So, ich habe mir in letzter Zeit ein paar Filme angeschaut. Zum einen gab es einen Simon Pegg/Nick Frost Marathon, dessen Nachbearbeitung wohl nicht bei jedem auf Zustimmung geniessen dürfte. Dazu noch ein, zwei weitere Filme. IM2,
Shaun of the Dead
Der gleiche Trott. Jeden Tag. Morgens aufstehen, zur Arbeit fahren, sich mit dortigen Kollegen und Kunden rumschlagen und abends auf ein Bier ins Stammpub. Zwischendurch ein paar Games mit dem besten Kumpel zocken. Ach, das Leben könnte so einfach sein. Auch für Shaun (Simon Pegg), der genau ein solches Leben lebt. Er wohnt mit seinem besten, aber faulen Kumpel Ed (Nick Frost) zusammen und verbringt seine Abende im "Winchester". Dem Pub seines Vertrauens. Dort kennt man ihn, dort mag man ihn. Das Bier ist immer richtig temperiert und die Schweineohren sind lecker. Da vermag auch Simons Freundin Liz (Kate Ashfield) nicht gross was ändern dran. Und drum zieht sie den Schlussstrich. Das Leben von Shaun ist nix für sie. Und das "Winchester" für romantische Abendessen ist nicht der perfekte Ort.
Nach einer, aus diesem Grund, durchzechten Nacht, erwachen Shaun und Ed am nächsten Morgen in der Wohnung. Shaun holt sich was zu trinken (und für Ed ein Eis) und merkt nicht, dass rund um ihn herum einige Veränderungen stattgefunden haben. Die Leute wanken durch die Strassen, sie grunzen und reagieren kaum auf irgendwas. Aber ist das so ungewöhnlich? Im Leben von Shaun nicht. Drum kümmert er sich auch kein bisschen um diese Leute....
Ein Engländer läuft verschlafen durch die Strassen, rutscht im Supermarkt auf einer Blutlache aus und merkt nicht, dass sein Umfeld voll Zombies ist. Zu "Cant Stop me now" werden Untote verprügelt. Schallplatten erst aussortiert, bevor sie den wankenden Gegner in die Fresse geworfen werden. Ein Zombie kommt nicht aus dem Auto, weil die Kindersicherung drin ist. Kein Wunder traf der Film ins Schwarze.
War ja der erste Film ihrer Trilogie. Damals ein grosser Hit und Kult. Für viele der beste Teil der Cornettoreihe. Für mich war er damals, vor 10 Jahren auch toll. Heute, im direkten Vergleich mit den Nachfolgern, fällt er aber ab. Die Story ist ok und dient dem Mittel zum Zweck, aber die Gags ziehen einfach viel weniger als in den Nachfolgern. Da wird einem viel mehr geboten.
7/10
Hot Fuzz
Nicholas Angel (Simon Pegg) ist der Primus unter Londons Polizisten. Er arbeitete sich in den Diensträngen hoch, fährt in Autoverfolgungsjagden wie kein Zweiter, hat im Nahkampf keine Schwächen und seine Festnahmequote übersteigt alles, was London je zu Gesicht bekommen hat. Dumm nur, dass er aus all diesen Gründen seine Kollegen schlecht aussehen lässt und vom Chief Inspector (Bill Nighy) versetzt wird.
Ausgerechnet ins ländliche Dörfchen Sandford wird unser Vorzeigepolizist geschickt. Dort, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Dort, wo sich die Einwohner am Abend im lokalen Pub treffen und dort, wo dieser goldbemalene Pantomime neben dem Dorfbrunnen das einzige Ärgernis für die Polizei zu sein scheint. Ausserdem bekommt Angel einen neuen Partner. Den dicken, etwas langsamen und schwerfälligen Danny Butterman (Nick Frost).
Zusammen müssen die beiden nun also das Städtchen sauber halten, entlaufene Schwäne einfangen und sich mit der lokalen Bürgerorganisation auseinandersetzen. Ausserdem hat Sanford eine Verbrecherrate von null Prozent. Das heisst, hier geschieht einfach nichts Unrechtes. Optimale Voraussetzungen, um eine Kampfmaschine wie Nicholas Angel zu platzieren.
Als ein Unfall mit tödlichem Ausgang passiert, überrascht der Elitecop die Menge. Er bezweifelt, dass es ein Unfall war und wirft das Wort "Mord" in die Runde. Unverständnis der Kollegen ist die Folge. Beim nächsten "Unfall" wird Nicholas Angel neugieriger. Und auch der immer dann am Tatort auftauchende Simon Skinner (Ex-Bond Timothy Dalton) macht sich verdächtig. Sollten diese Vorfälle wirklich alles Zufälle sein? Oder schleicht doch irgendwo ein gemeiner Mörder durch Sandford?
Für mich der beste Teil. Bin mir nicht sicher ob ich schon mal einen Bericht dazu geschrieben habe… Jedenfalls fand ich ihn beim zweiten Mal noch besser. Hier stimmt eigentlich alles. Die Geschichte hat viele undurchsichtige Charaktere, ein schon fast mystisches Dorf und sogar ein wenig Thrill. Top!
9/10
The World’s End
Früher war alles besser. So sieht es auf jeden Fall Gary King (Simon Pegg), der in seiner Jugend wegen seiner respektlosen Art eine Legende war und jetzt immer noch versucht den Status als ohne Verpflichtungen lebender Mann zu erhalten. Seine Freunde haben derweil alle "erwachsene Wege" eingeschlagen. So wie Oliver (Martin Freeman), der sein Geld als Immobilienmakler verdient, wie Steven (Paddy Considine), der als Architekt Karriere gemacht hat, oder auch Peter (Eddie Marsan), welcher Job und Familie unter einen Hut zu bringen versucht. Auch Garys ehemaligem besten Freund Andy (Nick Frost) läuft es in der eigenen Anwaltskanzlei wunderbar und ist gar nicht erfreut, als er eines Tages den alten Freund in seinem Büro erblickt und dieser ihm seinen Plan offenbart.
Gary möchte nämlich mit seinen alten Kumpels zurück in die Heimat nach Newton Haven. Dort haben sie als junge Männer mal eine Pubtour gestartet, bei der sie alle zwölf Pubs der Ortschaft in einer einzigen Nacht besuchen wollten. Doch kurz vor dem Ziel war wegen des anbrechenden Tages Schluss. Dies wurmt Gary noch immer, und so will er jetzt einen zweiten Versuch wagen. Auch wenn seine vier Freunde zuerst wenig begeistert sind, werden sie letzten Endes doch noch zur Teilnahme überredet. Doch als sie ankommen, merken sie, dass in ihrer alten Heimat seltsame Dinge vor sich gehen...
Ganz klar besser als Shaun of the Dead, schon nur durch die weibliche Hauptrolle. :love: Die Kneipentour der vier alten Freunde spricht mich halt sehr an und ich denke, dass die meisten (männlichen) Zuschauer sich irgendwie wiedererkennen. Einzig das Ende fand ich jetzt nicht so prickelnd, da hätte ich etwas Banaleres bevorzugt.
8/10
Paul
Illustrator Graeme Willy (Simon Pegg) und Science-Fiction-Autor Clive Gollings (Nick Frost) sind beste Kumpel und totale Comic- und Science-Fiction-Fans. Auf einer Reise in die USA erfüllen sich die beiden Briten ihren Herzenswunsch: Erst besuchen sie die Comic-Con in San Diego, anschliessend geht's im Wohnwagen auf einen Road-Trip quer durchs Land, um die wichtigsten UFO-Hotspots zu besichtigen. Als jedoch plötzlich ein waschechtes Alien vor ihnen steht, sind die beiden doch ziemlich baff.
Der kleine graue Kerl nennt sich Paul (Stimme: Seth Rogen), ist bereits seit 1947 auf der Erde und hatte bereits einigen Einfluss auf unsere Populärkultur. Der freche, Pot paffende und nicht selten nackt umherlaufende Paul möchte nun aber endlich wieder nach Hause. Im Wohnwagen jagt das Trio nun zu Pauls Mutterschiff; unterwegs entführen sie unfreiwillig die religiöse Campingplatzmitarbeiterin Ruth Buggs (Kristen Wiig), in die sich Graeme auch gleich verguckt. Regierungsvertreter wie Agent Zoil (Jason Bateman) sowie die FBI-Agenten Haggard (Bill Hader) und O'Reilly (Joe Lo Truglio) sind der Truppe allerdings bereits dicht auf den Fersen...
Die Geschichte ist zwar ganz unterhaltsam, aber es gibt einfach zu wenig Witze. Im Gegensatz zu den Filmen von Wright vermisse ich hier den Drive ein wenig, was ja nicht allzu schlimm wäre, aber ich musste im Film nur sehr wenig lachen.
6.5/10
Iron Man 2
Der Millionär Tony Stark (Robert Downey Jr.) ist "Iron Man". Das hat er bekanntgegeben und nun sollen ihm die Menschen gefälligst dankbar sein. Schliesslich ist er stets dort, wo's brennt, bringt Beruhigung in internationale Konflikte und ist omnipräsent. Heikel wird's dann, als Stark merkt, dass seine Energie langsam zu Ende geht, die Kontrollanzeige immer niedrigere Zahlen anzeigt und die "Batterien" immer schneller den Geist aufgeben. Und da ist da noch ein Herr aus Russland...
Der Russe Ivan Vanko (Mickey Rourke) werkelt nämlich fleissig an der Technologie, die Stark zum Helden gemacht hat. Die soll Stark auch noch grad dem Militär zur Verfügung stellen, was er natürlich verweigert. Da kommt Vanko grad richtig. Er passt Stark in Monaco beim Autorennen ab, versohlt ihm den Hintern und wird schon bald von Justin Hammer (Sam Rockwell) engagiert, um eine ganze Reihe von Iron-Man-Anzügen für den Staat zu basteln. Denn Hammer ist, im Gegensatz zu Stark, durchaus bereit, dem Militär Roboter mit der neuen Technologie zu liefern und sich eine goldene Nase daran zu verdienen.
Dass der Russe dabei seine eigenen Pläne verfolgt, Starks Assistentin Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) zum CEO aufsteigt und Tonys bester Freund Rhodey (Don Cheadle) selber in einen Superheldenanzug steigen muss, hätte ja niemand ahnen können. Vor allem Tony Stark nicht, der sich anhand dieser Bedrohungen erneut dem Alkohol zuwendet...
Kam gerade erst auf ORF1. Habe den Film bislang noch nie gesehen. Den Vorgänger sowie den Nachfolger auch nicht. Nun ja, die Besetzung ist top, die Schauspieler (v.a. Downey und Rockwell) spielen toll auf, aber dem Film fehlt es einem Bösewicht. Man hat nie das Gefühl, dass Mr. Stark auch nur zu irgendeinem Zeitpunkt in Gefahr ist. Der Senator ist etwas vom peinlichsten, was ich je gesehen habe und Rourke hat er zweimal nach ein paar Sekunden ausgeschaltet. Langweilig. Dagegen ist jeder Klitschko-Kampf ein nervenzerreissender Thriller mit einem völlig offenen Ausgang.
6/10
Labor Day
Adele (Kate Winslet) lebt zusammen mit ihrem Sohn Henry (Gattlin Griffith) in einem Haus irgendwo in New Hampshire. Der Vater hat die Familie vor langem verlassen und in der Zwischenzeit eine Neue gegründet, sieht seinen Sohn jedoch jeden Sonntag für ein paar wenige Stunden. Länger möchte Henry auch nicht bei ihm bleiben, fühlt er sich doch für seine depressive Mutter verantwortlich, die sonst nur die ganze Zeit in den eigenen vier Wänden hocken würde. Als die beiden wegen des kommenden Schulanfanges in einem Supermarkt einkaufen gehen, wird Henry vom verwundeten und entflohenen Sträfling Frank (Josh Brolin) angesprochen. Er bittet den Jungen und seine Mutter um Hilfe. Eingeschüchtert von dem grossen Mann leistet Adele dessen Wunsch Folge, fährt ihn zu sich nach Hause und kümmert sich um Franks Verletzungen.
Obwohl Frank verspricht, nur bis zum nächsten Morgen bleiben zu wollen, ist er während seiner Anwesenheit eine solch grosse Hilfe im Haushalt von Adele, dass sie und Henry ihn dazu überreden, noch etwas zu bleiben. Während die Mutter in dem verurteilten Mann einen dringend benötigten Halt findet, hat ihr Sohn nun einen richtigen Ersatzvater, der ihm auch das Baseballspielen beibringt. In den kommenden Tagen leben die drei wie eine kleine Familie zusammen - jedoch in der ständigen Angst, dass die Polizei vorbeikommen könnte und sie auseinanderreisst.
Der Film zielt wohl eher auf ein weibliches Publikum ab. Der Beginn ist anders, als ich ihn erwartet hätte. Den ich habe weder mal was über den Film gelesen, noch gesehen (Trailer etc.). Nach dem guten Start, fokussiert sich der Film aber zu sehr darauf, dass Frank ein guter Kerl ist. Er kann kochen, backen, das Klo reparieren, das Auto auf Vordermann bringen, dem kleinen Jungen Baseball beibringen, Kate Winslet befriedigen, das Haus renovieren und weiss auf alles eine Antwort. Irgendwann wird es wohl auch dem grössten Josh Brolin Fan zu viel. Ansonsten sieht man ein gutes Schauspielertrio und eine sehr ruhige Geschichte, die meistens spannend bleibt, aber oft zu sehr abdriftet.
6/10