Unsere Freunde aus der Ukraine, die wir im Februar bei uns aufgenommen haben, sind derzeit das erste Mal seid ihrer Flucht für ein paar Tage in der Heimat, da Kiew mittlerweile weit von der Front weg ist (beide sind aus Kiew). Und jetzt diese Raketenangriff. War heute morgen schon ein Scheiß Gefühl, bis endlich die erlösende WhatsApp kam, dass alles in Ordnung ist. Allerdings haben sie derzeit kein Strom und Wasser. Putin ist einfach ein Schwein
Allerdings lässt selbst dieser Angriff den Schluss zu, dass Russland in diesem Krieg auf verlorenem Posten steht. 80 Raketen an einem Tag abzufeuern, ist nicht unbedingt beeindruckend für ein Militär, das sich selbst als das zweitbeste der Welt bezeichnet. Gut möglich, dass die Depots einfach leer sind oder die übrigen Batterien längst zerschlagen wurden, sodass das wirklich alles ist, was Russland noch an wütenden Schlägen gegen die Zivilbevölkerung aufzubringen hat.
Ferner gibt es genug Studien, die beweisen, dass Angriffe gegen die Zivilbevölkerung militärisch gesehen ohne Nutzen sind. Böse gesagt: Jede Rakete, die in Kiew niedergeht, kann kein ukrainisches Militärziel an der Front ausschalten.
Vor dem Hintergrund des anhaltenden Munitionsmangels der Russen sind deren ganzen Angriffe auf zivile Ziele also nicht nur militärisch sinnlos, sondern sicherlich auch politisch kontraproduktiv. Denn solche Angriffe zermürben eine Zivilgesellschaft in der Regel nicht, sondern schüren ihren Widerstandswillen. In diesem besonderen Fall schafft Putin mit seinem Überfall und den anhaltenden Angriffen auch noch das, was mehrere gewählte Präsidenten der Ukraine nicht geschafft haben: Der Ukraine ein Narrativ geben, das ihren Zusammenhalt garantiert und sie als Nation zusammenwachsen lässt.