Ja ein Ruck nach rechts (ich tue mich immernoch schwer mit der Begrifflichkeit irgendwie, auch wenn das politisch natürlich anders einzuordnen ist) sieht man ja bei einem Großteil der Parteien insgesamt.
Das ist imho aber auch ein Hinweis darauf, dass es so wie es aktuell ist halt auch nicht weitergehen kann.
Dass sowohl der Staat wie auch die Institutionen (Kindergarten, Schule, Rente, Gesundheit etc) das so nicht weiter laufenlassen können, weil vieles davon scheinbar auch nicht mehr finanzierbar bzw tragbar ist.
Und auch weil die Bevölkerung nach allem was so in den letzten jahren war und passiert ist, es auch nicht mehr so trägt wie 2015.
Ich weiß nicht ob es deine Absicht war, aber mit dem expliziten Hinweis auf 2015 lese ich deinen Beitrag so als sei der Kern aller Probleme die Zuwanderung nach Deutschland in eben diesem und den darauffolgenden Jahren.
Die Schlagwörter die du nennst (Kindergärten, Schulen, Rente, Gesundheit, Finanzierbarkeit) unter diesem Gesichtspunkt betrachtet: Ich glaube kaum, dass auf einmal die Probleme mit fehlenden Kita-Plätzen behoben werden, wenn wir (durch inhumane Migrationspolitik) die Zuwanderung begrenzen oder vermehrt Rückführungen forcieren. Ich glaube kaum, dass auf einmal der Lehrermangel behoben wäre, dass marode Schulgebäude saniert würden, dass Unterrichtsqualität verbessert würde, wenn fleißiger abgeschoben würde und die Grenzen dichter gemacht würden. Ich glaube kaum, dass wir in Zukunft eine spürbar bessere Rente bekommen würden, wenn es weniger Migranten in Deutschland gäbe. Ich glaube kaum, dass die Krankenkassenbeiträge auf einmal wieder sinken würden, dass der Pflegenotstand beseitigt würde und der Landarztmangel der Vergangenheit angehören würde, wenn wir hier weniger Asylbwerber*innen und Geflüchtete aufnehmen. Ich glaube kaum, dass auch nur ein Cent mehr in Infrastruktur und Soziales investiert würde, wenn rechte Politik weiterhin breit Schule macht.
Dass Spiel mitzuspielen, dass salopp gesagt an all den Missständen „der Ausländer Schuld sei“, bewirkt nur genau eines: dass die Gründe für die Missstände weiterhin verschleiert werden und dass der Hass auf migrantisch gelesene Menschen weiter zunimmt.
Natürlich ist der Rechtsruck
auch eine Folge von einem Haufen Problemen und ein Signal für Unzufriedenheit. Es ist aber genauso der Ausdruck für eine Fantasie- und Mutlosigkeit durch alle Parteien hinweg, andere Lösungsvorschläge zu machen als Migrant*innen zum Sündenbock für ihre eigene verfehlte Politik zu machen.
Und der historische Beweis dafür, dass jemals in der Geschichte ein Rechtsruck etwas Positives hervorgebracht hätte, muss auch noch erbracht werden.