Türenmacher
IO Independent
Es gibt im Bereich der Videospiele Momente, die bleiben haften. Die erste Fahrt in einer neuen GTA-Welt oder die ersten Runden Forza im Regen. Und in einen neuen Hitman-Sandkasten geworfen zu werden. Ich bin um 6 Uhr aufgestanden, habe die PS4 angeschmissen und wurde sofort über den abgelaufenen Countdown informiert. Stehend habe ich das Spiel gestartet und das Menü über mich ergehen lassen. Dann stand ich im strahlend weißen Requiem-Anzug am Brunnen beim Eingangstor des riesigen Palais de Walewskas und schlenderte los. Die kommenden 2 Stunden habe ich dazu genutzt, im Schritttempo die Map zu erforschen. Ich lief an Viktor Novikov nur einmal vorbei, das erste Attentat spare ich mir auf.
In Zeiten, in denen Absolution noch nicht mal aktuell war, stellte ich mir u.a. eine Mission vor, in der 47 an einem offenen Fenster mit seinem Sniper auf eine fahrende Parade zielt und die Menschenmassen nicht mehr messbar waren. Ich weiß nicht mehr, ob der Eiffelturm im Hintergrund stand, aber es war definitiv eine Altstadt. Ich hätte nie erwartet, dass ein real spielbarer Hitman-Level dieser Vision jemals so nahe kommen kann, doch die Sanguine-Show hat es geschafft. Das Gelände ist riesig. Hinter jedem Strauch ist noch ein Geräteschuppen, zwischen Hintereingang ins Gebäude und die Höhe er Aussichtsplattform liegen fast fünf Minuten reines Schritttempo durch alle Bereiche. Im Keller wuseln die Angestellten, im Erdgeschoss laufen sie über den Catwalk mit der ohrwurmigen Techno-Melodie und in den Etageren darüber haben sich die VIP's einquartiert. Einen vollgestellten Parkplatz, ausmodellierte Dachböden und Badezimmer gibt es ebenso. Alles ist betretbar (insofern man Dietrich oder Schlüssel hat), mir kam keine Deadzone über den Weg. Beim Anblick des ersten Artworks habe ich mir gedacht, dass es wie eine Mischung aus "Invitation to a Party" und "Tradtions of the Trade" wirkt. Das ist es tatsächlich geworden, die Mischung aus öffentlichem Schmelztiegel und elitärer Underground-Party ist die ultimative DNA für einen Hitman-Level.
Das Grundgerüst des Gameplays macht alles Wichtige richtig. Ja, die KI ist in manchen Situationen überfordert und einige Animationen wirken komisch, aber meine Güte, es ist alles so flüssig und direkt. 47 trottet lässig herum, Leichen lassen sich schneller und bequemer ziehen als je zuvor, viele Kleinigkeiten sind wie schon in der Beta entschlackt und funktionieren schnell. Das Verkleidungssystem mit den Enforcern zeigt, dass das Disguise-System aus Absolution gut war, hier haben sie die ideale Balance gefunden. Es erschlägt einen, wie viel man tun könnte. Es gibt 12 Berufsgruppen auf dieser Map, dutzende Unfallmöglichkeiten und man kann mit vielen Objekten zusätzlich interagieren. Sich zwischen Menschenmassen am Laufsteg durchzuwühlen, als Scheich verkleidet an einer geheimen Versteigerung teilzunehmen oder einfach nur den Kommentaren der gelangweiliten Gäste zu lauschen, das ist Hitman.
Zu bemängeln sind die Ladezeiten. Das Menü ist träge, ein Neustart der Mission kann je nach Spielstand bis zu einer Minute dauern. Es gibt nur englische Sprachausgabe. Beim Türenöffnen verwischt die Optik ungewöhnlich. Wenn die Verbindung zu den Servern abbricht, speichert es die erfüllten Challenges nicht. Die Wachen sind kinderleicht zu überfordern, wenn man plötzlich zum Rambo mutiert. Das könnte vielen den Spielspaß einschränken, mir nicht. Da bin ich wohl abgehärtet von damals.
Paris ist die Summe aus 15 Jahren Hitman. Die Moderne aus Absolution gepaart mit der Do it Yourself-Mentalität der Vorgänger, auf der objektiv größten Map aller Zeiten. Wenn Fans des Konzepts da nicht das Herz aufgeht, bin ich mit meinem Latein am Ende.
In Zeiten, in denen Absolution noch nicht mal aktuell war, stellte ich mir u.a. eine Mission vor, in der 47 an einem offenen Fenster mit seinem Sniper auf eine fahrende Parade zielt und die Menschenmassen nicht mehr messbar waren. Ich weiß nicht mehr, ob der Eiffelturm im Hintergrund stand, aber es war definitiv eine Altstadt. Ich hätte nie erwartet, dass ein real spielbarer Hitman-Level dieser Vision jemals so nahe kommen kann, doch die Sanguine-Show hat es geschafft. Das Gelände ist riesig. Hinter jedem Strauch ist noch ein Geräteschuppen, zwischen Hintereingang ins Gebäude und die Höhe er Aussichtsplattform liegen fast fünf Minuten reines Schritttempo durch alle Bereiche. Im Keller wuseln die Angestellten, im Erdgeschoss laufen sie über den Catwalk mit der ohrwurmigen Techno-Melodie und in den Etageren darüber haben sich die VIP's einquartiert. Einen vollgestellten Parkplatz, ausmodellierte Dachböden und Badezimmer gibt es ebenso. Alles ist betretbar (insofern man Dietrich oder Schlüssel hat), mir kam keine Deadzone über den Weg. Beim Anblick des ersten Artworks habe ich mir gedacht, dass es wie eine Mischung aus "Invitation to a Party" und "Tradtions of the Trade" wirkt. Das ist es tatsächlich geworden, die Mischung aus öffentlichem Schmelztiegel und elitärer Underground-Party ist die ultimative DNA für einen Hitman-Level.
Das Grundgerüst des Gameplays macht alles Wichtige richtig. Ja, die KI ist in manchen Situationen überfordert und einige Animationen wirken komisch, aber meine Güte, es ist alles so flüssig und direkt. 47 trottet lässig herum, Leichen lassen sich schneller und bequemer ziehen als je zuvor, viele Kleinigkeiten sind wie schon in der Beta entschlackt und funktionieren schnell. Das Verkleidungssystem mit den Enforcern zeigt, dass das Disguise-System aus Absolution gut war, hier haben sie die ideale Balance gefunden. Es erschlägt einen, wie viel man tun könnte. Es gibt 12 Berufsgruppen auf dieser Map, dutzende Unfallmöglichkeiten und man kann mit vielen Objekten zusätzlich interagieren. Sich zwischen Menschenmassen am Laufsteg durchzuwühlen, als Scheich verkleidet an einer geheimen Versteigerung teilzunehmen oder einfach nur den Kommentaren der gelangweiliten Gäste zu lauschen, das ist Hitman.
Zu bemängeln sind die Ladezeiten. Das Menü ist träge, ein Neustart der Mission kann je nach Spielstand bis zu einer Minute dauern. Es gibt nur englische Sprachausgabe. Beim Türenöffnen verwischt die Optik ungewöhnlich. Wenn die Verbindung zu den Servern abbricht, speichert es die erfüllten Challenges nicht. Die Wachen sind kinderleicht zu überfordern, wenn man plötzlich zum Rambo mutiert. Das könnte vielen den Spielspaß einschränken, mir nicht. Da bin ich wohl abgehärtet von damals.
Paris ist die Summe aus 15 Jahren Hitman. Die Moderne aus Absolution gepaart mit der Do it Yourself-Mentalität der Vorgänger, auf der objektiv größten Map aller Zeiten. Wenn Fans des Konzepts da nicht das Herz aufgeht, bin ich mit meinem Latein am Ende.

