Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

Der Politikthread

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Ach, naja, ich könnte mir auch bessere Zeiten vorstellen, aber ich habe auch schon andere Zeiten gesehen. Wenn man sich nur auf die schlechten Dinge konzentriert, muß man depressiv ja werden. Ich weiß nicht, was die Leute dazu bringt, immer nach der schlimmsten Möglichkeit zu suchen. Ich sehe es lieber positiv :)

In meinem persönlichen Umfeld tue ich das auch. Global sehe ich aber zumindest für den Westen nicht viel Positives. Kommt einem so vor wie Death by a thousand cuts.
 
Keine Ahnung, was das bedeuten soll :???:

Natürlich tauschen die Russen am Ende die Euro oder Dollar in Rubel. Was sollen sie denn sonst damit machen? Sonderlich viel Nährwert hat so ein Schein nicht.

Soll heißen es ist die typische Strategie in Europa, sich selbst in die Tasche zu lügen, wenn es unangenehm wird. Und vor allem dieser unterwürfige Ton gegenüber dem russischen Dekret. Das führt dann in der Regel dazu, dass die wirklich notwendigen mittel- und langfristigen Maßnahmen verschleppt werden.
 
In meinem persönlichen Umfeld tue ich das auch. Global sehe ich aber zumindest für den Westen nicht viel Positives. Kommt einem so vor wie Death by a thousand cuts.
Der Untergang des Westens wird jetzt aber auch schon seit vielen Jahrzehnten prophezeit. Angefangen bei der Ölkrise der Siebziger, dann die große Übermacht Japan, dann die Tigerstaaten, dann China, dann die Finanzkrise, die Eurokrise, etc. etc.. Jedesmal waren wir Alle doomed. Und jedes Mal war es falscher Alarm.

Um diese Inhalte anzuzeigen, benötigen wir die Zustimmung zum Setzen von Drittanbieter-Cookies.
Für weitere Informationen siehe die Seite Verwendung von Cookies.

Klar, on the long run we‘re all dead, aber das Weltuntergangsgeheul ermüdet langsam. Wer immer negativ in die Zukunft sieht, wird auch stolpern. Deswegen weigere mich, diese Sicht einzunehmen, und seit 50 Jahren bin ich damit gut gefahren :)
 
Ehemalige Imperien fallen anfangs sehr langsam :D. Insofern mache ich mir da um mich auch keine Sorgen. Es nervt mich nur tierisch, dass gerade in Europa seit 20 Jahren so viel Mist gerade noch mal gut gegangen ist, denn irgendwann wird mal der Punkt kommen, wo das nicht mehr der Fall ist. Und dann ist niemand mehr in Führungsverantwortung da, der es gewohnt ist, Probleme zu benennen oder auch nur anzugehen. Daher auch dieses ständige Durchgewurschtel in allem, sei es politisch oder gesellschaftlich. Verantwortung muss hier niemand mehr übernehmen, zurücktreten auch nicht, wenn man nicht will. Entscheidungen werden auf europäischer Ebene eh nicht mehr getroffen, solange es nicht um existentielle Dinge geht. Trotzdem braucht man für diese Nicht-Entscheidungen scheinbar immer mehr Bürokraten und Parlamentarier. Alles ist in gesellschaftliche Fraktionen zersplittert und ein Gemeinschaftsgefühl existiert schon lange nicht mehr. Wären wir oder andere Mitteleuropäer an der Stelle der Ukraine hätte kaum jemand auch nur einen Finger gerührt, sich zu verteidigen, denn wozu sollte man sein Leben für die ganzen Fucker riskieren, die sonst noch in diesem Land leben :D.
 
Das ist mal wieder dieser "Glas leer" MKS. Alles ist schlecht, alles ist kacke. Ganz pauschal, ohne jegliche Nuancen. Der ganze Post ist absolut ohne jegliche konkrete Aussage, die man irgendwie verifizieren oder falsifizieren könnte.
 
Ganz von der Hand zu weisen ist das alles aber auch nicht. Die Folgen dieses Krieges werden uns noch die nächsten Jahre beschäftigen. Selbst wenn das alles nicht so schlimm wird, wie es das werden könnte. Es wird zumindest noch viel schwerer, sich an Pläne zu halten. Niemand weiß momentan, was als nächstes kommt. Das kann einen schon düster in die Zukunft schauen lassen.
 
Ganz von der Hand zu weisen ist das alles aber auch nicht. Die Folgen dieses Krieges werden uns noch die nächsten Jahre beschäftigen. Selbst wenn das alles nicht so schlimm wird, wie es das werden könnte. Es wird zumindest noch viel schwerer, sich an Pläne zu halten. Niemand weiß momentan, was als nächstes kommt. Das kann einen schon düster in die Zukunft schauen lassen.

Ich sehe das was MKS da oben schreibt nur sehr bedingt im Zusammenhang mit diesem Krieg. MKS schreibt das mehr oder weniger so schon seit Jahren.

Was diesen Krieg angeht: Das ist eine ganz furchtbar große Scheiße. Ich sehe aber auch das Potenzial, dass daraus etwas gutes erwächst.

Z.B. werden die erneuerbaren Energien in Europa viel aggressiver vorangetrieben werden, nicht "nur" weil sie billiger, sauberer, nachhaltiger und einfach besser sind, sondern jetzt auch noch, weil man Abhängigkeit von autoritär geführten Staaten endlich mal als Risiko erkannt hat. Die NATO war vor 2 Monaten gefühlt scheintot, der Westen vermeintlich ohnmächtig. Heute ist Russland scheintot und Putin naja wer weiß, vielleicht bald permanent ohnmächtig.

Die EU stand da irgendwie so da. Seit Brexit gab es schon ein gewisses Revival - eine rechtsradikale Le Pen traut sich nicht mehr mit dem Frexit Wahlkampf zu machen, weil sie damit keinen Erfolg hätte. Und jetzt wollen die Ukraine und Moldau in die EU.
 
Niemand weiß momentan, was als nächstes kommt. Das kann einen schon düster in die Zukunft schauen lassen.

Ach was. So schlimm der Krieg auch für die unmittelbar Betroffenen sein mag, für mich (und die meisten hierzulande) sind die Auswirkungen bestenfalls überschaubar. Ja, Alles wird teurer, aber das wäre es eh geworden. Bestenfalls ist einiges beschleunigt, was auch durchaus eine Chance sein kann.
 
Solche Dinge wie der Brexit, die qua Konstruktion ungelöste und nur notdürftig überdeckte Euro Krise, eine divergente statt einer angepeilten angleichenden wirtschaftlichen Entwicklung in der Eurozone, der generelle Vormarsch des Populismus, die kleingeredeten Probleme durch Zuwanderung. Die Politikverdrossenheit in vielen Mitgliedsstaaten. Das Misstrauen gegenüber Brüssel. Die wirtschaftlichen Probleme in weiten Teilen der EU. Das entsteht natürlich alles nur, weil es hier seit Jahren gut läuft :D. Wir hatten eigentlich nur Glück, dass wir beileibe nicht die einzigen sind, die Probleme haben. Wenn einem das reicht, dann ok. Dann lebt man aber auch politisch nach dem Prinzip Hoffnung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Solche Dinge wie der Brexit, die qua Konstruktion ungelöste und nur notdürftig überdeckte Euro Krise, eine divergente statt einer angepeilten angleichenden wirtschaftlichen Entwicklung in der Eurozone, der generelle Vormarsch des Populismus, die kleingeredeten Probleme durch Zuwanderung. Die Politikverdrossenheit in vielen Mitgliedsstaaten. Das Misstrauen gegenüber Brüssel. Die wirtschaftlichen Probleme in weiten Teilen der EU. Das entsteht natürlich alles nur, weil es hier seit Jahren gut läuft :D. Wir hatten eigentlich nur Glück, dass wir beileibe nicht die einzigen sind, die Probleme haben. Wenn einem das reicht, dann ok. Dann lebt man aber auch politisch nach dem Prinzip Hoffnung.

Nur dieser eine Punkt: Verstehe ich das richtig, dass du damit meinst, dass sich die Wirtschaftskraft (ausgedrückt in realem BIP pro Kopf?) in der Eurozone nicht angleicht, sondern tatsächlich sogar weiter auseinanderdriftet?
 
Ja. Zumindest in vielen Euro Ländern.

https://www.fes.de/wirtschaftliche-polarisierung-in-europa

Die Wohlstandsniveaus innerhalb Europas unterscheiden sich auch 20 Jahre nach Errichtung der Eurozone erheblich. Die linke Grafik von Abbildung 8 zeigt, dass die Unterschiede im BIP pro Kopf im Zeitverlauf weiter zugenommen haben.

csm_Abb8_BeMo_Polarisierung_f714bbe885.jpg
 
Jepp, gas Gerd ist ein wirklich Wiederlichter Typ. Schäme mich bis heute das ich ihn damals (Abwahl der Kohl CDU) gewählt und somit auch Steigbügel für die Agenda 2010 war. Seitdem nie wieder SPD gewählt.
 
Ganz genau, deswegen wird er für mich auch immer als guter Kanzler in Erinnerung bleiben. Das waren schwierige und wichtige Entscheidungen und Viele sehen in der Rückschau immer noch nicht ein, daß es der richtige Weg war! Was danach kam… ja well, nicht seine besten Entscheidungen.
 
Das Problem gibt's ja bald nicht mehr, da die wichtigsten Mechanismen zurückgedreht wurden oder werden. Aus fördern und fordern ist wieder nur noch die Überweisung geworden. Bisher waren wir seit langem mit ziemlich niedrigen Arbeitslosenzahlen gesegnet, aber wenn sich das mal wieder ändern sollte, wird man sehen, was diese Kursänderung angerichtet hat.
 
Die arbeitslosenzahlen gehen hoch sobald der mindestlohn steigt. Wir waren jetzt Jahrzehnte lang ein billiglohnland, das ändert sich bald und betriebe können das nicht ohne weiteres einfach auffangen. Ohne umverteilung von oben nach unten passiert nur eines, alles wird massiv teurer denn anders kann man es nicht gegenfinanzieren. Und der schwarzmarkt wird massiv ansteigen.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück
Oben