Gerade das erste Mal gesehen. Grandioser Film, der die Höhen und Tiefen der Pornofilmindustrie Ende der 70er Jaher, am Beispiel von Pornodarsteller Dirk Diggler (Mark Wahlberg), in fast schon epischen Ausmaßen aufzeigt. Obwohl der Film im Kern ein Drama ist, bietet er überraschend viel Humor und hat mich, trotz seiner stolzen Laufzeit von 150 Minuten, zu keiner Sekunde gelangweilt. Das liegt auch an der Story, welche zwar nicht wirklich innovativ ist, jedoch einen großzügigen Zeitraum von mehreren Jahren (1977 bis 1984) abhandelt und somit für ausreichend "Stoff" sorgt.
Zudem ist der Hintergrund einfach sehr interessant und unverbraucht, sodass ich den Film von Anfang bis Ende mit Begeisterung verfolgt habe.
Weiter hat Autor und Regiseur Paul Thomas Anderson (There Will Be Blood, Magnolia) eine rundum gelungene Arbeit abgeliefert. Dafür, dass es sich bei Boogie Nights damals erst um seinen zweiten Film handelte, ist er überaus souverän inszeniert. Teils minutenlange Kamerafahrten ohne einen einzigen Schnitt, perfekte Einstellungen, geschliffene Dialoge, detaillierte Sets und der wundervolle Soundtrack, machen diesen Film zu einem kleinen Erlebnis.
Auch der unglaubliche Cast kann sich sehen lassen: Burt Reynolds, Julianne Moore, John C. Reilly, Don Cheadle, Heather Graham, Philip Seymour Hoffman, William H. Macy und nicht zuletzt Hautdarsteller Mark Wahlberg spielen hervorragend. Wahlberg verkörpert den Pornodarsteller mit Bravour, Reynolds wurde für seine Leistung 1998 zurecht für den Oscar nominiert und Heather Graham ist einfach nur sexy. Ich liebe diese Frau.
Boogie Nights ist ein kleines Meisterwerk und verfügt zurecht über "Kultfilmstatus".
Die Handlung ist sehr geradlinig und wenig überraschend, wird aber perfekt erzählt. Tolle Schauspieler, eine gelungene Inszenierung und Szenen, die auch noch länger im Gedächtnis bleiben werden (der Drogendeal oder die finale Szene

), runden das Gesamtwerk ab und machen diesen Film zu etwas Besonderem. Top!
