Die "Avengers-Fans" gucken die Serie vermutlich schon seit Ewigkeiten.
Ich bin ja der Meinung, dass die Staffel auch mit zehn Episoden nicht genügend Laufzeit gehabt hätte, um das Pacing-Problem in den Griff zu bekommen. Von den ganzen Charakterbrüchen und überhasteten Gesinnungswandeln mal ganz abgesehen. Das wirkt leider alles völlig übers Knie gebrochen, als wenn man sich gedacht hätte, dass die Vertragsverhandlungen für die kommende Staffel zu schwierig werden dürften und D&D gleichzeitig endlich ihren Thron Produktionsposten loswerden wollten, damit sie bei der neuen Star Wars Trilogie möglichst frühzeitig einsteigen können.
Nichtsdestotrotz bin ich keiner, der hier ein völliges Desaster sieht. Vieles, was allerorts kritisiert wird, empfinde ich nicht als halb so schlimm. Den Mad Queen Ansatz beispielsweise. Ja, in seiner Endgültigkeit ist das schon eher plump realisiert, unglaubwürdig finde ich das jetzt nicht. Wahnsinn hat mit Rationalität am Ende ohnehin nicht sonderlich viel zu tun. Ich hab mich eher gefragt, woher Drogon eigentlich seinen schier unauslöschbaren Feueratem her nimmt. Ich hoffe einfach nur, dass HBO den Mut hat konsequent zu sein, nachdem man diese Spur eingeschlagen hat. Ein Happy End im eigentlichen Sinne kann es gar nicht mehr geben, dafür ist der Kollateralschaden einfach zu gewaltig, die Anzahl der Sympathieträger zu stark reduziert, aber diese Achterbahn einer Staffel auf einer halbwegs versöhnlichen Note enden zu lassen, fände ich schon etwas langweilig.