Der Anstoß für die nachfolgenden Auswüchse ist die aktuelle Diskussion im Gameswelt TV-Thread. Ursache war zunächst Vanquish, aber das ist hier völlig nebensächlich.
Es geht mal wieder um die Frage, ob Spielereviews objektiv sein können oder nicht. Ursprünglich hat das ja mal bei 4players angefangen, wo Monsieur le Luibl sogar eine Kolumne schrieb, in der er die Subjektivität zum einzig gültigen Testparameter erhob und objektive Tests als völlig abwegig bezeichnete. Diese Theorie scheint mittlerweile etliche Anhänger zu haben. Und wisst ihr was? Es kotzt mich tierisch an. Denn unterm Strich sagen diese Leute nur eins:
"Ich teste nach Lust und Laune"
Sie nehmen ihren persönlichen Spielspaß als nahezu alleiniges Wertungskriterium her. Witzigerweise sehen sie sich aber dazu in der Lage, ihren persönlichen Spielspaß in 100 feinen Abstufungen zu definieren (manche sind immerhin so bescheiden, nur 10 dieser Stufen erkennen zu wollen).
Leute, diese Reviews sind Bullshit. Euer persönlicher Spielspaß ist so ziemlich das Letzte, was für eine nachvollziehbare Wertung relevant ist. Wenn ich einen Euro in Centstücken auf die Straße werfe, treffe ich 100 Leute, die verschiedene Wahrnehmungen für Spielspaß haben. Die kann ich vielleicht aufsummieren und einen Querschnitt daraus bilden. Aber mit einem guten Test hat das nix zu tun.
Und ja, ich kann durchaus mehrere Reviews lesen, Demos spielen etc. Da habt ihr völlig recht. Aber ich bin auch ein Nerd. Und ich schätze mal, dass das auf den Großteil eurer mehrere tausend Leser umfassenden Kundschaft nicht zutrifft. Die meisten davon dürften eher der "Oh, ein schönes Cover. Das Spiel kauf ich!"-Fraktion angehören. Und die benötigen eher Reviews, die sie mit harten Fakten und Infos versorgen, welche das Spiel im Vergleich zu anderen Spielen an den richtigen Platz rücken.
"Mir hat's (nicht) gefallen" - das kann man zum Releasezeitpunkt eines Spieles in jedem Forum in Dutzenden Wortmeldungen lesen. Das geht weitaus schneller, als zig Seiten nach seitenlangen Reviews abzugrasen, wo im Grunde genau das Gleiche in massiv ausgewalzter Form steht, weil die Tester ja rein subjektiv zur Sache gehen. Will heißen, diese Reviews sind im Großen und Ganzen absolut wertlos, denn sie spiegeln lediglich eine weitere von tausenden Meinungen im Netz wieder. Nur das ihr liebe Schreiber für diese Ergüsse bezahlt werdet. Ihr würdet euch ja auch kein Auto kaufen, wo im Test erwähnt wird, dass die Bremsen nicht richtig funktionieren, der Tankverschluss klemmt und man bei der Schaltung immer wieder gegen den Knüppel treten muss, damit der Gang reingeht; aber weil der Redakteur das Fahren mit dem Hobel so geil fand, gibt's am Ende die volle Punktzahl. Wie kommt ihr darauf, dass das bei Spielen anders ist?
Ja genau...der Fließtext ist wichtiger als die Wertung. So kann man sich das natürlich auch schön reden. Fakt ist aber, dass genau diese finale Zahl, die ihr ja so genau bestimmen könnt, der größte Augenmagnet ist. Und das auch völlig zurecht. Sie fasst den Text zusammen. Wenn da am Ende eine 90% steht, dann schau ich nicht nach, ob im Text irgendwelche gravierenden Mängel erwähnt werden, die der Tester dann durch seine subjektive Wahrnehmung relativiert oder ausblendet. Die schließt diese Zahl ja quasi schon aus. Umgekehrt denke ich bei 55% nicht, dass es ja vielleicht doch total geil sein könnte.
Es mag euch ja vielleicht nicht bewusst sein, aber ihr beeinflusst mit euren Tests Kaufentscheidungen von vielen Leuten. Und seid ihr ernsthaft der Meinung, diese sollten vom subjektiven Empfinden eines Einzelnen, der am betreffenden Tag evtl. noch schlechte Laune hatte, oder einfach gerade eine Phase durchmacht, wo er auf gewisse Spiele nicht steht, abhängig sein? Ich persönlich würde diese Einstellung für arg bedenklich halten.
Kommen wir also zu der großen Frage: Können Spiele objektiv bewertet werden?
Ich persönlich tendiere zu einem großen JA. Ein Spiel ist im Grunde nur die Summe aus vielen einzelnen Teilen, von denen die meisten objektiv beurteilt werden können. Selbst Aspekte, die unstrittig dem persönlichen Geschmack unterliegen, sind in objektive Bausteine aufteilbar. So kann ich z.B. das Charakterdesign in einem Spiel mies finden (subjektiv), aber das hat erstmal nix damit zu tun, dass die Figuren z.B. äußerst detailliert modelliert und animiert wurden (objektiv).
Der erste große Schritt zu einem objektiven Review ist die Loslösung von den persönlichen Vorlieben und der Fokus auf das, was ein Spiel sein will und wie es das bewerkstelligt. Und diese Untersuchung führt man für die einzelnen Aspekte durch.
Nehmen wir beispielsweise die Kamera (das Beispiel wurde in erwähntem Thread benutzt). Angenommen, ein Spiel versucht stets, möglichst cineastische Perspektiven einzufangen, was ihm auch sehr gut gelingt. Dummerweise leidet darunter immer wieder die Übersichtlichkeit in Kämpfen, oder der Spieler sieht nicht, wo er als nächstes hin muss etc. Es mag sein, dass mir als Tester die Perspektiven gut gefallen (subjektiv). Aber fakt ist, dass dadurch das Gameplay negativ beeinflusst wird (objektiv). Es stellt sich jetzt die Frage nach dem Gewicht.
Und hier kommt der nächste Ansatzpunkt für ein objektives Review zum Tragen: Der Vergleich. Gerade in der heutigen Zeit kann man mit 99%iger Wahrscheinlichkeit (das hab ich jetzt ganz subjektiv so definiert) sagen, dass zu einem Spiel X schon mind. ein Spiel Y gibt, dass diverse Aspekte schon mal so gemacht hat. Beim Beispiel der Kamera bedeutet das, dass ich mir ein Spiel mit einem ähnlichen Fokus auf cineastische Perspektiven suche und dann schaue, wie es dort mit der Übersichtlichkeit aussieht. Und wenn dieses Spiel pro Stunde einen solchen Aussetzer hat, während ich beim Spiel, das ich gerade teste, pro Kampf 3 Mal aus dem Off einen auf den Dutt kriege, dann ist ziemlich klar, wo ich die Kameraführung einzuordnen habe. Und dabei ist es völlig egal, ob mir das als Tester was ausmacht oder nicht. Fakt ist, dass die Kameraführung im Spiel X schlechter ist als die im Spiel Y.
Ein weiteres Beispiel ist der Schwierigkeitsgrad. Nehmen wir ein Spiel, welches alle naselang versucht, den Spieler mit fast schon unfairen Aktionen zu killen. Nun ist der Tester zufällig jemand der Ninja Gaiden auf Master Ninja locker durchspielt, während er mit seiner Freundin Sex hat. Er nimmt diese Aktionen zwar zur Kenntnis, kann ihnen aber aufgrund seines spielerischen Könnens größtenteils locker entgehen. Subjektiv macht ihm das nichts aus und er hat Spaß. Aber wie sehen das seine Leser? Können die mit dem subjektiven Empfinden eines Freaks irgendwas anfangen? Hilft ihnen das bei ihrer Kaufentscheidung? Wohl eher nicht, denn die meisten sehen in dem Spiel wahrscheinlich nicht mal Level 3. Also haben wir hier einen objektiv negativen Punkt: Das Spiel ist extrem schwer und an der Grenze zu Unfairness.
Und das kann man für so ziemlich jeden Aspekt eines Spieles machen: Steuerung, technische Umsetzung, Soundqualität, Story, Umsetzung des Gameplays, Spieltiefe, Umfang usw. Evtl. splittet man das dann noch weiter auf und bezieht z.B. bei der grafischen Darstellung die Qualität von Shadern, Effekten, Texturen (NICHT die Optik, denn die ist rein subjektiv) etc. mit ein. Das alles setzt man in Relation zu anderen Spielen und schon hat man etwas was verdammt nahe an einen objektiven Test rankommt.
Natürlich bin ich mir darüber im Klaren, dass das sehr viel Arbeit macht. Die dafür nötige Zeit ist oft nicht da, weil die Tester das Review zum Release fertig haben müssen (man muss ja mit der Konkurrenz mithalten). Denn wenn sie das nicht tun, sitzen ihnen die Leser sofort im Nacken und heulen ihnen die Ohren voll. Obendrein warten da noch 2 weitere Spiele, die auch getestet werden wollen und für nächste Woche sind schon wieder 3 angekündigt.
Aber ich bin der Ansicht, dass es irgendwo zwischen "Ich teste nach Lust und Laune" und "Ich mach den Test zu X. Wir sehen uns in 4 Wochen" einen Kompromiss geben muss. Möglicherweise kann man diese Arbeiten beschleunigen, wenn man anfängt, eine Datenbank aufzubauen, in der die Aspekte von Spielen bereits nach diversen Schlüsselkategorien aufgesplittet gespeichert werden. Zusätzlich muss man sich zu jedem Spiel etliche Savegames anlegen (und aufheben), damit man - falls man mal den direkten Vergleich ziehen muss - schnell zu diversen Stellen springen kann. Auch das ist Arbeit, aber genau das ist ja schließlich auch das Schlüsselwort: ARBEIT. Ein Job. Das wofür man monatlich Kohle kriegt.
Abschließend möchte ich noch anmerken, dass mir natürlich bewusst ist, dass wir keine logischen Maschinen sind, die alles in Zahlen ausdrücken. Natürlich wird jedwedes Review irgendwo einen subjektiven Anstrich haben. Aber imo ist es wesentlich erstrebenswerter, wenn professionelle Reviewer versuchen würden, diese subjektive Margarineschicht so dünn wie möglich auf dicke objektive Brotscheiben zu schmieren, anstatt Filinchen zu benutzen und das dann auch noch als ultimative Lösung zu bezeichnen, weil sie zu faul sind, ihren Job zu richtig zu machen. Denn mit eurer subjektiven Schiene könnt ihr euch die Arbeit sehr viel einfacher machen, indem ihr statt einem 4seitigen Text einfach folgende Wertungen abgebt:





Geht schneller und lässt euch mehr Zeit für Redaktionsturniere o.ä.
Ich habe fertig.
Es geht mal wieder um die Frage, ob Spielereviews objektiv sein können oder nicht. Ursprünglich hat das ja mal bei 4players angefangen, wo Monsieur le Luibl sogar eine Kolumne schrieb, in der er die Subjektivität zum einzig gültigen Testparameter erhob und objektive Tests als völlig abwegig bezeichnete. Diese Theorie scheint mittlerweile etliche Anhänger zu haben. Und wisst ihr was? Es kotzt mich tierisch an. Denn unterm Strich sagen diese Leute nur eins:
"Ich teste nach Lust und Laune"
Sie nehmen ihren persönlichen Spielspaß als nahezu alleiniges Wertungskriterium her. Witzigerweise sehen sie sich aber dazu in der Lage, ihren persönlichen Spielspaß in 100 feinen Abstufungen zu definieren (manche sind immerhin so bescheiden, nur 10 dieser Stufen erkennen zu wollen).
Leute, diese Reviews sind Bullshit. Euer persönlicher Spielspaß ist so ziemlich das Letzte, was für eine nachvollziehbare Wertung relevant ist. Wenn ich einen Euro in Centstücken auf die Straße werfe, treffe ich 100 Leute, die verschiedene Wahrnehmungen für Spielspaß haben. Die kann ich vielleicht aufsummieren und einen Querschnitt daraus bilden. Aber mit einem guten Test hat das nix zu tun.
Und ja, ich kann durchaus mehrere Reviews lesen, Demos spielen etc. Da habt ihr völlig recht. Aber ich bin auch ein Nerd. Und ich schätze mal, dass das auf den Großteil eurer mehrere tausend Leser umfassenden Kundschaft nicht zutrifft. Die meisten davon dürften eher der "Oh, ein schönes Cover. Das Spiel kauf ich!"-Fraktion angehören. Und die benötigen eher Reviews, die sie mit harten Fakten und Infos versorgen, welche das Spiel im Vergleich zu anderen Spielen an den richtigen Platz rücken.
"Mir hat's (nicht) gefallen" - das kann man zum Releasezeitpunkt eines Spieles in jedem Forum in Dutzenden Wortmeldungen lesen. Das geht weitaus schneller, als zig Seiten nach seitenlangen Reviews abzugrasen, wo im Grunde genau das Gleiche in massiv ausgewalzter Form steht, weil die Tester ja rein subjektiv zur Sache gehen. Will heißen, diese Reviews sind im Großen und Ganzen absolut wertlos, denn sie spiegeln lediglich eine weitere von tausenden Meinungen im Netz wieder. Nur das ihr liebe Schreiber für diese Ergüsse bezahlt werdet. Ihr würdet euch ja auch kein Auto kaufen, wo im Test erwähnt wird, dass die Bremsen nicht richtig funktionieren, der Tankverschluss klemmt und man bei der Schaltung immer wieder gegen den Knüppel treten muss, damit der Gang reingeht; aber weil der Redakteur das Fahren mit dem Hobel so geil fand, gibt's am Ende die volle Punktzahl. Wie kommt ihr darauf, dass das bei Spielen anders ist?
Ja genau...der Fließtext ist wichtiger als die Wertung. So kann man sich das natürlich auch schön reden. Fakt ist aber, dass genau diese finale Zahl, die ihr ja so genau bestimmen könnt, der größte Augenmagnet ist. Und das auch völlig zurecht. Sie fasst den Text zusammen. Wenn da am Ende eine 90% steht, dann schau ich nicht nach, ob im Text irgendwelche gravierenden Mängel erwähnt werden, die der Tester dann durch seine subjektive Wahrnehmung relativiert oder ausblendet. Die schließt diese Zahl ja quasi schon aus. Umgekehrt denke ich bei 55% nicht, dass es ja vielleicht doch total geil sein könnte.
Es mag euch ja vielleicht nicht bewusst sein, aber ihr beeinflusst mit euren Tests Kaufentscheidungen von vielen Leuten. Und seid ihr ernsthaft der Meinung, diese sollten vom subjektiven Empfinden eines Einzelnen, der am betreffenden Tag evtl. noch schlechte Laune hatte, oder einfach gerade eine Phase durchmacht, wo er auf gewisse Spiele nicht steht, abhängig sein? Ich persönlich würde diese Einstellung für arg bedenklich halten.
Kommen wir also zu der großen Frage: Können Spiele objektiv bewertet werden?
Ich persönlich tendiere zu einem großen JA. Ein Spiel ist im Grunde nur die Summe aus vielen einzelnen Teilen, von denen die meisten objektiv beurteilt werden können. Selbst Aspekte, die unstrittig dem persönlichen Geschmack unterliegen, sind in objektive Bausteine aufteilbar. So kann ich z.B. das Charakterdesign in einem Spiel mies finden (subjektiv), aber das hat erstmal nix damit zu tun, dass die Figuren z.B. äußerst detailliert modelliert und animiert wurden (objektiv).
Der erste große Schritt zu einem objektiven Review ist die Loslösung von den persönlichen Vorlieben und der Fokus auf das, was ein Spiel sein will und wie es das bewerkstelligt. Und diese Untersuchung führt man für die einzelnen Aspekte durch.
Nehmen wir beispielsweise die Kamera (das Beispiel wurde in erwähntem Thread benutzt). Angenommen, ein Spiel versucht stets, möglichst cineastische Perspektiven einzufangen, was ihm auch sehr gut gelingt. Dummerweise leidet darunter immer wieder die Übersichtlichkeit in Kämpfen, oder der Spieler sieht nicht, wo er als nächstes hin muss etc. Es mag sein, dass mir als Tester die Perspektiven gut gefallen (subjektiv). Aber fakt ist, dass dadurch das Gameplay negativ beeinflusst wird (objektiv). Es stellt sich jetzt die Frage nach dem Gewicht.
Und hier kommt der nächste Ansatzpunkt für ein objektives Review zum Tragen: Der Vergleich. Gerade in der heutigen Zeit kann man mit 99%iger Wahrscheinlichkeit (das hab ich jetzt ganz subjektiv so definiert) sagen, dass zu einem Spiel X schon mind. ein Spiel Y gibt, dass diverse Aspekte schon mal so gemacht hat. Beim Beispiel der Kamera bedeutet das, dass ich mir ein Spiel mit einem ähnlichen Fokus auf cineastische Perspektiven suche und dann schaue, wie es dort mit der Übersichtlichkeit aussieht. Und wenn dieses Spiel pro Stunde einen solchen Aussetzer hat, während ich beim Spiel, das ich gerade teste, pro Kampf 3 Mal aus dem Off einen auf den Dutt kriege, dann ist ziemlich klar, wo ich die Kameraführung einzuordnen habe. Und dabei ist es völlig egal, ob mir das als Tester was ausmacht oder nicht. Fakt ist, dass die Kameraführung im Spiel X schlechter ist als die im Spiel Y.
Ein weiteres Beispiel ist der Schwierigkeitsgrad. Nehmen wir ein Spiel, welches alle naselang versucht, den Spieler mit fast schon unfairen Aktionen zu killen. Nun ist der Tester zufällig jemand der Ninja Gaiden auf Master Ninja locker durchspielt, während er mit seiner Freundin Sex hat. Er nimmt diese Aktionen zwar zur Kenntnis, kann ihnen aber aufgrund seines spielerischen Könnens größtenteils locker entgehen. Subjektiv macht ihm das nichts aus und er hat Spaß. Aber wie sehen das seine Leser? Können die mit dem subjektiven Empfinden eines Freaks irgendwas anfangen? Hilft ihnen das bei ihrer Kaufentscheidung? Wohl eher nicht, denn die meisten sehen in dem Spiel wahrscheinlich nicht mal Level 3. Also haben wir hier einen objektiv negativen Punkt: Das Spiel ist extrem schwer und an der Grenze zu Unfairness.
Und das kann man für so ziemlich jeden Aspekt eines Spieles machen: Steuerung, technische Umsetzung, Soundqualität, Story, Umsetzung des Gameplays, Spieltiefe, Umfang usw. Evtl. splittet man das dann noch weiter auf und bezieht z.B. bei der grafischen Darstellung die Qualität von Shadern, Effekten, Texturen (NICHT die Optik, denn die ist rein subjektiv) etc. mit ein. Das alles setzt man in Relation zu anderen Spielen und schon hat man etwas was verdammt nahe an einen objektiven Test rankommt.
Natürlich bin ich mir darüber im Klaren, dass das sehr viel Arbeit macht. Die dafür nötige Zeit ist oft nicht da, weil die Tester das Review zum Release fertig haben müssen (man muss ja mit der Konkurrenz mithalten). Denn wenn sie das nicht tun, sitzen ihnen die Leser sofort im Nacken und heulen ihnen die Ohren voll. Obendrein warten da noch 2 weitere Spiele, die auch getestet werden wollen und für nächste Woche sind schon wieder 3 angekündigt.
Aber ich bin der Ansicht, dass es irgendwo zwischen "Ich teste nach Lust und Laune" und "Ich mach den Test zu X. Wir sehen uns in 4 Wochen" einen Kompromiss geben muss. Möglicherweise kann man diese Arbeiten beschleunigen, wenn man anfängt, eine Datenbank aufzubauen, in der die Aspekte von Spielen bereits nach diversen Schlüsselkategorien aufgesplittet gespeichert werden. Zusätzlich muss man sich zu jedem Spiel etliche Savegames anlegen (und aufheben), damit man - falls man mal den direkten Vergleich ziehen muss - schnell zu diversen Stellen springen kann. Auch das ist Arbeit, aber genau das ist ja schließlich auch das Schlüsselwort: ARBEIT. Ein Job. Das wofür man monatlich Kohle kriegt.
Abschließend möchte ich noch anmerken, dass mir natürlich bewusst ist, dass wir keine logischen Maschinen sind, die alles in Zahlen ausdrücken. Natürlich wird jedwedes Review irgendwo einen subjektiven Anstrich haben. Aber imo ist es wesentlich erstrebenswerter, wenn professionelle Reviewer versuchen würden, diese subjektive Margarineschicht so dünn wie möglich auf dicke objektive Brotscheiben zu schmieren, anstatt Filinchen zu benutzen und das dann auch noch als ultimative Lösung zu bezeichnen, weil sie zu faul sind, ihren Job zu richtig zu machen. Denn mit eurer subjektiven Schiene könnt ihr euch die Arbeit sehr viel einfacher machen, indem ihr statt einem 4seitigen Text einfach folgende Wertungen abgebt:



Geht schneller und lässt euch mehr Zeit für Redaktionsturniere o.ä.
Ich habe fertig.
