Ich spreche ihm seine Expertise nicht ab, aber natürlich sehe ich solche Interviews immer sehr skeptisch. Es ist doch immer so: Egal, wo gerade etwas passiert, man hat sofort einen Experten zur Hand, der trotz kaum vorhandener Informationen die Lage einschätzen soll. Da verdrehe ich jedes Mal die Augen. Genauso ist es doch hier auch, ein Interview ohne echten Informationsgehalt. Da wird der Sicherheitsexperte Lange gefragt: "Was er denn schon über den Siegesplan weiß", und als Antwort kommt: "Das ist ein Plan, der das erfüllt, was Präsident Selenskyj sagt, nämlich dass der Frieden näher ist, als man denkt. Man muss nur die Schritte gehen, die für Frieden notwendig sind, und sich nicht von Wunschdenken leiten lassen."
Mehr Wischiwaschi geht ja kaum.
Dann werden Dinge aufgezählt wie die militärische Stärkung der Ukraine einerseits, gleichzeitig Friedensgespräche und auch Perspektiven nach dem Krieg, wie z. B. eine Einladung in die NATO usw. Das ist ja alles nichts Neues und sicherlich nicht der genaue "Siegesplan", den Selenskyj in den USA vorstellen wollte. Lange fasst es dann noch zusammen mit den Worten: "Diese Elemente alle zusammenzubringen in einem Plan, darum geht es, glaube ich."
Glauben kann man viel. Manche Experten sollten auch einfach mal ein Interview ablehnen und sagen: "Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich dazu noch nichts Genaues sagen." Das würde die Glaubwürdigkeit als Experte definitiv erhöhen.