Zu meiner eigenen Überraschung fand ich das Ende abgesehen von ein paar kleineren Störfaktoren recht gut. Und das, obwohl ich mich durch die letzten 2-3 Staffeln teilweise durchquälen musste, verbunden mit viel Fremdscham und Kopfschütteln bezüglich der Richtung die die Serie stellenweise nahm.
Wenn man im Internet so über das Ende liest, betrachten einige das Ganze glaub ich zu sehr als Serie und wie diese funktionieren sollten. Man liest z.B. Sätze wie "sie lassen einfach so die Mutter sterben". Für mich war von Anfang der Serie an klar, dass man Teds Frau erst ganz am Ende der Serie oder kurz davor sehen wird, und auch wenn ich Tracy recht gut gecastet fand, machte sie dieser Fakt an sich schon ein wenig austauschbar. Letztlich haben mich die wenigen Szenen zwischen den beiden deshalb auch erschreckend kalt gelassen, da man die Frau einfach kaum kennt.
Gut, ich kann diesen Kritikpunkt (den Tod der "Mutter") dennoch irgendwo nachvollziehen, denn viele haben eben auf dieses "Ziel" einige Jahre hingefiebert und man kann recht simpel auch auf den Titel der Serie verweisen. Für mich lebte die Serie allerdings schon immer stark davon, den hoffnungslosen Romantiker Ted auf seinem Weg zur großen Liebe zu begleiten, im Leben zunächst bestimmte Dinge durchleben und lernen zu müssen, um das "Gute" zu schätzen zu wissen. Genauso hat die Serie für mich oft die emotionalen Momente richtiger gemacht, als die humorvollen (abgesehen von den ersten Staffeln), und letztlich muss man (vielleicht auch gerade deshalb) einfach sagen "genau so läuft es im Leben nunmal manchmal".
Man durfte letztlich eben nie die Prämisse vergessen, dass wir uns bereits zu Beginn der Serie einige Jahre in der Zukunft befinden, und in den inzwischen vergangenen 25(?) Jahren nunmal auch verdammt vieles passiert sein wird. Vieles, was wiederum uns als Zuschauer anders erreicht, als man das von anderen Serien gewohnt sein mag, da Ted sich an seine Kinder richtet, die wiederum ein bestimmtes Vorwissen haben.
Gerade wenn man das Ende kennt, macht einiges durchaus bereits von der ersten Folge an Sinn. Warum möchte eine liebende Mutter nicht dabei sein, und die Momente als Familie teilen, wenn Ted die Kennenlern-Geschichte erzählt? Warum erzählt Ted seinen Kindern das alles überhaupt so haarklein, wenn die Mutter überspitzt formuliert einen Raum weiter sitzt, und alles Friede, Freude, Eierkuchen wäre? Selbst wenn man dafür Erklärungen findet und zu Grunde legt, dass Ted nunmal romantisch veranlagt ist und das an seine Kinder weitergeben möchte, so sollte man meinen, dass die Kinder in den Jahren zuvor schon mindestens eine Kurzversion und das eine oder andere Detail des Kennenlernens erfahren haben. Ich geb zu, ich bin während all den Staffeln auch nicht auf den Gedanken gekommen, aber die ganze Situation hätte einem schon von Folge 1 an verdächtig vorkommen können. Jetzt weiss man: Als Kleinkinder waren sie vermutlich eher weniger an der Geschichte interessiert, und nach dem Tod der Mutter mussten zunächst ein paar Jahre vergehen, bis die Familie darüber reden konnte.
Letztlich macht in diesem Zusammenhang sogar Sinn, dass der Tod der Mutter für uns als Zuschauer so kurz "abgehandelt" wird. Als das passierte, waren die Kinder schon in einem Alter, dass sie das alles schmerzlich nah miterlebt haben. Um welche Krankheit es sich handelte, wie sie starb, was danach passierte etc. - das alles wissen die Kinder bereits, Ted muss ihnen das nicht detailreich erzählen.
Keine Frage, die Serie ist teilweise grottig geschrieben. Allein die Sache mit der Hochzeit Barney/Robin war im Endeffekt nur dazu da, den "Twist" am Ende beim Zuschauer heftiger wirken zu lassen, indem man dieses Ereignis durch die Art der Erzählweise zu einem riesigen Ding aufgeblasen hat. (Denn der zeitliche Verlauf bzw. die Scheidung an sich ist ja nicht direkt unrealistisch) Die ganze Charakterentwicklung von Barney war ebenfalls für den Eimer, und führte nahezu alles ad absurdum, was ihn in den letzten Jahren für viele Zuschauer erst wieder interessant gemacht hatte.
Ein Problem ist einfach auch, dass jeder Mensch klare Vorstellungen hat, was Liebe angeht, wie diese sich definiert, ob man mehr als einmal wirklich lieben kann etc. Ich kann verstehen, dass manche Zuschauer sich betrogen fühlen, da man Ted eben "die Eine" gegönnt hätte, mit der er bis ans Ende seiner Tage gelebt hätte (wobei ich den Gedanken schön finde, dass er bis an IHR Lebensende da war und sich für sie zerrissen hat). Aber wenn man das Ganze nun mal versucht eher lebensnah zu betrachten und es eben leider passieren kann, dass ein wichtiger Mensch stirbt, dann kann man doch durchaus verstehen, dass sich der arme Kerl nach 6 Jahren und mit seinen inzwischen 50 Jahren nicht wieder ins Getümmel wirft, und er schließlich auch nicht der Erste wäre, der in seinem Leben in Form von Robin "the one that got away" hat - also den einen Menschen bei dem man sich zwischendurch fragt "was wäre wenn...". Klar, dieses Ende wäre natürlich glaubwürdiger gewesen, wenn sich die Macher 2-3 Staffeln zwischendurch gespart hätten.
Allerdings muss man eben auch sagen, dass von der ersten Folge der Serie an Robin für Ted immer wieder ein Thema war. Wenn man ehrlich ist, dachten damals noch viele, dass das eigentlich "die Eine" sein könnte/müsste, wenn sie nicht direkt als "Aunt Robin" bezeichnet worden wäre. Es ist nunmal nicht die Geschichte in der Ted einfach "nur" der Hauptcharakter ist, sondern ER ist der Erzähler, und im Laufe der Erzählung IST Robin eben ein zentraler Punkt. Dass Ted schon vorher, aber spätestens währenddessen wieder merkt, was er über die Jahre alles mit dieser Frau erlebt und in sie investiert hat, ist jetzt auch nicht sooo unwahrscheinlich
Letztlich könnte man das Ganze sogar auf die Spitze treiben und sagen, er erzählt seinen Kindern zwar durchaus wie er deren Mutter kennen gelernt hat, aber ob das deshalb von Anfang an auch "die Eine" gewesen sein muss, das steht auf einem anderen Papier bzw. vielleicht weiss/wusste sogar Ted selbst das zu Beginn der Erzählung nicht genau, oder es muss erst mal definiert werden.

In irgendeinem Kommentar zum Finale hat z.B. jemand geschrieben "Tracy war die Seelenverwandte von Ted, und Robin ist seine große Liebe". Das hat irgendwie was, aber wie gesagt da gehts auch langsam schon ins philosophische...
Und das alles sag ich übrigens als jemand, der spätestens ab Staffel 7 oder 8 das hin und her zwischen Ted und Robin nur noch nervig und konstruiert fand.
Im Endeffekt brach der Serie der Zeitaspekt in mehrerlei Hinsicht das Genick. Wie lang sitzt Ted da eigentlich mit seinen Kindern? Ein paar Stunden? Ein paar Tage? Und wir als Zuschauer saßen jetzt insgesamt fast ein Jahrzehnt(!) davor. Allein das kann schon kaum funktionieren, da sich gewisse Erwartungen zu sehr festigen.
So bleibt für mich eine insgesamt bestenfalls leicht überdurchschnittliche Serie, deren Hauptproblem aber definitiv nicht das Ende war. Hätten sie das Ende in dieser Form von Anfang an auf etwa 6 Staffeln ausgerichtet, wäre ich mit der Geschichte an sich vielleicht sogar ziemlich zufrieden und das Ende wäre ein durchaus cleveres.