Halo 3
Man muss im Leben auch Verzeihen können
Wer mich kennt und meine Beiträge liest, der weiß, dass ich nie ein besonderer Freund von Halo war und das ich den kommerziellen Erfolg Halo's immer wieder auf eine fanatischen Fangemeinde, übermäßiges Marketing und dem so genannten "Wir-müssen-schnell-einen-Helden-für-diese-Konsole-finden-der-sich-gut-verkauft"-Komplex zurückführte.
Speziell nach dem Spielen des ersten Teiles bestätigte sich meine Auffassung, wonach Halo ein zwar mittelmäßiger aber keineswegs sehr guter Egoshooter ist.
Doch wie kam es nach all den Altlasten und negativen Eindrücken dazu, dass ich mich überhaupt an Halo 3 heranwagte?
Nun: Zuerst einmal sollte man im Leben vor allem eines tun: verzeihen. So verzieh ich auch dem damaligen ersten Teil ob seiner hauptsächlich mittelprächtigen Gesamtoffenbarung. Der Hauptgrund für den Kauf war allerdings, dass ich nach dem Erwerb einer 24-monatigen Xbox-Livemitgliedschaft auf der Suche nach einem exzellentem Multiplayerspiel war und so blieb im Grunde nur Halo übrig, da fast wirklich jeder meinte, dass Halo im Onlinemultiplayer abgehe wie die Post.
Der dritte entscheidende Kaufgrund war schließlich, dass das Originalgame für erschwingliche 30 Euro im örtlichen Videospielgeschäft nur so darauf wartete, vom Regal genommen zu werden.
So kaufte ich - durchwegs voreingenommen von den persönlichen Mittelmäßigkeiten aus Halo 1 - also den dritten Teil des Franchise; als ich endlich den Kassabon in Händen hielt, schwor ich mir, Halo 3 eine faire Chance zu geben.
Nun denn: Die recht epische Intromusik im Hauptmenü versprach schon mal einen glorreichen Start. Ohne Missverständnisse wird einem klar gemacht, dass es nach Betätigen des Start-Buttons im Laufe der Kampagne nicht etwa um Beseitigung einiger Bagatellkriminellen als vielmehr um die Rettung der Menschheit gehen wird.
Master Seargent, Gebieter, Masterchief, Cortana... ok, das hätten wir...
Dank einer gewissen heldenhaften Anfangsmelodie "Döm.......Dö-Döm" schnellt der Adrenalinspiegel während der ersten Spielminuten gleich einmal ordentlich in die Höhe. Während diese herrlich-erhabene Musik aus der Dolby-Digital-Anlage ertönt und einige geschmeidige Videosequenzen das Spektakel würdevoll ergänzen, erwischt einem angehenden Halo-Spieler sofort ein packendes Gefühl; denn man weiß: es geht jetzt um alles oder nichts, die Menschheit wird von einem offenbar übermächtigen Gegner, der sogenannten Allianz, bedroht. Die Menschheit? Genau genommen wird die gesamte Galaxis bedroht! - im wahrsten Sinne: Denn nach Ansicht der Allianz, der viele außerirdische Rassen, wie etwa die kleinen aber in Massen relativ starken Grunts, die ebenso furchteinflößenden wie großen Eliten oder aber die lästigen fliegenden Drones angehören, plant eine Reihe von komplexen Ringnetzwerken innerhalb der Galaxis abzufeuern; durch diesen Prozess soll die Galaxis nach dem Vorbild der Allianz neu entstehen. Mancher einer wird's bemerkt haben: Die Philosophie dieser "Allianz" ähnelt sehr jener Glaubensansichten, die hierzulande diverse Religionen oder Sekten verbreiten: Scientology und die Zeugen Jehovas seien als Beispiele für das weltpolitische Ziel der fiktiven außerirdischen Rassenvereinigung genannt.
Dieses Vorgeschichten- oder Faktenwissen wird dem Halo-Spieler entweder im Handbuch, zu Beginn des Spiels oder aber in Reviews aufgetischt, sodass auch Neulinge relativ nahtlos in die Halo-Saga einstiegen können ohne dabei von einem komplexeren Canon förmlich erschlagen zu werden. (wie dies etwa bei manchen Star-Trek-Spielen der Fall ist.)
Neben dem Durchpauken von allerlei Wissenswertem lernt man in den ersten Spielmomenten auch so ziemlich alle wichtigen Schlüsselcharaktere für die kommenden Abenteuer kennen. Namentlich wurden sie schon erwähnt: Master Seargent, Master Chief, Cortana, Gebieter und selbstverständlich ein gewisser fieser Obermotz, der für all den Schauer in der Galaxis als hauptverantwortlich gebrandmarkt werden darf.
Eines haben aber all diese Charaktere bis auf den Hauptgegner gemeinsam: Sie sind relativ langweilig und eintönig. Als Spieler fällt es einem schwer, eine wirklich gute emotionale Bindung zum eigenen Char (Masterchief) als auch zu den anderen Protagonisten aufzubauen.
Das hängt möglicherweise auch damit zusammen, dass in Halo 3 vor allem der Actionanteil in den Vordergrund geschoben wird und nicht so sehr die Story.
Denn so episch die allgemeine Missionsbeschreibung im Handbuch auch sein mag, so monoton entpuppt sie sich dann in den Missionen selbst: Im Grunde genommen geht es nur darum, so viele Feinde wie möglich zu erschießen.
Das mag für einen Ego-Shooter noch nicht wirklich ein Problem sein aber gerade Halo meint ja für sich den Titel für die beste Gamestory in Anspruch zu nehmen. Allerdings bleibt festzustellen, dass die Story nicht viel mehr als ein warmer Aufguss diverser Sciencefictionspielfilme und einiger älterer Computerspiele ist; wie gesagt: für einen bekennenden Actionfan stellt das kein Problem dar. Jemand, der aber zu sehr auf komplexes Wissen und ausgefeilte Handlung steht, wie sie etwa in Rollenspielen vorkommt, der wird enttäuscht sein.
Die Spielumgebung, also das Leveldesign, ist nicht wirklich schlecht aber auch nicht sonderlich berauschend. Mal spielt man in einer Dschungelgegend, mal in einer Wüstengegend und ein anderes Mal hetzt man eben in Gebäudekomplexen oder Höhlen herum, dass nur so die Fetzen fliegen. Sich oft wiederholende Texturen, relativ wenig Umgebungseffekte und die äußerst knapp bemessene Missionsfläche komplettieren zusätzlich den Eindruck eines "Ein-Pfad-und-sonst-aber-gar-nichts"-Spiels. Ein paar mal kann man zwar statt durch eine Brücke hindurch auch auf ihr gehen, wirklich andere Spielpfade oder gar völlig alternierende Spielerlebnisse sind damit aber nicht verbunden. Die Spielwelten sind einfach zu klein und mancherorts auch nicht bunt genug, um wirklich aus der Masse der 08/15-Shooter herauszustechen.
Die Missionsaufgaben selbst gibt es eigentlich nicht: Das einzige Ziel, wie oben bereits angesprochen, besteht darin, sämtliche Gegner eines Areals auszuschalten und möglichst schnell, sofern man eine gute Kampagnenwertung haben möchte, ein Level zu beenden. Das Gute daran ist, dass die Schießereien mit dem Gegner so ziemlich das Beste am Spiel sind:
Zuerst einmal sei hier die hervorragende Auswahl an unterschiedlichen Waffen angeführt, die der Spieler im Laufe seines Gefechts gegen die Allianz benützen kann: Simple Pistolen, Maschinenpistolen, Sturmgewehre, Laser, Bazookas sowie allerlei außerirdische Waffen, wie etwa der Nadelwerfer, Karabiner, Partikelwerfer usw. können verwendet werden. Dabei ist es auch erlaubt, Waffen von bereits getöteten Gegnern oder verbündeten NPCs aufzunehmen. Weiters besonders praktisch: Man darf nicht nur zwei Waffen zugleich benutzen (also in jeder Hand eine), sondern diese auch noch nach eigenem Wunsch zusammenstellen. Und noch praktischer: Man kann sich dann selbst entscheiden, ob man bei einem Feuergefecht nur die eine Waffe oder eben beide Waffen abfeuert, da die Feuertrigger auf den linken und den rechten Xbox-Schalten platziert sind.
Derartige Spielereien motivieren natürlich, ermöglichen aber auch die ein oder andere taktische Raffinesse; Hat man erst einmal herausgefunden, welcher Gegner auf welche Waffe am beleidigsten reagiert, kann man die Tötungsrate pro Minute effizient steigern und zugleich auch noch eine Menge Munition sparen. Diverse Feuertaktiken, wie etwa pro Grunt ein Schuss mit dem Nadelwerfer und den Rest mit der Plasmapistole sind also möglich.
Des Weiteren ist es gestattet, mit jeder Waffe einen Nahkampfangriff (allerdings gibt es auch einige Primärnahkampfwaffen!) durchzuführen, womit man selbst dann nicht wehrlos dasteht, wenn einem die Munition mal ausgehen sollte. Selbiges sollte übrigens nicht so oft vorkommen, da man die Waffe samt Munition eines jeden Gegners aufnehmen darf und darüber hinaus oft genug Waffendepots und dergleichen zu finden sind. Munitionsmangel, wie er etwa in früheren Haloteilen beklagt wurde, gehört also der Vergangenheit an: Es darf geballert werden, bis der Arzt kommt.
Erfreulich ist auch, dass die Anzahl der Gegner recht hoch gehalten ist und so macht es des Öfteren eine mörderische Laune, weiterzuspielen um ins nächste Areal vorzudringen, wo wiederum zahlreiche Horden auf die Quittierung des Dienstes warten.
Kombiniert mit den wirklich toll-aussehenden Waffen und den schön anzusehenden Waffeneffekten, entsteht richtig geile Shooteratmosphäre.
Ein besonderes Highlight der Kampagne ist schließlich der Einsatz von allerlei wendigen und schnellen Fahrzeugen, Panzern und Fluggeräten: Fast schon unfassbar genial erweist sich das immer wiederkehrende flüssige Zusammenspiel aus Lauf-, Fahr- und Flugeinlagen und glücklicherweise bleibt es dem Spieler immer selbst überlassen, ob man mal eben vom Fahrzeug absteigt oder alle Gegner bis zum „Geht-nicht-mehr“ umfährt.
Hinzu kommt noch, dass auf die diversen Gerätschaften auch verbündete Mitstreiter Platz nehmen können, womit die "Wir-retten-die-Welt"-Atmosphäre ein wenig besser rüberkommt und man hat als Spieler auch mal ab und zu das Gefühl, dass es eben doch nicht nur an sich selbst liegt, ob die Galaxis nun gerettet wird oder nicht.
Manchmal, aber äußerst selten, kommt es allerdings vor, dass das Spiel einem die Monotonie förmlich anbiedern will: Etwa in der ersten Mission, wo man dann im Dschungel zu einem Ort kommt, an dem ein komischer offener Gebäudekomplex steht, daneben ein Wasserfall und rundherum Waldzüge als "natürliche Grenzen". Schleicht man sich beispielsweise an diese Ortschaft langsam heran, sodass einem die Gegner nicht sofort bemerken, sieht man, wie planlos die Allianzpartner oft herumstehen oder im Kreis laufen, als hätten sie nichts Besseres zu tun. Sowas drückt insofern auf die Motivation, als dass das planlose Agieren mancher Gegner auch während einiger Feuergefechte zum Vorschein kommt. Man wird den Gedanken nicht los, dass zwar jeder herumspringt und schießt aber nicht wirklich nachdenkt, was er tut.
Das einzige, was man der künstlichen Intelligenz zu Gute halten darf ist, dass die Gegnerschar wenigstens immerwährend Deckungsmöglichkeiten aufsucht und diese auch konsequent benutzt. Ganz entkräftet kann der Vorwurf, dass Bungie (Entwickler) keine Zeit mehr für eine ordentliche KI hatte, aber dennoch nicht werden.
Oft passiert es auch, dass viele Dinge zu aufgesetzt und zu konstruiert wirken: Die scheinheiligen Missionsangaben wie "Suchen Sie Cortana" oder "Finden Sie den abgestürzten Pelican" gaukeln einem zwar vor, dass jetzt endlich mal etwas anderes als Herumschießen kommt aber am Ende des Tages läuft es dann doch wieder nur auf simples Herumgemetzle hinaus; Und selbst wenn man dann an den Zielort kommt, passiert nicht viel aufregendes: Ab und zu ereilt einem dann eine recht lieblose und gleichzeitig nichtssagende Zwischensequenz, mehr aber nicht.
Ein paar Worte zur Soundausgabe
Der Sound in Halo 3 ist über weite Strecken ganz passabel. Wirklich hervorragend sind in jedem Fall die Waffentöne, die Halointromusik und natürlich die höchst mysteriös anmutende Adrenalinmelodie, die mit "Döm......Dö-Döm..." anfängt und immer wieder im Spiel vorkommt.
Dieses bravourös inszenierte Musiksample sorgt letztendlich dafür, dass man wieder voll ins Geschehen eintaucht und das man sich zumindest wieder für ein paar Minütchen einbildet, es handle sich bei Halo 3 wirklich um eine ausgefeilte und nervenzermürbend-spannende Story.
Die restlichen Melodien sind relativ simpel gestrickt und überraschen kaum noch. Gutes Mittelmaß halt. Die Synchronsprecher könnten hingegen wirklich besser sein. Man merkt, dass viele nicht allzu enthusiastisch bei der Arbeit waren und ihren Text einfach mal eben so herunter geträllert haben, ohne wirklich zu kapieren, was eine ziemlich unterdurchschnittliche Sprachausgabe für einen fanatischen Halo-Fan (der ich ja nicht bin) aber auch für einen Gelegenheitsspieler, der erst einmal mit den handelnden Person vertraut werden will, bedeutet.
Ein besonderes Highlight ist da vielleicht noch die Synchronstimme des deutschen Moderators und Entertainers "Elton". Aber eben nur, wenn man die Stimme das erste Mal hört. Je öfter sie dann aus den Lautsprechern hervorkrechzt, desto absurder wird das ganze dann auch, da ein TV-Blödler schnell einmal die ansonsten halbwegs vorhandene Weltrettungsatmosphäre gegen Null schwinden lassen kann.
So tomixxx, raus mit der Sprache: Wie sieht es nun mit dem als "legendär" geltenden Multiplayermodus aus?
Vorweg und ganz nüchtern betrachtet: Der Multiplayer im Onlinemodus ist gut, aber keineswegs überragend. Es macht zwar wirklich Spaß, mit etlichen anderen Spielern weltweit ein durchweg flüssig laufendes, actionreiches und schnelllebiges Spiel zu zocken aber wirklich umwerfend ist das Ganze bei Weitem nicht: Die MP-Areale sind ebenso wie die Kampagnenabschnitte viel zu klein gehalten und die Suche nach geeigneten Mitspielern ist auch so eine Sache.
Es ist nicht das Problem, jemanden zu finden (praktisch zu jeder Tageszeit spielen tausende von Spielern...) als vielmehr "was" man findet. Das übliche "Mitten-im-Spiel"-Ausstiegssyndrom mancher Kollegen ist nervend und gegen irgendwelche völlig unbekannte Mitspieler zu zocken, macht irgendwie auch nicht so wirklich Spaß.
Hier ist nur zu empfehlen, dass man sich auf seinen Lieblingsforen oder im privaten Freundeskreis entsprechende Mit- oder Gegenspieler sucht, die dann auch wirklich den dazugehörigen Spaß und die gegebenenfalls nötige Ausdauer mitbringen, sodass auch wirklich ein spannender Onlinemultiplayer entstehen kann.
Glücklicherweise bieten Halo 3 und die Xbox 360 zahlreiche praktische Funktionen, um eine halbwegs gescheite Auswahl an menschlichen Kontrahenten parat zu haben. Wer sich aber einfach so in die Weiten der Onlinewelt stürzt und sich einfach Zufallsgegner bestellt, der wird halt dann im Onlinemodus nicht viel glücklicher werden als dies bei zahlreichen anderen Games der Fall ist.
Ich persönlich bin der Ansicht, dass der Onlinemodus dank seiner Zahlreichen Modi (Capture the flag, Deathmatch... die ganze Litanei natürlich auch im Team und vieles vieles mehr) zwar durchwegs "gut" aber keineswegs "atemberaubend" oder dergleichen ist. Wer einmal eine Partie Elite Force am guten alten PC oder aber eine ausgiebige Runde "Civilizations" auf der 360 gespielt hat, wird vermutlich nicht umhin kommen zuzugeben, dass die genannten MP-Modi um nichts schlechter sind als der vermeintliche Genrekönig Halo 3.
Wirklich genial ist eigentlich nur der kooperative Kampagnenmodus: Die Kampagne habe ich so mit meinem Schwager zusammen gespielt und hier muss ich wirklich sagen, dass ich dann oft ziemlich beeindruckt war. Nicht nur, dass sich ohnedies schon unzählige Gegner auf den Missionsflächen herumtreiben, steigt der Actionpegel dank eines menschlichen Kumpanen noch mal gewaltig in die Höhe und speziell Missionsabschnitte, in denen man dann zusätzlich noch zu fahrbaren Untersätzen und/oder Fliegern greifen darf, entfalten dann die wirkliche Stärke eines Halo 3 zur Gänze. In derartigen Momenten hat man dann in der Tat oftmals das Gefühl, eines der besten Egoshooter-Games ever gespielt zu haben.
Alleine macht Halo 3 wegen oben genannter Schwächen im Leveldesign, den Charakteren und der Story dann weit weniger Spaß und so sei an dieser Stelle dringend zu empfehlen, Ausschau nach jemanden zu halten, der bereit ist, mit einem die Kampagnen von vorne bis hinten durchzuspielen. Am besten funktioniert das sicherlich zu zweit aber möglicherweise wird das Ganze zu viert oder zu zehnt noch lustiger oder aber auch zu unübersichtlich, dass muss man dann halt selbst rausfinden.
Fakt ist jedenfalls, dass der Kampagnenmodus nur so danach schreit, dass mehrere Spieler daran teilnehmen.
Sonstiger Schnick-Schnack
Halo 3 bietet noch einige nette aber nicht wirklich notwendige Features: So kann man beispielsweise im "Schmiede-Modus" diverse MP-Karten bearbeiten. Bearbeiten heißt in diesem Fall allerdings nur, dass man Waffen und Pick-Ups beliebig im Missionsareal platzieren oder entfernen darf. Das Umstellen von Objekten oder gar das Verändern von Landschaften ist hingegen nicht möglich. Wie gesagt: Sowas ist zwar ein nettes Feature, wirklich nützen tut es aber niemanden, da die vorgegebene Waffenplatzierung der Karten sowieso durchdacht genug ist.
Weiters kann man sich Teile seines Halo-Abenteuers (Kampagne und MP) auch noch im Nachhinein im Filmmodus ansehen. Ein recht praktisches Hilfsmittel, wenn man mal wieder vor versammelter Onlinekollegschaft angeben möchte und mit besonders ehrfurchterregenden Moves zeigen will, wer der Chef im Ring (Achtung: Zweideutigkeit) ist.
Ein paar Schlussworte
Halo 3 ist ein gutes Spiel, das dank der bunten Mischung aus Lauf- und Fahrzeugeinlagen und adrenalinreichen Massengefechten punkten kann. Nochmals gesteigert wird dieser positive Eindruck von der großen Anzahl an Waffen, der Möglichkeit, diese beidhändig und beliebig miteinander zu kombinieren sowie durch die Möglichkeit, die Kampagne mit mehreren Spielern online oder offline durchspielen zu können. In diesem Kontext ist erwähnenswert, dass Halo 3 zumeist flüssig läuft und generell keinerlei Bugs (mit letztem Update) vorkommen.
Warum Halo 3 aber kein sehr gutes und schon gar kein "weltbester" Shooter oder "bestes" Game ist, liegt auf der Hand: Viel zu eintönige Missionen, die obendrein noch relativ kurz sind, meistens nur ein Missionspfad, langweiliges Leveldesign, schwache Story, farblose Charaktere, bis auf wenige Ausnahmen nur durchschnittlicher Sound und eine ziemlich minderbemittelte künstliche Intelligenz sind einfach Negativfaktoren, die zu sehr ins Gewicht fallen, als das man bei Halo 3 von einem ausgezeichneten Game sprechen kann. Was ich also schon zu Zeiten von Halo 1 kritisiert habe, hat sich eigentlich mit Halo 3 nur bestätigt. Anzumerken ist allerdings, dass Halo 3 in jedem Fall spannender, actiongeladener und einfach besser ist, als sein Vorvorgänger.
Der als "heilige Gral" verehrte Onlinemutliplayermodus ist freilich längst nicht so spaßexklusiv und obergenial, wie das manche Fans vielleicht gerne hören möchten: Es gibt wirklich andere Spiele, die mindestens denselben Spaßfaktor auf den Bildschirm zaubern und zudem auch noch schneller und actionreicher ablaufen. (Paradebeispiel "Elite Force", obwohl schon etwas in die Jahre gekommen)
Was man dem Mutliplayermodus zu Gute halten darf ist, dass man in qualitativer Hinsicht kaum Abstriche gegenüber dem Einzelspielermodus in Kauf nehmen muss und dass es speziell im Kampagnenmodus auch sonst keinerlei Einschränkungen oder Kürzungen gibt.
Meiner Meinung nach liefert Halo 3 die beste Optik, wenn man es zu zweit im Kampagnenmodus (allerdings offline) spielt: Hitzige Debatten und taktische Arrangements mit dem direkten Gegenüber führen dazu, dass eine gewisse kämpferische Grundatmosphäre noch einmal um ein paar Grade gesteigert wird.
Zu guter Letzt noch ein paar Einzelwertungen plus einer Gesamtwertung (die aber nicht dem Durchschnitt der Einzelwertungen entspricht):
Story: 67 %
Missionsdesign: 76 %
Grafik: 82 %
Sound: 69 %
Steuerung: 90 %
Spielumfang: 81 %
Atmosphäre: 79 %
Multiplayer - Kampagne (offline getestet): 89 %
Multiplayer - Karten (online getestet): 73 %
Gesamtwertung: 79 %
