Eigentlich ist die Bezeichnung DLC wirklich untertrieben. Was man hier für 20€ geboten bekommt, lässt andere Entwickler/Publisher mit ihren 70€ AAA-Spielen wirklich alt aussehen. In Zahlen:
das Spiel der DLC hat mir etwa 55h Spielzeit geboten.
Ich will jetzt gar keine Wall of Text wie bei meinen abschließenden Gedanken zum Hauptspiel schreiben, aber ein paar Worte möchte ich doch verlieren. Denn mit diesem DLC endet auch eine Ära. Das Ende vom Ende der Trilogie ließ mich mit einem lachendem und einem weinendem Auge zurück. Lachend, weil es ein wirklich schöner Abschluss der Witcher-Reihe war und weinend, da es das letzte war, was wir von Geralt zu sehen bekommen.
Mit dem DLC wurden auch einige schöne Verbesserungen per Patch nachgereicht, die sich natürlich auch auf das Hauptspiel auswirken. Wer allerdings von Anfang ein Problem mit dem Kampfsystem, Schwierigkeitsgrad oder dem Gameplay an sich hatte, kann sich einen weiteren Blick ins Spiel sparen (auch wenn es die Story wirklich wert ist). Denn außer der Möglichkeit die Gegner mitleveln zu lassen, gab es da keine großartigen Änderungen.
Apropos Story. Ja, sie war wirklich gut, aber sie kommt meiner Meinung nach nicht an Hearts of Stone, den günstigeren der beiden DLCs, an. Toussaint war ein toll designetes Gebiet und es war schön etwas Abwechslung vom fast schon post-apokalyptischen Velen zu haben. Man fühlte sich nach all dem Tod und Leid, dem man in Velen begegnete, wirklich etwas wie im Urlaub. Dieses Gefühl sollte allerdings nicht allzu lange anhalten. Auch, dass man versucht hat Fragezeichen in Quests zu integrieren, die den Spieler ermutigen doch zumindest einige von ihnen abzulaufen, ist vorbildlich (*hust* Ubisoft). Nur gegen Ende hin ging alles etwas zu schnell. Von den drei Enden hab ich zwei gesehen (da ich mit dem ersten nicht zufrieden war) und davon war in der Retrospektive betrachtet wirklich etwas komisch/unzufriedenstellend, auch wenn ich es unmittelbar danach gar nicht so verkehrt fand. Das wirklich Ende, das Ende des Ende wenn man so will, hat einen aber selbst für das "schlechtere" Ende entschädigt.
Wem Witcher 3: Wild Hunt gefallen hat, der sollte hier auf jeden Fall zuschlagen. Was natürlich auch bzw. sogar noch mehr für Hearts of Stone gilt. Gerade die DLCs machen es in Sachen Story noch mal (deutlich) besser als das Hauptspiel. Wer schon das Hauptspiel nicht mochte,
ist ein schlechter Mensch wird hier vermutlich auch nicht glücklich.
Was jetzt? Ich werde mich zunächst den restlichen Büchern der Geralt-Saga widmen, ein bisschen Zeit bleibt mir also noch mit dem Hexer. Spielemäßig wird es schwer. Vermutlich erst mal ein paar Indies oder Action-Gedöns, denn nach Witcher 3 werden es künftige Rollenspiele bei mir wirklich nicht leicht haben.