Habeck erklärt wie immer viel, wie immer räumt er auch viel ein: dass die Fragestellerin in einem recht habe, dass es da wirklich ein Problem gebe, dass ein Restrisiko bleibe. Er verweist auf seinen Vortrag, wenn er etwas schon hergeleitet habe. Er nimmt seine Gegenüber auch hier auf diese radikale Weise ernst, die ihm eigen ist, indem er ihnen komplexe Argumente zumutet, Prämissen und Schlussfolgerungen, Gründe und Gegengründe, Zweifel und Unsicherheiten.
Er kann ihnen nicht sagen, was sie gern hören würden. Statt ihnen das zu verheimlichen, versucht er, ihnen verständlich zu machen, warum er es nicht sagen kann.
(.... hier gehts um Aktivisten die Pipelines zudrehen)
Da meldet sich Dietmar Woidke, der SPD-Ministerpräsident Brandenburgs zu Wort, er ist seit seinem Eingangsstatement nicht mehr eingebunden gewesen. »Ich widerspreche Ihnen da, was Ihre Einschätzung dieser Menschen betrifft, nur ungern«, um dann zu widersprechen: »Wenn es allerdings Menschen gibt, die den Staat, und Sie, nötigen wollen, Dinge zu tun, die Sie sonst nicht tun würden, und um einen solchen Fall handelt es sich hier offensichtlich, dann ist eine Grenze erreicht und das ist eine Grenze, die einen Straftatbestand erfüllt. Punkt, aus, Ende.«
Es ist eine Antwort aus dem Standardrepertoire der Politik. Ein bisschen am eigentlichen Punkt vorbei, weil niemand bestritten hat, dass es eine Straftat ist. Mit souveräner Empörung vorgetragen, ergänzt durch Ich-sag-jetzt-mal-wie-es-ismus, gezielt auf die Gefühle der Zuhörenden. Nicht nachhaltig konstruktiv, zündet aber.