Child of Light
Das herausragendste Merkmal und damit auch das Herzstück des Spiels stellt definitiv seine audiovisuelle Aufmachung dar. Sein malerisches Art Design ist einfach großartig und die musikalische Untermalung, auch wenn diese gefühlt nur aus einer handvoll an Stücken besteht, verzaubert ebenso. Storymäßig sollte man sich nicht allzu viel erwarten. Die Story ist sehr zweckdienlich und hält halt alles irgendwie grob zusammen. Mehr als die simpel-seichte Story stechen eigentlich die lyrischen und witzigen Dialoge heraus.
Das Kampfsystem ist recht spaßig und ich mag diese klassisch-rundenbasierten JRPG Systeme sowieso sehr. Besonders die Sache mit dem Zeitbalken fand ich ganz nett. Hat mich an Spiele wie Grandia erinnert. Trotz des eigentlich tollen Kampfsystems sind die Kämpfe jedoch eines der größten Probleme von Child of Light. Schuld daran ist deren Schwierigkeitsgrad. Genre erfahrene Spielern könnte sich auch auf hard (zumindest über weitere Etappen hinweg) unterfordert fühlen. Ich für meinen Teil bin an keinem einzigen Kampf gescheitert, auch wenn im Endkampf ein paar Tränke drauf gingen und mir der Tank einmal abgeschmiert ist. Die Boss Fights sind zwar mit der epischten Musik die Child of Light zu bieten hat unterlegt, kommen aber nicht an deren Epic heran, eben aufgrund des fehlenden Anspruchs. Dementsprechend anspruchslos fielen dann auch die gewöhnlichen Gegner aus, denen man im Laufe des Spiels so begegnet. Einfaches Schere-Stein-Papier Prinzip und immer schön in einem Gebiet eine erhöhte Sammlung gewisser Gattungen. Erleichtert das Ganze natürlich, da man seine Party entsprechend mit Kristallen ausrüsten kann, um die jeweiligen Resistenzen zu pushen und den Schaden zu maximieren.
Das Skill-System mag nett gemeint sein, aber im Grund belanglos. Gibt pro Charakter mehrere Pfade, die alle völlig linear verlaufen. Man muss sich nur für einen entscheiden und folgt diesem. Hat man den ausgebaut, nimmt man sich den nächsten vor. Keine Verzweigungen oder kniffelige Überlegungen, gar nichts. Selbige Einfachheit gilt fürs Crafting System, mit den Kristallen.
Repetitiv ist das Spiel auch sehr, aber das hat mich hier weniger gestört, aufgrund der doch eher kurzen Spielzeit (irgendwas um die 10 Stunden) und da ich die malerischen Kulissen genossen habe. Hat mich auch irgendwie sehr entspannt, dieses Spiel, nicht zuletzt aufgrund seines sehr gemächlichen Tempos. Ist aber trotzdem nicht von der Hand zu weisen, dass Child of Light vom Anfang bis zum Schluss einem einzigen Schema folgt: In 2D Plattformer Manier streift/fliegt man recht gefahrlos durch das jeweilige Gebiet, sucht und sammelt dabei alle Stardusts (Attribute Upgrades), öffnet alle Kisten, besiegt die Gegner und löst ziemlich unkreative Rätsel, bis man an einen Punkt gelangt, der das nächste Story Event auslöst. Diese Events basieren zu 90% aus Dialogen und am Ende jedes Gebiets wartet ein Boss, der bezwungen werden möchte, ehe man ins nächste Gebiet geschickt und exakt derselben Vorgehensweise ausgesetzt wird. Großartig etwas an Inszenierung sollte man sich hier nicht erwarten. Child of Light gibt sich in dieser Hinsicht recht steif. Dramatik gibts übrigens auch keine.
Fands auch zum Schluss noch etwas abturnend, dass das Spiel mMn etwas abrupt endete. Erwartete mir zumindest noch einen visuellen Streifzug durch die malerischen Kulissen des Spiels, ähnlich wie zum Beispiel damals bei Journey. Stattdessen gibts Standbilder, eine Stimme und Texteinblendungen.
Insgesamt habe ich mich trotz der berechtigten und üppigen Kritik dennoch ganz passabel unterhalten gefühlt. Hat einen ganz eigenen Charme, auch wenn alles abgesehen von der audiovisuellen Präsentation und dem Kampfsystem an sich, teilweise etwas zu über-simpel und unausgegoren wirkt. Um die ausgegeben 14,99 Euro ist mir aber nicht schade.