecke denken müssen. Da ist es nicht nötig, sie an der Hand zu führen und ihnen jeden kleinen Fitzel abzunehmen. Sowas saugt einen nicht in die Welt hinein, denn dann fühlt man sich nicht als Ermittler. Da hat Bart voll und ganz recht. Es ist doch gerade das ZIEL eines Detektivs, Rätsel zu lösen. Wozu baut man dann solche ein, die sich quasi von selber lösen? Antwort: Die Entwickler haben keinen Schimmer, wie man sowas macht. Oder man redet sich das eben damit schön, dass L.A. Noire das ja alles üüüüüberhaupt nicht sein will und stattdessen den Spieler einfach nur in die Welt einsaugen möchte, die eine lahme Story und eine tote Umgebung in Verbindung mit unausgegorenem/aufgesetztem Gameplay bietet.

Heavy Rain hatte all das nicht und hat trotzdem grandios funktioniert.
 
@ Nasreddin

Du ziehst aus der Stadt (die ja wirklich nicht viele Möglichkeiten zur Interaktion bietet, was ich aber begrüsse), der Open World, mehr Faszination als aus dem eigentlichen Gameplay?
 
hyperman schrieb:
naja wenns nach barts reviews geht sollt man am besten garkeine spiele spielen oder filme schauen... irgendwie ist immer alles scheisse :ugly:

Helloween79 schrieb:
Und das Bart sich ein anders Hobby suchen sollte hab ich auch schonmal erwähnt. ;)

:grins:
Mehr fällt mir zu diesem "Review" auch irgendwie nicht ein. Ein triefend subjektiver Verriss, der (gewiss auch richtig genannte) Schwächen in typischer Wux-Manier ungemein aufbläht.

Letztlich gilt wohl, dass manche ein perfekteres Spiel erwartet haben oder mit der Thematik des Spiels nicht viel anfangen konnten, während andere deutlich intensiver in das Spiel eintauchen und mit dem Neuland, das die Entwickler betreten haben, besser zurecht gekommen sind.

Es ist halt wie immer: Denen, welchen L.A. Noire von Grund auf nicht zusagt, haben ohne Zweifel ausreichend Möglichkeiten das Spiel zu zerpflücken (wie an Bart's Review wunderbar zu sehen), wohingegen jene Spieler, denen der Titel richtig Spaß macht, viele der Kritikpunkte gar nicht als solche wahrnehmen / empfinden oder überhaupt erst anbringen würden.

Das zeigt sich hier im Thread ganz offensichtlich, wobei ich mich hier den Meinungen von McKenzie, Türenmacher und Nasreddin anschließe. Die Diskussion zwischen den beiden "Parteien" macht die Diskussion hier aber umso lesenswerter.
 
Hab übrigens die offizielle Lösung hier zum ersten Fall. Wenn man es versäumt, eine Aussage aus der Zeugin zu kriegen, hat man eine andere Option, nämlich die Schießerei anzusprechen. Die korrekte Antwort lautet dann Lügen mit Beweis der Waffe. Soviel zum Thema völlig willkürliche Antworten frei von jeder Logik.
 
Noch eine Frage: Was kann man denn alles sammeln in dem Spiel ?

Ich stehe halt auf so Päckchen-, Auto- und Filmrollen-Scheiß a la GTA oder DER PATE.
 
Die Diskussion ist ziemlich überflüssig. Auf der einen Seite die notorischen Schlechtredner die nicht müde werden zu betonen was dem Spiele fehlt und was alles total schlecht ist und es scheinbar als ihre Mission sehen alle drauf aufmerksam zu machen ( besonders denen die Spass daran haben), und auf der anderen Seite die Leute die Spiele so nehmen wie sie sind und damit ihren Spass haben, ohne ständig all das zu bemängeln was das Spiel nicht ist und was besser sein könnte. Da wird wohl keine Übereinkunft mehr statt finden :D
 
@Glod: Nicht DAS Element, aber ein entscheidendes, ohne das L.A. Noire nicht so gut wäre wie es ist. Verschwenderisch? Ja, aber ich mag diese Spiele, die mehr haben als nötig. Eine Spielwelt, in der jedes kleine Element einen unmittelbaren Zweck hat ist eben keine Welt, in die man eintauchen kann.

@Zimtzicke:

Bei L.A. Noire kann man doch im Prinzip keine Faszination aus dem "Gameplay" (im Sinne von klassischen Spielen mit Spielregeln und Spielziel, also Schach, Fußball, Tetris, Vanquish) ziehen. Daher ist das Spielerlager wohl auch gespalten. Denn die Entwickler haben auf Gameplay weitestgehend verzichtet. Da wo es noch Reste vom klassischen Spiel im engeren Sinne gibt, kann man diese Teile überspringen (Actionszenen) oder das Gameplay stellt für den Spieler kein Hindernis dar (Ermittlungsarbeit und Verhöre). Bei L.A. Noire geht es nicht um knifflige Herausforderungen als Ermittler, das Design des Spiels ist von Anfang bis Ende auf andere Elemente ausgelegt. Die Entwickler haben vorab ja auch ganz klar angekündigt neue Wege zu gehen und Zielgruppen ansprechen zu wollen.

Wie sieht nun diese Zielgruppe aus? So neu ist sie erst mal gar nicht. Videospiele waren schon immer mehr als Spiele. Es gab schon immer Videospiele, wo es darum ging etwas anderes in einer virtuellen Welt zu erleben. Es gab schon immer Videospiele, die sich nicht nur als reines Spiel (Tetris, Schach, FIFA) verstanden haben, sondern auch als Medium (Monkey Island, GTA, Bioshock). Diese Unterscheidung ist essentiell, weil Vanquish und L.A. Noire zwei völlig unterschiedliche Arten zu Spielen sind. Vanquish besteht aus einer spielerischen Herausforderung, dem Wettbewerb und befriedigenden Gameplaymechanismen. L.A. Noire ist eine Spielwelt mit Charakteren, in die wir zum Eintauchen und Erkunden eingeladen werden.
Bisher hatten selbst die Videospiele als Medium immer auch noch klassische wettbewerbsorientierte Spieleelemente in sich (Rätsel, Ballern, Rennen fahren). Was wir nun beobachten können ist, dass es einige Spiele gibt, die auf wettbewerbs- oder herausforderungsorientiertes Gameplay weitestgehend oder komplett verzichten (Heavy Rain, Flower, Amnesia, The Path, Noby Noby Boy). L.A. Noire ist ein solches Spiel und es will auch ein solches Spiel sein. Das Ergebnis von 6 Jahren Entwicklungszeit ist ja kein Zufallsprodukt. ;)

Und da sind wir beim Punkt Open World angelangt. Wenn der Spieler nicht durch spielerische Herausforderungen beschäftigt wird, dann muss es anderes zu entdecken geben. Das kann eine Spielwelt sein (die bei L.A. Noire auch für meinem Geschmack komplexer und belebter sein könnte, da stimme ich mit Glod überein), das kann die Atmosphäre sein (herausragend, gerade durch die rekonstruierte Stadt!9, das kann eine verzweigte Story sein (nicht bei L.A. Noire, aber bei Heavy Rain), das können spannende Kriminalfälle zum mitfiebern sein (L.A. Noire und Heavy Rain), das kann alles mögliche sein.

Ist L.A. Noire eine perfekte Spielwelt, um einzutauchen und etwas außergewöhnliches zu erleben? Nein, aber es ist auch eines der ersten Spiele seiner Art, da ist natürlich Raum für Verbesserung. Konzentrieren wir uns doch darauf, wie L.A. Noire das besser machen kann, was es erreichen will, nämlich Polizeiarbeit erlebbar zu machen und in das historische LA einzutauchen (da hat Bart einige wichtige Punkte angeschnitten: Phelps bietet zu wenig Identifikationsmöglichkeiten, einige Elemente von Story und dialogen sind weniger gelungen). Aber hören wir doch bitte auf L.A. Noire dafür zu kritisieren, dass es nicht etwas geworden ist, was es nie sein wollte, nämlich ein herausforderndes Rätselspiel mit Polizeiszenario.

Und wer lieber konservatives Gameplay möchte und L.A. Noire für seinen Casual-Scheiß hasst, der weiß ja fürs nächste mal bescheid. Es ist doch schön, dass die Vielfalt an Ideen, was ein Videospiel sein kann, zunimmt. Nicht jede dieser Ideen muss einem selbst gefallen. ;)
 
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