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Starker Film. Wirklich stark. Ich habe mir weder Trailer noch Filmkritik noch das Internet davor zu Gemüte geführt. Ich bin unvoreingenommen in den Film. Die Heimreise des Odysseus ist eine Allegorie für die Suche des Menschen nach Heimat, Identität und Erfüllung. Super! Mit einer passenderen Besetzung wäre er für mich sogar ein zeitloses Meisterwerk.
So bleibt er „nur“ eine amerikanische Interpretation einer griechischen Sage. Ein Teil des Casts wirkte für mich irgendwie echt fehl am Platz und riss mich immer wieder aus der Mythologie heraus. Ein kleines, spoilerfreies Beispiel: auf die Frage, wer sie seien, lautet die Antwort: „wir sind Griechen.“ In genau diesem Moment stehen ein Schwarzer, ein Asiate und ein Amerikaner im Bild Das hat mich einfach aus der Immersion gerissen. Ebenso die Szenen der vielen heimtückischen Freier zu Tisch. So viele Kulturen, die nichts mit einer griechischen Gesellschaft von damals zu tun haben. Bitte nicht falsch verstehen: der Film ist trotzdem großartig, der beste Nolan seit Interception. Brutal gut. Man sollte nur mit der Erwartung hineingehen, dass es sich nicht um den Versuch einer authentischen Darstellung handelt, sondern um eine bewusst pluralistisch modernen Interpretation einer griechischen Sage. Damit hab ich dann meinen Frieden gefunden.
Also, der einzige Kritikpunkt: der Cast. Alles andere. Top notch. Dafür geht man ins Kino.