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Der Politikthread

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Ist halt so :D. Früher vor dem Euro hätte man da währungstechnisch noch was machen können in Bezug auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit, aber das hat sich ja auch erledigt. Dabei kann man sich auch gleich fragen, warum Europa von einem der international wettbewerbsstärksten Kontinente vor Einführung des Euro, bis heute einen fast konstanten Abstieg in dieser Hinsicht hingelegt hat und die Produktivität immer weiter sinkt.

Dabei sollte man sich eher fragen, was die Quelle für diese Aussage ist. Ich persönlich behaupte jetzt schon mal, dass zumindest die Aussage, dass die Produktivität immer weiter sinkt schlicht komplett falsch ist (vgl. als Anhaltspunkt: BIP pro Kopf im Jahr 1998 vs. 2021 in Deutschland).
 
So wie es da steht in der Tat, sorry, ich meinte die Entwicklung des Produktivitätswachstums. Einiges davon lässt sich erklären, demografischer Wandel, das Niveau von dem man kommt, fehlende Strukturreformen usw. Aber die EU verliert gegenüber den meisten anderen großen westlichen Industrienationen an Boden, und das seit 20 Jahren. Australien ist leider nicht betrachtet, dürfte aufgrund seiner wirtschaftlichen Entwicklung in den letzten 20 Jahren aber auch weit vor der EU liegen. Ob sich das erklären lässt oder nicht spielt aber auch keine Rolle, denn es führt zu einem fortlaufenden Wohlstandsverlust Europas gegenüber anderen Regionen in der Welt.

2000 hatte die EU ja das Ziel ausgerufen, in 10 Jahren zur wettbewerbsstärksten Region der Welt zu werden und es als "Lissabon Strategie" vermarket. Nachdem die EU 2010 selbst nicht drum herum reden konnte, das das krachend gescheitert ist, wurde es einfach als "Europa 2020" neu aufgelegt, ohne dass irgendwas passiert ist. Ist son bisschen wie bei Planzielen eines kommunistischen Volkskongresses :D.


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Fazit und Ausblick
Das Wachstum der Arbeitsproduktivität hat sich
im Euroraum in den letzten 20 Jahren deutlich
abgeschwächt. Diese Abschwächung war über
die Mitgliedsländer breit angelegt und zeigte
sich in zahlreichen Wirtschaftsbereichen. Sie
kann unter anderem auf eine Verringerung der
Zuwachsraten der totalen Faktorproduktivität
zurückgeführt werden. Analysen der zugrunde
liegenden Triebkräfte weisen dabei, neben
zyklischen Einflüssen, insbesondere auf struktu-
relle Faktoren hin. Für manche Wirtschafts -
bereiche gibt es Hinweise, dass die Innovations-
und Adaptionsfähigkeit der Unternehmen nach-
gelassen haben könnte. Auch scheinen zuneh -
mend Ineffizienzen bei der Allokation der
Produktionsfaktoren zur Verlangsamung des
Produktivitätsfortschritts beigetragen zu haben.
Neben den institutionellen und regulatorischen
Rahmenbedingungen kommt der demogra-
fische Wandel als ein weiterer struktureller Ein-
flussfaktor in Betracht. Die gesellschaftliche
Alterung kann die Innovations- und Adaptions-
fähigkeit der Unternehmen beeinträchtigen.
Das rückläufige Wachstum der Erwerbsbevölke-
rung kann zudem die Unternehmensdynamik
beeinflussen und über diesen Kanal ebenso das
gesamtwirtschaftliche TFP-Wachstum hemmen.
Eine empirische Analyse für den Euroraum legt
nahe, dass der demografische Wandel in der Tat
das Produktivitätswachstum dämpfte.
Die fortschreitende Alterung im Euroraum könnte
auch künftig das Produktivitätswachstum dämp-
fen. Die zu beobachtende nachlassende Reform-
dynamik im Euroraum lässt zudem keine ent -
scheidenden wirtschaftspolitischen Impulse auf
das Produktivitätswachstum erwarten. Welche
Folgen sich aus der Coronavirus-Pandemie für die
Produktivitätsentwicklung ergeben, lässt sich ge-
genwärtig nur schwer abschätzen. Die durch die
Pandemie ausgelösten gesamtwirtschaftlichen
Verwerfungen dürften das künftige Arbeitspro-
duktivitätswachstum sicherlich belasten. Abzu-
warten bleibt, inwieweit dem ein durch die be -
sonderen Herausforderungen der Krise stimulier-
ter Innovationsschub entgegenwirken kann.

https://www.bundesbank.de/resource/...a/mL/2021-01-produktivitaetswachstum-data.pdf
 
Wachstum.
10% von wenig können immer noch weniger sein als 1% von viel.
Und weshalb müssen es jedes Jahr 5% mehr sein?
Die Ressourcen sind endlich, ewiges Wachstum is nich.
 
Ich verstehe nicht ganz. Die Stundenproduktivität hat im Euroraum zwischen 1999 und 2019 um 0,9% pro Jahr zugenommen. In UK um 1,0, in Kanada um 1,1, in Japan um 0,7 und in den USA um 1,6. Im Vergleich zu den USA liegen wir also deutlich schwächer, beim Rest sind wir mittendrin. Wenn man sich dann mal die jüngere Vergangenheit (2013 - 2019) anschaut liegen wir mittendrin bzw. Leicht überdurchschnittlich. Die Aussage, dass die EU gegenüber den meisten anderen westlichen Industrienationen an Boden verliert, lässt sich aus diesen Daten schlicht nicht ableiten.
 
Ich denke auch, dass uns das Vereinigte Königreich demnächst richtig ausperformen wird, nachdem sie die zum Niedergang verurteilte EU verlassen haben. ^^

Zumal Statistiken: Ich muss das berühmte Zitat hier jetzt nicht bringen, aber in welcher Parallel-Realität ging es denn in den USA zwischen 2008 und 2012 nach vorne?
 
Ich will nur Mal einwerfen das es den demografischen Wandel so nicht gibt.

Mich hat Mal vor einigen Jahren interessiert woher die Aussage eigentlich kommt und was die Grundlage dieser Aussage ist. Surprise, der Begriff wurde von der Bertelsmann Stiftung geprägt. Die laufen mit besagter Studie auch durch die Firmen und stellen sie vor. Die waren auch Mal live damit in meiner Firma.

Da hab ich Mal weiter gegraben und besagte Studie besteht in groben nur aus annahmen. Die hatten gar keine echten Bevölkerungsstatistiken und haben "geschätzt". Das steht sogar in der originalen Studie so drin.

Schlimm dabei ist nur, das die Politik das als Basis für ihre Zukunftsplanung nimmt. Infrastruktur, Schulen etc wurden auf Basis dieser Studie zurück gefahren, teilweise mit dramatischen Folgen.

Die Studie berücksichtigt auch solche Situationen wie jetzt (Zuwanderung durch Flüchtlinge) nicht.

Doch weiterhin wird so getan als würden wir immer weniger werden und auch so geplant. Seit 2015 steigt die Geburtenrate in Deutschland wieder, völlig entgegen der Prognose der Bertelsmann Studie.
 
Also es gibt den demografischen Wandel schon; sprich: das Bevölkerungswachstum verlangsamt sich und könnte gar stagnieren/rückläufig werden.

ABER: Es wird immer so getan, dass das ein für Deutschland neues Phänomen ist. Dabei ist die Geburtenrate seit der Kaiserzeit konstant und stetig gesunken, von einmal über 4,2 auf heute 1,4 Kinder je Frau. Das "Problem" des demografischen Wandels begleitet uns demnach bereits seit 150 Jahren und wurde durch zwei Weltkriege und die daraus resultierenden Verluste an jungen Menschen zusätzlich verschärft. Und wie sehr hat das unseren Wohlstand gefährdet? Ich würde mal sagen, nicht so sehr ...
 
So ganz kann man das aber mit der Kaiserzeit nicht vergleichen. Es gibt irgendwann den Punkt, an dem wir wohl gleich/weniger Steuerzahler haben werden als Rentenbezieher. Wenn man überlegt das zur letzten Bundestagswahlen mehr als 50% der Wahlberechtigten Ü50 waren.

Ein persönlicher Eindruck ist der, dass allein dieses Jahr 8 Personen in meinem Berufsumfeld in Rente gehen werden. Neue, Junge menschen kamen nur ca. 4 nach. der Hauptteil der zukünftigen Rentner sind bei meinem alten Arbeitgeber. Das Büro bei meinem Altarbeitgeber könnte man eigenltich wesentlich verkleinern, da dieser Großraumbüro nahezu leer wird.

EDIT: Hier noch die Quelle zu den Wahlberechtigten https://www.bundeswahlleiter.de/inf...hl-2021/01_21_wahlberechtigte-geschaetzt.html
 
Das bildest du dir nur ein. Dem Rentensystem geht's blendend. Die fahren sogar jedes Jahr massive Überschüsse ein. Und warte mal ab, bis die ganzen hochqualifizierten Facharbeiter von 2015 nachkommen.
 
So ganz kann man das aber mit der Kaiserzeit nicht vergleichen. Es gibt irgendwann den Punkt, an dem wir wohl gleich/weniger Steuerzahler haben werden als Rentenbezieher. Wenn man überlegt das zur letzten Bundestagswahlen mehr als 50% der Wahlberechtigten Ü50 waren.

Ein persönlicher Eindruck ist der, dass allein dieses Jahr 8 Personen in meinem Berufsumfeld in Rente gehen werden. Neue, Junge menschen kamen nur ca. 4 nach. der Hauptteil der zukünftigen Rentner sind bei meinem alten Arbeitgeber. Das Büro bei meinem Altarbeitgeber könnte man eigenltich wesentlich verkleinern, da dieser Großraumbüro nahezu leer wird.

EDIT: Hier noch die Quelle zu den Wahlberechtigten https://www.bundeswahlleiter.de/inf...hl-2021/01_21_wahlberechtigte-geschaetzt.html

Klar bringt das Probleme und gesellschaftliche Umschichtungen mit sich. Ich will nur sagen, dass das ein Prozess ist, der schon sehr lange läuft. Und dem auch Effekte wie Produktivitätssteigerungen etc. entgegenstehen, die aber eher selten genannt werden. Der demografische Wandel ist in meinen Augen nicht das Schreckgespenst, zu dem er gerne gemacht wird.
 
Olaf ist bestimmt froh, dass er jetzt Steinmeier vorschieben kann als Begründung, nicht nach Kiew zu reisen.

Aber selbst wenn Steinmeier keine unglückliche Vergangenheit mit Russland hätte - wer erwartet bitte, dass sich der Präsident eines Landes im Krieg sich mit jemandem trifft, der überhaupt keine politische Entscheidungsgewalt hat sondern nur ein repräsentativer Grußonkel ist. Das ist komplette Zeitverschwendung.
 
Es wäre eine symbolische Geste gewesen, immerhin ist er das Staatsoberhaupt. Das Staatsoberhaupt des Staates, der mit am meisten Geld und Waffen liefert, Zeitverschwendung ist es ganz sicher nicht! Die Ukraine sollte besser aufpassen, daß sie es mit ihren Anschuldigungen nicht übertreiben, sonst verscherzen sie es sich schnell mit den Sympathien.
 
Also es gibt den demografischen Wandel schon; sprich: das Bevölkerungswachstum verlangsamt sich und könnte gar stagnieren/rückläufig werden.

ABER: Es wird immer so getan, dass das ein für Deutschland neues Phänomen ist. Dabei ist die Geburtenrate seit der Kaiserzeit konstant und stetig gesunken, von einmal über 4,2 auf heute 1,4 Kinder je Frau. Das "Problem" des demografischen Wandels begleitet uns demnach bereits seit 150 Jahren und wurde durch zwei Weltkriege und die daraus resultierenden Verluste an jungen Menschen zusätzlich verschärft. Und wie sehr hat das unseren Wohlstand gefährdet? Ich würde mal sagen, nicht so sehr ...

Klar gibt es temporär aus bestimmten Gründen eine Welle nach unten aber der "demografische Wandel" der hier propagiert wird stürzt sich auf besagte Studie und tut so als wäre es Fakt das wir immer weniger hierzulande werden. Das stimmt so eben aus verschiedenen Gründen nicht.

Bevölkerungsprognosen gab es ja schön früher. Dennoch hat z.b. keine der Prognosen vor 1900 die beiden Weltkriege und ihre Auswirkungen vorhergesehen (logisch).

Daher halte ich es für absolut fatal wenn man auf Basis von Studien, die sogar selbst sagen das sie mangels echter zahlen viel schätzen, die Infrastruktur Planungen für die nächsten 20-30 Jahre macht. Straßen oder Schulen nicht ausgebaut/renoviert/gewartet werden weil "wir ja alle demnächst weniger sind". Leider wird das aber getan.

Die Geburtenrate ist übrigens seit 2015 wieder am steigen von 1,4 auf 1,6 derzeit, kurioserweise mit der Einführung des Familien gelds. Hmmm...

Zumindest kann man hier an der Grafik gut sehen das wir immer mehr in dem Land werden. Ob das nun durch Zuwanderung oder "jodeln im Bett" passiert ist ja erstmal egal.

https://www.destatis.de/DE/Presse/P...rten und,02 Millionen Gestorbenen zu rechnen.

Leider lernt die Politik ja so gar nicht. Als ich aufs Land gezogen bin war schon Mal eine Stadtflucht Phase wo es wenig Wohnungen gab. Dann ging es wieder andersherum, die Stadt hat neue Baugebiete angeboten und Leute zogen wieder in die Stadt, nun ist es wieder so das die Grundstückspreise hier explodieren weil alle aus der Stadt wieder raus wollen oder müssen (Frankfurt). Dennoch haben es Bahn und Politik verpeilt Mal endlich den öffi und Straßen in der Region auszubauen und es knirscht an allen Ecken und Enden. Man ging davon aus das es zu wenig Pendler gibt...

Ich kann nur sagen, das der Verkehr hier in der Ecke nur eine Richtung kennt "immer mehr". Und dieser Verkehr entsteht hauptsächlich aus Menschen die hier leben und immer mehr werden.
 
Es wäre eine symbolische Geste gewesen, immerhin ist er das Staatsoberhaupt. Das Staatsoberhaupt des Staates, der mit am meisten Geld und Waffen liefert, Zeitverschwendung ist es ganz sicher nicht! Die Ukraine sollte besser aufpassen, daß sie es mit ihren Anschuldigungen nicht übertreiben, sonst verscherzen sie es sich schnell mit den Sympathien.

Das wäre eine symbolische Geste gewesen, von der vor allem Steinmeier profitiert hätte, in dem er sein ramponiertes Image aufpoliert hätte. Sorry, aber die deutsche Politik trifft weiterhin nicht den richtigen Ton. Dann hätten sie wenigstens gleich beide kommen können.
 
Aber selbst wenn Steinmeier keine unglückliche Vergangenheit mit Russland hätte - wer erwartet bitte, dass sich der Präsident eines Landes im Krieg sich mit jemandem trifft, der überhaupt keine politische Entscheidungsgewalt hat sondern nur ein repräsentativer Grußonkel ist. Das ist komplette Zeitverschwendung.

Seh ich genauso... finde diesen Kriegs-Tourismus von irgendwelchen Politikern eh albern. So wie die Kasper die dann für Bilder lustige Bilder vor der deutschen Botschaft gemacht haben.
Wenn man sich trifft um Dinge zu besprechen und vor allem zu beschließen, oder sich die Entscheidungsträger tatsächlich vor Ort ein Bild machen wollen. Jep, ist sinnvoll. Aber der Patenonkel einiger Krötentunnel und hauptberuflicher Schwätzer mit ernsten Gesicht... nee... der kann da auch daheim bleiben. Vor allem wenn man vorher gern die Hände mit dem aktuellen Bösewicht geschüttelt hat.
 
Le Pen hat wohl auch angekündigt im Falle eines Siegs bei der Stichwahl sämtliche gemeinsamen Projekte im Bereich Rüstung mit Deutschland zu beenden. Wenn man bedenkt, dass die uns da - besonders beim gemeinsamen Kampfflieger - wohl mal wieder voll über den Tisch gezogen haben, wäre das auf jeden Fall ein Schuss in den eigenen Fuß :D. Wobei das bei einer Präsidentin Le Pen noch das kleinste Problem wäre.
 
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