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Die deutsche Fußballnationalmannschaft

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Witzigerweise schreibt er, dass er bereit stünde, wenn er in 2 Jahren zu empfehlen gebraucht würde. Alberner geht es kaum: so kann er sagen, dass er zurückgetreten ist und muss nicht "ertragen", dass er nicht mehr berücksichtigt wird. Gleichzeitig ist es nicht endgültig.
 
ganz nach dem Motto "auf die langweiligen Quali-Spiele hab ich ja mal so gar keinen Bock, aber bei nem großen Turnier wär ich nochmal dabei"
da hat er sich bei Neuer bestimmt beliebt gemacht, der gerade erst Spieler gefordert hat, die Bock auf die Nationalmannschaft haben und mit Stolz für ihr Heimatland auflaufen :D
 
1990 ??? Wie alt bist Du eigentlich ?? :lol:
Da liegst Du völlig falsch - wenn Du das miterlebt hättest (ich war da 20) würdest Du das ganz schnell zurücknehmen ;)
Eine Seite vorher habe ich schon was dazu geschrieben bzw. einen Artikel verlinkt.
Bei der Weltmeisterschaft 1990 wurden Spieler wie Jürgen Klinsmann zu Stars, die ihrem Selbstverständnis nach Internationalisten waren. Er sehe sich mehr als "Individuum auf einem kleinen Planeten" und weniger als patriotischer Staatsbürger, bekundete Klinsmann während des Turniers. Damit sprach er stellvertretend für eine Spielergeneration, bei welcher die materialistischen Bestrebungen die ideellen längst ins zweite Glied verdrängt hatten. "Jeder spielt zuerst für sich, dann für die Mannschaft und erst dann für sein Land", fasste Karl-Heinz Rummenigge die Prioritätenfolge zusammen . Das Mitsingen der Hymne erschien bereits damaligen Beobachtern lediglich als "gefällige Dekoration".
https://www.zeit.de/sport/2012-08/hymne-fussball-deutschland-nationalmannschaft

Patriotismus ist dabei nicht viel mehr als gefällige Dekoration.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13501302.html
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Nö, ich schaue mir einfach nur die Aussagen der Spieler von damals an mit den Aussagen der Spieler von heute.

Und da erkenne ich eine deutliche Entwicklung Richtung Nationalstolz. Bisher hat mir das auch jede Quelle, die ich so gefunden habe, bestätigt.
Wenn dein eigener, subjektiver Eindruck von damals ein anderer ist, dann ist das eben so. Kein Grund, so gereizt zu sein.
 
„Das hier ist unsere WM in unserem Stadion - das lassen wir uns von niemandem versauen, SCHON GAR nicht von den Polen“ ;) - freies, aber m. E. ziemlich genaues Zitat aus der Kabine.

Denk noch mal über Klinsmann nach !
 
2006, oder? Was hat das jetzt mit Klinsmanns Aussagen von 1990 zu tun, als Deutschland Weltmeister wurde? Darum ging es doch, dass man auch ohne gelebten Patriotismus und Folklore erfolgreich sein kann.
 
was für eine kuriose diskussion. die nationalmannschaften sind genau das: nationale mannschaften. aus einer nation werden "die besten" (nicht so bei herrn löw) spieler ausgewählt, um ihr eigene nation bei internationalen turnieren und auf internationaler ebene zu vertreten und für diese nation (und deren verband) möglichst titel zu holen.

diese spieler werden auf grund ihrer staatsangehörigkeit ausgewählt. nicht auf grund ihrer haarfarbe, des buchstabens mit dem ihr nachnamen beginnt oder per zufall zusammengewählt.

natürlich kann ich das konzept eines staats oder von nationen ablehnen (was ich bis heute nicht verstehe, aber bitte) und natürlich kann ich auch gegen nationalstolz sein. aber ein trara zu betreiben, weil spieler stolz darauf sind für ihr land zu spielen oder dass fans es lieber sehen, wenn diese spieler eben stolz darauf sind für ihr land ausgewählt worden zu sein ist schon etwas drüber, wie ich finde. diese spieler erhalten die ehre, ein ganzes land zu vertreten. da kann ich schon verständnis für einen gewissen stolz aufbringen, genauso wie ich verständnis aufbringe, wenn seitens der fans eine gewisse demut gefordert wird und nicht nur stumpf jeder auf sich selber schaut.

wenn ich das nicht will oder akzeptiere (@CandleWaltz ), warum guck ich mir das dann an bzw beschäftige ich mich damit? warum ist es dann so besondern wichtig, dass ein land (deutschland) auf den sack bekommt? sonderlich konsequent scheint es mir jedenfalls nicht zu sein, wenn ich nationalitätsgedanken nur dann ablehne, wenn es um dinge wie "stolz darauf für die N11 zu spielen" geht, nicht aber wenn ich genau denen dann wünsche zu verlieren.
 
was für eine kuriose diskussion. die nationalmannschaften sind genau das: nationale mannschaften. aus einer nation werden "die besten" (nicht so bei herrn löw) spieler ausgewählt, um ihr eigene nation bei internationalen turnieren und auf internationaler ebene zu vertreten und für diese nation (und deren verband) möglichst titel zu holen.

diese spieler werden auf grund ihrer staatsangehörigkeit ausgewählt. nicht auf grund ihrer haarfarbe, des buchstabens mit dem ihr nachnamen beginnt oder per zufall zusammengewählt.

natürlich kann ich das konzept eines staats oder von nationen ablehnen (was ich bis heute nicht verstehe, aber bitte) und natürlich kann ich auch gegen nationalstolz sein. aber ein trara zu betreiben, weil spieler stolz darauf sind für ihr land zu spielen oder dass fans es lieber sehen, wenn diese spieler eben stolz darauf sind für ihr land ausgewählt worden zu sein ist schon etwas drüber, wie ich finde. diese spieler erhalten die ehre, ein ganzes land zu vertreten. da kann ich schon verständnis für einen gewissen stolz aufbringen, genauso wie ich verständnis aufbringe, wenn seitens der fans eine gewisse demut gefordert wird und nicht nur stumpf jeder auf sich selber schaut.

wenn ich das nicht will oder akzeptiere (@CandleWaltz ), warum guck ich mir das dann an bzw beschäftige ich mich damit? warum ist es dann so besondern wichtig, dass ein land (deutschland) auf den sack bekommt? sonderlich konsequent scheint es mir jedenfalls nicht zu sein, wenn ich nationalitätsgedanken nur dann ablehne, wenn es um dinge wie "stolz darauf für die N11 zu spielen" geht, nicht aber wenn ich genau denen dann wünsche zu verlieren.
Kurze Antwort, da ich meinen Standpunkt schon zigfach dargelegt habe, auch vor der WM schon: Diese Art von Stolz geht immer zu Lasten anderer.

Aber gut, man braucht sich ja nur die Zitate von früheren Spielern anzusehen, dass dieses Nationalgefühl nicht da sein muss, egal, ob man nun für die Nationalmannschaft auftritt und gut für diese Mannschaft spielen will.

Warum ich mich damit beschäftige? Weil seit Jahrzehnten in meiner Disziplin die einhellige Meinung vorherrscht, dass ein Mehr an Patriotismus/Nationalstolz/whatever einhergeht mit einer Benachteiligung für diese Menschen, die bei diesem Stolz-Spiel nicht mitspielen wollen oder können.
Und weil ich Fußball liebe und dort die gleichen Tendenzen zu erkennen sind, wie in der restlichen Gesellschaft (Overton-Window, Diskursverschiebung nach rechts, traditioneller Wertewandel etc.). Es macht vor nichts halt und dagegen wehre ich mich.
 
Wie gut das diese Sicht der Dinge eine sehr geringe Minderheit darstellt.

Wie man die Bilder von der WM 2006 sieht, weiß man Gott sei Dank noch, wie gesunder Patriotismus aussieht. Wer da meint, damit würde etwas zu lasten anderer passieren, soll bei den "anderen" anfangen die Fehler zu suchen.
 
Wie gut das diese Sicht der Dinge eine sehr geringe Minderheit darstellt.

Wie man die Bilder von der WM 2006 sieht, weiß man Gott sei Dank noch, wie gesunder Patriotismus aussieht. Wer da meint, damit würde etwas zu lasten anderer passieren, soll bei den "anderen" anfangen die Fehler zu suchen.
Da fängt es ja schon an, es gibt keinen sog. gesunden Patriotismus. Patriotismus schließt immer ein, dass man andere ausschließt. Und in einer offenen, pluralistischen und heterogenen Gesellschaft, ist das pures Gift.

Speziell zur WM 2006:
Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang das Sommermärchen von 2006? Und welche im Speziellen die Deutschland-Fahne?
Meine These ist: Ohne 2006 wäre es nicht in diesem Ausmaß zu Pegida gekommen, und ohne Pegida gäbe es keine AfD in dieser Form. Die Deutschland-Fahne bei der WM hat eine unglaubliche Bedeutung für das Zusammenschweißen von atomisierten Einzelnen, die sich zu großen Teilen gar nicht für Fußball interessiert haben. Insofern war das Thema nicht Sport, sondern nationale Identität.

Aber Deutschland-Fahnen gab es doch schon immer beim Fußball ...
2006 war anders als beispielsweise 1990. Erstens war es eine Weltmeisterschaft im eigenen Land, es war eine vollkommen andere Stimmung. Kaum ein Auto oder Haus kam ohne ein deutschnationales Symbol aus, insbesondere haben Teile der deutschen Intellektuellen mitgemacht. Es gab unzählige Autoren, die von der Gemeinschaft des Volkes fabulierten, da hörten sich Texte teils so an, als wären sie 1937 geschrieben worden.

Man sagt ja, dass die WM 2006 sportlich eine der schlechtesten war.
Sportlich war das überhaupt nichts. Um Sport ging es auch nicht, entscheidend war der begleitende, von Anfang an geplante deutsch-nationale Event. Beispielsweise hat Jürgen Klinsmann in seiner Kabinenansprache vor dem Spiel gegen Polen historisch völlig unreflektiert gesagt: „Das ist unser Spiel. Das lassen wir uns von niemanden nehmen! Schon gar nicht von Polen. Die stehen mit dem Rücken zur Wand und wir knallen sie durch die Wand hindurch!“ Wenn das ein Deutscher sagt, hat das eine andere Bedeutung, als wenn es ein Amerikaner sagt. Klinsmann hat es geschafft, dass sich die Uninteressiertesten auf einmal für etwas interessieren, nämlich für Deutschland. Das wurde in unzähligen Feuilletons reproduziert. 2010 setzte die bekannte ZDF-Sportmoderatorin Katrin Müller-Hohenstein noch eins drauf und sprach vom „inneren Reichsparteitag“, den Miroslaw Klose gehabt haben soll, als er ein Tor geschossen hat. Altermedia (die Nazi-Version von indymedia, einem Non-Profit-Netzwerk von Medienaktivisten) haben das sofort registriert und sich bedankt. Was hat dieser Begriff aus Nazi-Deutschland im Fußball-Kontext verloren?
http://www.fr.de/kultur/antisemitismus-sommermaerchen-bereitete-der-afd-den-boden-a-1409276

Also der Boden genau für das, was ich angesprochen habe (Overton-Window, Diskursverschiebung nach rechts, traditioneller Wertewandel etc.).
 
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