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Der Politikthread

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Zumindest wurde sie ja sogar fast schon zärtlich weggeführt...
Wenn man bedenkt dass der durchschnittliche Demonstrant erst mal nen Knüppel in die Fresse bekommt, um danach in seinem Blut direkt nach Sibirien geschleppt wird.

Aber trotz allem schön zu sehen dass mittlerweile der Protest auch dort wohl größer wird. Während in den Anfangstagen man keine Minute stehen konnte ohne sofort verhaftet zu werden ist wohl mittlerweile anscheinend tatsächlich auch Protest möglich. Aber evtl. wirkt das auch nur so weil vielleicht ne größere Kamera vor Ort war... man weiß ja mittlerweile gar nicht mehr was echt ist oder was nicht gefilmt wird.
 
Odessa in der Ukraine, 1942 und heute

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Sehr interessantes Interview der Politico mit Fiona Hill. Die ehemalige US-amerikanische Sicherheitsexpertin - deren Spezialgebiet die ehemalige Sowjetunion, sowie russische und europäische (eurasische) Beziehungen sind - diente unteranderem als National Intelligence Officer unter den Präsidenten George W. Bush und Barack Obama und später auch unter Donald Trump. Dem gegenüber sie aber später, im ersten Amtenthebungsverfahren gegen Trump (wegen der Ukraine-Affäre), schwere Vorwürfe erhob (Verschwörungstheorien zu verbreiten, die nur der russischen Regierung in die Hände spielten).


Putin is trying to take down the entire world order - Politico

...


Reynolds: The more we talk, the more we’re using World War II analogies. There are people who are saying we’re on the brink of a World War III.

Hill: We’re already in it. We have been for some time. We keep thinking of World War I, World War II as these huge great big set pieces, but World War II was a consequence of World War I. And we had an interwar period between them. And in a way, we had that again after the Cold War. Many of the things that we’re talking about here have their roots in the carving up of the Austro-Hungarian Empire and the Russian Empire at the end of World War I. At the end of World War II, we had another reconfiguration and some of the issues that we have been dealing with recently go back to that immediate post-war period. We’ve had war in Syria, which is in part the consequence of the collapse of the Ottoman Empire, same with Iraq and Kuwait.

All of the conflicts that we’re seeing have roots in those earlier conflicts. We are already in a hot war over Ukraine, which started in 2014. People shouldn’t delude themselves into thinking that we’re just on the brink of something. We’ve been well and truly in it for quite a long period of time.

But this is also a full-spectrum information war, and what happens in a Russian “all-of-society” war, you soften up the enemy. You get the Tucker Carlsons and Donald Trumps doing your job for you. The fact that Putin managed to persuade Trump that Ukraine belongs to Russia, and that Trump would be willing to give up Ukraine without any kind of fight, that’s a major success for Putin’s information war. I mean he has got swathes of the Republican Party — and not just them, some on the left, as well as on the right — masses of the U.S. public saying, “Good on you, Vladimir Putin,” or blaming NATO, or blaming the U.S. for this outcome. This is exactly what a Russian information war and psychological operation is geared towards. He’s been carefully seeding this terrain as well. We’ve been at war, for a very long time. I’ve been saying this for years.



Reynolds: So just as the world didn’t see Hitler coming, we failed to see Putin coming?

Hill: We shouldn’t have. He’s been around for 22 years now, and he has been coming to this point since 2008. I don’t think that he initially set off to do all of this, by the way, but the attitudes towards Ukraine and the feelings that all Ukraine belongs to Russia, the feelings of loss, they’ve all been there and building up.

What Russia is doing is asserting that “might makes right.” Of course, yes, we’ve also made terrible mistakes. But no one ever has the right to completely destroy another country — Putin’s opened up a door in Europe that we thought we’d closed after World War II.
 
Sehr interessantes Interview der Politico mit Fiona Hill. Die ehemalige US-amerikanische Sicherheitsexpertin - deren Spezialgebiet die ehemalige Sowjetunion, sowie russische und europäische (eurasische) Beziehungen sind - diente unteranderem als National Intelligence Officer unter den Präsidenten George W. Bush und Barack Obama und später auch unter Donald Trump. Dem gegenüber sie aber später, im ersten Amtenthebungsverfahren gegen Trump (wegen der Ukraine-Affäre), schwere Vorwürfe erhob (Verschwörungstheorien zu verbreiten, die nur der russischen Regierung in die Hände spielten).


Putin is trying to take down the entire world order - Politico
Starke Analyse
 
Die türkischen Bayraktar scheinen sich auch in der Ukraine zu bewähren.
Die Russen starten in der Schwedisch/Finnischen Grenzregion "Übungen" mit S400 Boden/Luft Raketen. Von Entspannung ist noch nichts zu merken.
 
Putin hat es geschafft in einer Woche Krieg die erste Großstadt unter Kontrolle zu bekommen. Laut Wiki gibt es 45 Großstädte, davon ca. 10 in den bereits besetzten Regionen. Da hat Russland ja noch einiges vor sich.

Ein langer Krieg hilft den Ukrainern natürlich garnichts, eher im Gegenteil und ich erwarte auch nicht, dass Russland weiterhin so langsam voran kommt, aber es ist so unfassbar was da in Europa passiert.

Hoffentlich bringen die Waffenlieferungen der EU etwas. Russland soll nicht nur durch die Sanktionen einen hohen Preis für diesen sinnlosen Krieg zahlen müssen.
 
Entspannung wird es die nächsten Wochen nicht geben.
Alle Seiten versuchen noch ihre Stärke zu beweisen und ordentlich mit den Säbeln zu rasseln um ihre Position in (hoffentlich stattfindenden) Verhandlungen zu stärken.

Je nachdem wie Putin noch in die Enge getrieben wird, rechne ich fast sicher damit, dass er die Atomwarnstufe auch nochmal auf drei erhöht.
 
Je nachdem wie Putin noch in die Enge getrieben wird, rechne ich fast sicher damit, dass er die Atomwarnstufe auch nochmal auf drei erhöht.

Der Westen muss deeskalierend bleiben. Die USA haben ja bereits einen für heute oder so angesetzten Test einer Minuteman III ICBM ausgesetzt, um nicht unnötig Probleme in die Lage zu bringen.
Genauso hoffe ich, dass die NATO weiterhin dabei bleibt, keine No-Fly-Zone über der Ukraine einzurichten (die ja nur Sinn macht, wenn sie von NATO-Jägern auch durchgesetzt wird).
Und auch die Rhetorik sollte entspannt bleiben (oder bei Leuten wie Liz Truss aus UK n bissl runtergefahren werden) und nicht von "Krieg" gegen Russland sprechen.
Die Erhöhung der Warnbereitschaft der russischen Abwehrkräfte ist ja direkt mit der scharfen Rhetorik mancher Leute begründet worden.

Die Russen sind die unvernünftigen, "wir" müssen vernünftig bleiben und laut kundtun, dass die NATO kein Interesse an einem militärischen KOnflikt hat.
Dann gibts auch wenig Gründe für Putin, da was zu tun außer ab und an halt die Welt dran zu erinnern, dass sie ja eine Nuklearmacht sind. Was sie ja eh immer mal wieder machen.


Die Sanktionen treiben Putin innenpolitisch schon ordentlich in die Enge, IMO kann man jetzt erst mal ne Weilte zuschauen, wie sich die Auswirkungen entfalten.
Es gibt ja schon Gerüchte, dass Russland Ausreiseverbote verhängen will (weil die geblidetern Russen schon jetzt in Massen abhauen) oder sogar den Notstand ausruft. Das zusammen mit der Ernsthaftigkeit der Situation, die die normalen Bürger mehr und mehr erfassen werden muss Druck erzeugen. Und der Druck hat dann Einfluss auf die Ukraine-Lage. Da kann er sagen was er will. Aber wenn er aufgrund seines Handelns eine schwächere Machtposition in Russland befürchtet, wird das Einfluss auf ihn haben.

und wir leben nciht mehr in den 60ern, er kann seine Bevölkerung nicht mehr von Meinungen und Stimmen von außen abschotten - zumindest nicht in der kurzen Frist, wenn er ähnliche Informationsmauern wie China oder Nordkorea ziehen wollen würde.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die russische Börse hat auch heute geschlossen. Wollen die das einfach aussitzen? Wenn wir nicht aufmachen, gibts auch keinen Kursrutsch. Trick 17 :lol:

Ich hoffe halt wirklich, dass man irgendwie diesen Konvoi schachmatt gesetzt bekommt, bevor er wieder auf Touren kommt. Das würde Kiew weitere Zeit bringen und die russischen Truppen sicher weiter demoralisieren.
 
Radio Moskau wurde wohl dichtgemacht, laut Welt. Damit kommt in Russland jetzt offiziell gar nichts, zumindest halbwegs, unabhängiges mehr von Seiten der staatlichen Medien.
 
Radio Moskau wurde wohl dichtgemacht, laut Welt. Damit kommt in Russland jetzt offiziell gar nichts, zumindest halbwegs, unabhängiges mehr von Seiten der staatlichen Medien.

War doch vorher schon nicht groß anders. Die durften ja trotzdem nur das senden, was quasi halbwegs ok war.
Aber sollen sie machen - je mehr dicht gemacht wird, umso mehr Fragen werden gestellt. Totale Abschottung wird das Volk nur noch mehr auf die Barrikaden bringen, denn die meisten da (vor allem die jüngeren) wissen ja auch, wie Putin tickt.
Bisher war es denen halbwegs egal, weil sie trotzdem ein gutes Leben hatten, aber das kann ganz schnell umschlagen.
 
Auch wenn ich mir wünsche, dass das Volk das Problem Putin selbst in die Hand nimmt, mir fehlt der Glauben daran. Wie viele Diktaturen halten sich über Jahre und Dekaden trotz schlimmster Repressionen und Verbrechen? Und wie viele Aufstände, die dann doch probiert werden, scheitern am Machtapparat des Diktators? Die Chancen auf eine erfolgreiche Absetzung Putins erscheinen mir gering, aber natürlich weiß niemand von uns, was hinter den Kulissen abgeht.
 
Auch wenn ich mir wünsche, dass das Volk das Problem Putin selbst in die Hand nimmt, mir fehlt der Glauben daran. Wie viele Diktaturen halten sich über Jahre und Dekaden trotz schlimmster Repressionen und Verbrechen? Und wie viele Aufstände, die dann doch probiert werden, scheitern am Machtapparat des Diktators? Die Chancen auf eine erfolgreiche Absetzung Putins erscheinen mir gering, aber natürlich weiß niemand von uns, was hinter den Kulissen abgeht.

Ja, geht mir ähnlich. Vom Volk her wird es eh schwer. Ich habe eine minikleine Hoffnung, dass da im Hintergrund einige Oligarchen mit den Messern wetzen.
 
Ja, geht mir ähnlich. Vom Volk her wird es eh schwer. Ich habe eine minikleine Hoffnung, dass da im Hintergrund einige Oligarchen mit den Messern wetzen.
Es haben sich ja schon einige Oligarchen offen gegen die Kriegstreiberei gestellt - Abramovich wohl der Bekannteste davon.
Und von denen, die sich nicht offen geäußert haben, werden wohl auch die meisten anderen nicht gerade begeistert sein, dass sie momentan nicht weiter Geld verdienen können - sondern sogar verlieren.

Und davon ab hat man auch keine Einblicke in die sonstige Führung. Klar, da werden viele Ja-Sager, Stiefellecker und Kriegstreiber dabei sein. Aber wohl auch rational denkende Menschen, die sich nicht erklären können, wieso man jahrzehntelange erfolgreiche Politik, die zu steigendem Wohlstand geführt hat, einfach so in den Wind schießt.

Russland hatte bis vor ca. 100 Jahren noch einen Zar, der auch dachte, dass er machen kann was er will. Hat sich dann auch schnell in einer anderen Realität wieder gefunden. Und die Gründe der Februarrevolution waren auch die Auswirkungen eines Krieges (damals des ersten Weltkrieges) auf die russische Bevölkerung.
 
Zudem man ja auch liest, dass Putin sich immer mehr isoliert und kaum noch Leute an sich ran lässt.
Das ist gefährlich, auf der anderen Seite aber evtl. auch eine Chance für einen Umschwung, wenn da intern gemerkt wird, dass er immer weniger auf seinen Stab hört.
Das sorgt schnell für Frust und Unverständnis - zu Recht!
 
War doch vorher schon nicht groß anders. Die durften ja trotzdem nur das senden, was quasi halbwegs ok war.
Aber sollen sie machen - je mehr dicht gemacht wird, umso mehr Fragen werden gestellt. Totale Abschottung wird das Volk nur noch mehr auf die Barrikaden bringen, denn die meisten da (vor allem die jüngeren) wissen ja auch, wie Putin tickt.
Bisher war es denen halbwegs egal, weil sie trotzdem ein gutes Leben hatten, aber das kann ganz schnell umschlagen.

Das ist nicht wirklich so.
Du musst bedenken, dass es da seit Jahren quasi nur Propaganda-TV und Lügengeschichten gibt auf allen Kanälen.
Der große Teil ist sich dessen nicht bewusst und folgt natürlich der Argumentations- und Denkweise dessen was man da täglich zu sehen bekommt und hinterfragt das nicht. Ich kenne selbst ein paar Russen, denen es dann auch nach einigen Jahren hier in Deutschland noch schwer fiel sich davon zu lösen was man da jahrelang eingetrichter bekommen hat. Alleine schon das Wahrhaben wollen kann ein schwerer Akt sein. Vielleicht findet da gerade ein Prozess statt, es gibt ja schon Leute die protestieren und auch einige die informiert sind.
Ich glaube aber dass die große Mehrheit Schwierigkeiten damit haben wird das zu realisieren und zu akzeptieren und dass das ein Prozess ist, aber keiner, den man von heute auf morgen umgesetzt bekommt.
 
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