Was genau ist eigentlich der Sinn von DLC und Add Ons? Wollen die Entwickler den Spielern geradezu zwanghaft ihre Spiele noch im Nachhinein madig machen? Sitzen die vor ihren PCs, lesen Reviews und Meinungen der Userschaft und sagen sich dann: „So so, euch hat unser Spiel also gefallen, ja? Passt auf, wir haben hier für euch... DLC! Hah! Wie sieht's jetzt aus? Gefällt's euch immer noch?!“
Ein AddOn zu Enslaved: Oddyssey to the West zu machen birgt ohnehin das Problem, wie man es angeht. Die Geschichte weiter zu erzählen ist schwierig. Man läuft Gefahr, den Entwicklungen um Monkey und Trip nichts Relevantes hinzuzufügen. Die Entscheidungen, sich ein Sequel für einen möglichen Nachfolger aufzuheben, in dem man dann auch Zeit genug hat, die Story ansprechend weiter zu erzählen, war sicherlich unterstützenswert. Ein Prequel befreit von den Fesseln des Kanon und erlaubt mehr Kreativität.
Die Entscheidung, den spielbaren Charakter zu wechseln, wirft zunächst Fragen auf. Von all den Highlights, die Enslaved bot, Pigsey war sicherlich nicht zwingend eines davon. Es macht aber durchaus Sinn. Enslaved bietet nur drei Varianten. Monkey haben wir im Hauptspiel zur Genüge gespielt, ein Prequel mit ihm wäre nur more of the same gewesen. Trip fällt im Grunde von Anfang an aus, da sie weder kämpfen noch gut klettern kann. Das war irgendwo ja gerade der Knackpunkt des Hauptspiels. Damit bleibt im Grunde nur einer übrig.
So ein Schweinkram
Pigsey langweilt sich auf seinem Schrottplatz (wieso eigentlich, da tummeln sich mehr Kampfroboter als in sämtlichen Terminatorfilmen plus der Serie). Er enscheidet sich also dafür, sich einen Kumpanen zu bauen. Dafür braucht er allerdings der Bauteile drei. Pigsey zieht sodann los, um diese Teile zu sammeln.
Die Steuerung weist etliche Unterschiede zu Monkey auf. Pigsey ist bewaffnet mit seiner Sniperrifle und vier Gadgets wie einer EMP Bombe und einem Ablenkungsmanöver ähnlich dem Trips. Die vier Gadgets werden nach und nach frei geschaltet und verbrauchen ebenso wie das Gewehr keine Munition, haben aber eine Cool down Phase nach jedem Gebrauch.
Die Level sind erneut so linear wie im Hauptspiel. Pigseys verfügt lange nicht über Monkeys Athletik, gleicht dies aber durch seinen Greifarm wieder aus, den er an festgelegten Punkten einsetzen kann/muss. Die Klettersektionen sind insofern genauso anspruchslos wie im eigentlichen Spiel, nur wesentlich weniger flüssig und spektakulär.
Von hier an geht es nun los, das übliche Spielchen der Entwickler, in ihren DLCs nahezu alles zu eliminieren, was im Hauptspiel Spaß gemacht hat, die Fehler zu betonen und neue Probleme hinzuzufügen.
Saumäßig... as in: Dieses Spiel ist sau mäßig! ... meh...
Klares Highlight in Enslaved war das Zusammenspiel zwischen Monkey und Trip. Pigseys comic-relief Charakter spät im Spie empfanden nicht wenige Spieler als eher störend und unpassend. Die beiden Hauptcharaktere also ausgerechnet durch den Störfaktor zu ersetzen verspricht nicht zwingend eine Qualitätssteigerung. Ganz ehrlich: Emotional war ich Monkey und Trip bei ihrem Versuch, nach Hause zu kommen, näher als bei Pigseys Ansinnen sich eine Frankenstein-Sexpuppe zu bauen.
Enslaved war vielen Spielern zu einfach. Sie forderten mehr Herausforderung. Careful what you wish for, though, denn ein viel zu leichtes Spiel ist immer noch besser als ein etwas zu schweres. Pigsey's Perfect Ten ist sackschwer und das wegen der schlimmsten aller Gründe. Ich habe in den drei Stunden, die mir der DLC geklaut hat, mehr Tode angesammelt als in drei kompletten Durchgängen durch das Hauptspiel.
Pussy-Schwein
Pigsey hält nix aus. Er besitzt die Widerstandskraft eines Streichholzes im Ozean und die Beweglichkeit eines Wales obendrein. Seine einzige Waffe ist langsam, schwach und unpräzise, seine Gadgets funktionieren nicht immer wie gewünscht, die feindlichen Mechs sind zahlreich, treffsicher und flink, im Nahkampf kann Pigsey nichts außer sterben, Flucht ist zwar, wie die Ladescreens sagen, keine Schande, aber auch keine Option und gegen Ende spawnen Mechs teilweise mehr oder weniger direkt vor Pigseys Nase, sodass eine Reaktion kaum noch machbar ist. Es wird darauf hingewiesen, dass das AddOn im Gegensatz zum Hauptspiel nur noch einen einzigen Schwierigkeitsgrad hat.
Heute auf der Karte: Smoky Bacon
Fast jedes Szenario erfordert ein halbes Dutzend Versuche, bis man den richtigen Weg gefunden hat, der Überzahl an mächtigen Gegnern Herr zu werden und dann noch mal zwei, bis man es endlich umsetzen konnte. Ein falscher Schritt, eine falsch gesetzte Bombe, einen Hauch zu lang gezögert, alles führt unweigerlich zum Laden des letzten Checkpunktes. Das gilt alles dann, wenn das Spiel funktioniert. Fügt Situationen hinzu, in denen ihr durch Deckung hindurch getroffen werdet, in denen Pigsey sich einfach nicht schnell genug duckt, weil er alles mit einer Verzögerung von einem halbem Tag durchführt, in denen die Gadgets wirkungslos verpuffen obwohl die Mechs in Reichweite hätten sein sollen, in denen Pigsey sich weigert, von einem Rand zu springen, weil er einen Pixel zu weit links steht oder in denen ihr deshalb euer Leben lasst, weil die Entwickler meinten, es sei spaßig, euch, ich wiederhole, ohne Nahkampfmoves ausgestattet und mit der Widerstandskraft eines Pappkartons im Monsun, in einer engen Röhre zwei Mechs entgegen zu werfen.
Ab zum Schlachthof
Nicht viel besser sind die Szenen, in denen Pigsey Höhen erklimmen soll. Die Kameraperspektive ist im AddOn so oft festgelegt, dass die frei schwenkbare 3D Kamera beinahe zur Ausnahme verkommt. Kombiniert das mit einer Vielzahl extrem knapp gesetzter Zeitlimmits, darunter eine fast unmögliche Szene, in der ihr nur einen Versucht habt, ein Ziel abschießen während ihr euch auf einem sich einem Wasserfall nähernden, beweglichen Floß befindet.
Ohne Monkeys und Trips gefühlvolle Kommunikation, ohne nennenswertes Ziel und mit einem zu rettenden „Charakter“, der empathiemäßig etwa auf dem Niveau eines Handys liegt, muss das Gameplay das Spiel mehr oder weniger im Alleingang tragen. Und seien wir mal ehrlich, das leichtgängige und flüssige Gameplay des Hauptspiels wäre schon nur knapp dazu geeignet gewesen. Welche Hoffnung soll da dieser stockende, frustrierende, langsame und monotone Leichnam eines Spiels haben?
So, jetzt kappe ich erstmal mein Patchkabel und lösch meinen PSN Account!
Ich hab die Nase voll von DLC. Zusammen geschusterte Anhängsel zu bereits fertigen Produkten braucht kein Mensch. Bei Filmen kommen doch auch in aller Regel nicht nach einem Monat 15 minütige Szenen nach. Das Problem ist doch auch offensichtlich. Mehr vom Gleichen, nur ohne Kontext, brauch ich nicht. Da spiel ich doch das Spiel noch mal durch. Und irgendwas Neues oder anderes brauch ich auch nicht, denn was mir gefallen hat, war das, was ich im Hauptspiel erlebt habe. Pigsey's Perfect Ten ist das Paradebeispiel dafür. Ich habe Enslaved geliebt und beim AddOn konnte das Ende gar nicht früh genug kommen. Es hatte nichts von den Stärken des Hauptspiels, aber alle Schwächen plus noch einen ganzen Haufen exklusiver Probleme. Schlechte Steuerung trifft auf schlechtes Leveldesign und unfaire Gegner, die gute Story weicht Pigseys perversen Fantasien, die abwechslungsreichen Settings sind ersetzt durch den Schrottplatz und vom zügigen Spielfluss ist dank einer Vielzahl Designfehlentscheidungen nichts übrig geblieben.
Rückblickend muss ich sagen: Ein Glück, dass der übrige Heavy Rain DLC nie erschienen ist. An alle Entwickler: Es war ein nettes Experiment, aber bitte lasst den Scheiß in Zukunft einfach bleiben! Den stetigen Beweis, dass ihr euer eigenes Game zerstören könnt, den brauche ich nicht. Das glaube ich euch auch so.
Wenn Pigsey's Perfect Ten aber auch sonst nichts ist (und das ist es nicht), dann aber wenigstens der perfekte Beweis eben dafür.
Ein AddOn zu Enslaved: Oddyssey to the West zu machen birgt ohnehin das Problem, wie man es angeht. Die Geschichte weiter zu erzählen ist schwierig. Man läuft Gefahr, den Entwicklungen um Monkey und Trip nichts Relevantes hinzuzufügen. Die Entscheidungen, sich ein Sequel für einen möglichen Nachfolger aufzuheben, in dem man dann auch Zeit genug hat, die Story ansprechend weiter zu erzählen, war sicherlich unterstützenswert. Ein Prequel befreit von den Fesseln des Kanon und erlaubt mehr Kreativität.
Die Entscheidung, den spielbaren Charakter zu wechseln, wirft zunächst Fragen auf. Von all den Highlights, die Enslaved bot, Pigsey war sicherlich nicht zwingend eines davon. Es macht aber durchaus Sinn. Enslaved bietet nur drei Varianten. Monkey haben wir im Hauptspiel zur Genüge gespielt, ein Prequel mit ihm wäre nur more of the same gewesen. Trip fällt im Grunde von Anfang an aus, da sie weder kämpfen noch gut klettern kann. Das war irgendwo ja gerade der Knackpunkt des Hauptspiels. Damit bleibt im Grunde nur einer übrig.
So ein Schweinkram
Pigsey langweilt sich auf seinem Schrottplatz (wieso eigentlich, da tummeln sich mehr Kampfroboter als in sämtlichen Terminatorfilmen plus der Serie). Er enscheidet sich also dafür, sich einen Kumpanen zu bauen. Dafür braucht er allerdings der Bauteile drei. Pigsey zieht sodann los, um diese Teile zu sammeln.
Die Steuerung weist etliche Unterschiede zu Monkey auf. Pigsey ist bewaffnet mit seiner Sniperrifle und vier Gadgets wie einer EMP Bombe und einem Ablenkungsmanöver ähnlich dem Trips. Die vier Gadgets werden nach und nach frei geschaltet und verbrauchen ebenso wie das Gewehr keine Munition, haben aber eine Cool down Phase nach jedem Gebrauch.
Die Level sind erneut so linear wie im Hauptspiel. Pigseys verfügt lange nicht über Monkeys Athletik, gleicht dies aber durch seinen Greifarm wieder aus, den er an festgelegten Punkten einsetzen kann/muss. Die Klettersektionen sind insofern genauso anspruchslos wie im eigentlichen Spiel, nur wesentlich weniger flüssig und spektakulär.
Von hier an geht es nun los, das übliche Spielchen der Entwickler, in ihren DLCs nahezu alles zu eliminieren, was im Hauptspiel Spaß gemacht hat, die Fehler zu betonen und neue Probleme hinzuzufügen.
Saumäßig... as in: Dieses Spiel ist sau mäßig! ... meh...
Klares Highlight in Enslaved war das Zusammenspiel zwischen Monkey und Trip. Pigseys comic-relief Charakter spät im Spie empfanden nicht wenige Spieler als eher störend und unpassend. Die beiden Hauptcharaktere also ausgerechnet durch den Störfaktor zu ersetzen verspricht nicht zwingend eine Qualitätssteigerung. Ganz ehrlich: Emotional war ich Monkey und Trip bei ihrem Versuch, nach Hause zu kommen, näher als bei Pigseys Ansinnen sich eine Frankenstein-Sexpuppe zu bauen.
Enslaved war vielen Spielern zu einfach. Sie forderten mehr Herausforderung. Careful what you wish for, though, denn ein viel zu leichtes Spiel ist immer noch besser als ein etwas zu schweres. Pigsey's Perfect Ten ist sackschwer und das wegen der schlimmsten aller Gründe. Ich habe in den drei Stunden, die mir der DLC geklaut hat, mehr Tode angesammelt als in drei kompletten Durchgängen durch das Hauptspiel.
Pussy-Schwein
Pigsey hält nix aus. Er besitzt die Widerstandskraft eines Streichholzes im Ozean und die Beweglichkeit eines Wales obendrein. Seine einzige Waffe ist langsam, schwach und unpräzise, seine Gadgets funktionieren nicht immer wie gewünscht, die feindlichen Mechs sind zahlreich, treffsicher und flink, im Nahkampf kann Pigsey nichts außer sterben, Flucht ist zwar, wie die Ladescreens sagen, keine Schande, aber auch keine Option und gegen Ende spawnen Mechs teilweise mehr oder weniger direkt vor Pigseys Nase, sodass eine Reaktion kaum noch machbar ist. Es wird darauf hingewiesen, dass das AddOn im Gegensatz zum Hauptspiel nur noch einen einzigen Schwierigkeitsgrad hat.
Heute auf der Karte: Smoky Bacon
Fast jedes Szenario erfordert ein halbes Dutzend Versuche, bis man den richtigen Weg gefunden hat, der Überzahl an mächtigen Gegnern Herr zu werden und dann noch mal zwei, bis man es endlich umsetzen konnte. Ein falscher Schritt, eine falsch gesetzte Bombe, einen Hauch zu lang gezögert, alles führt unweigerlich zum Laden des letzten Checkpunktes. Das gilt alles dann, wenn das Spiel funktioniert. Fügt Situationen hinzu, in denen ihr durch Deckung hindurch getroffen werdet, in denen Pigsey sich einfach nicht schnell genug duckt, weil er alles mit einer Verzögerung von einem halbem Tag durchführt, in denen die Gadgets wirkungslos verpuffen obwohl die Mechs in Reichweite hätten sein sollen, in denen Pigsey sich weigert, von einem Rand zu springen, weil er einen Pixel zu weit links steht oder in denen ihr deshalb euer Leben lasst, weil die Entwickler meinten, es sei spaßig, euch, ich wiederhole, ohne Nahkampfmoves ausgestattet und mit der Widerstandskraft eines Pappkartons im Monsun, in einer engen Röhre zwei Mechs entgegen zu werfen.
Ab zum Schlachthof
Nicht viel besser sind die Szenen, in denen Pigsey Höhen erklimmen soll. Die Kameraperspektive ist im AddOn so oft festgelegt, dass die frei schwenkbare 3D Kamera beinahe zur Ausnahme verkommt. Kombiniert das mit einer Vielzahl extrem knapp gesetzter Zeitlimmits, darunter eine fast unmögliche Szene, in der ihr nur einen Versucht habt, ein Ziel abschießen während ihr euch auf einem sich einem Wasserfall nähernden, beweglichen Floß befindet.
Ohne Monkeys und Trips gefühlvolle Kommunikation, ohne nennenswertes Ziel und mit einem zu rettenden „Charakter“, der empathiemäßig etwa auf dem Niveau eines Handys liegt, muss das Gameplay das Spiel mehr oder weniger im Alleingang tragen. Und seien wir mal ehrlich, das leichtgängige und flüssige Gameplay des Hauptspiels wäre schon nur knapp dazu geeignet gewesen. Welche Hoffnung soll da dieser stockende, frustrierende, langsame und monotone Leichnam eines Spiels haben?
So, jetzt kappe ich erstmal mein Patchkabel und lösch meinen PSN Account!
Ich hab die Nase voll von DLC. Zusammen geschusterte Anhängsel zu bereits fertigen Produkten braucht kein Mensch. Bei Filmen kommen doch auch in aller Regel nicht nach einem Monat 15 minütige Szenen nach. Das Problem ist doch auch offensichtlich. Mehr vom Gleichen, nur ohne Kontext, brauch ich nicht. Da spiel ich doch das Spiel noch mal durch. Und irgendwas Neues oder anderes brauch ich auch nicht, denn was mir gefallen hat, war das, was ich im Hauptspiel erlebt habe. Pigsey's Perfect Ten ist das Paradebeispiel dafür. Ich habe Enslaved geliebt und beim AddOn konnte das Ende gar nicht früh genug kommen. Es hatte nichts von den Stärken des Hauptspiels, aber alle Schwächen plus noch einen ganzen Haufen exklusiver Probleme. Schlechte Steuerung trifft auf schlechtes Leveldesign und unfaire Gegner, die gute Story weicht Pigseys perversen Fantasien, die abwechslungsreichen Settings sind ersetzt durch den Schrottplatz und vom zügigen Spielfluss ist dank einer Vielzahl Designfehlentscheidungen nichts übrig geblieben.
Rückblickend muss ich sagen: Ein Glück, dass der übrige Heavy Rain DLC nie erschienen ist. An alle Entwickler: Es war ein nettes Experiment, aber bitte lasst den Scheiß in Zukunft einfach bleiben! Den stetigen Beweis, dass ihr euer eigenes Game zerstören könnt, den brauche ich nicht. Das glaube ich euch auch so.
Wenn Pigsey's Perfect Ten aber auch sonst nichts ist (und das ist es nicht), dann aber wenigstens der perfekte Beweis eben dafür.